Ausbildung der Fahrzeugführer von Gefahrgutfahrzeugen

Auffrischungsschulung gemäß Kapitel 8.2.2.5 ADR

Am 01.01.2005 änderte sich bei der Auffrischungsschulung nach 8.2.2 ADR nicht nur der zeitliche Rahmen. Bislang war die Dauer der Auffrischungsschulung mit mindestens einem Tag angegeben. Ab sofort - und dies gilt ohne Übergangsfrist - ist die Auffrischungsschulung mit mindestens zwei Tagen anzusetzen. Die zusätzliche Zeit wird mit neuen Lerninhalten besetzt. In die Kurspläne wurden die wichtigsten Anforderungen aus den Erstschulungen für die einzelnen Aufbaukurse (Tank, Klasse 1 und Klasse 7) übernommen. Diese Inhalte sind in der Auffrischungsschulung mit den entsprechenden Schwerpunkten (Vermittlung von Neuerungen oder Wiederholung), abgestimmt auf die Zusammensetzung des Teilnehmerkreises, zu vermitteln.


Weiterhin ist der Einsatz eines Kraftfahrzeuges für den Stückguttransport, dass zur Beförderung gefährlicher Güter ausgerüstet ist, vorgesehen. Am Fahrzeug sollen in Form von Simulationen die Themen Abfahrtkontrolle, Ladungssicherung, Ausrüstungsgegenstände, Dokumente, Simulation eines Unfalls oder Zwischenfalls, Sicherung der Unfallstelle, Durchführung von Maßnahmen gemäß der schriftlichen Weisung und das Absetzen einer Unfallmeldung behandelt werden.


Erstschulung gemäß Kapitel 8.2.2 ADR

Die Basiskurse wurden zwar zeitlich nicht zwingend erweitert, aber die inhaltliche Ausgestaltung der Kurspläne musste an das neue Recht (ADR 2005) angepasst werden. Neu hinzugekommen sind die Themen Sicheres Fahren in Straßentunnels, Sicherung von Transporten, praktische Übungen am Fahrzeug und die Durchführung einer Feuerlöschübung.

Parallel zu den Anforderungen in den Fortbildungsschulungen müssen auch im Basiskurs praxisnahe Übungen an einem Kraftfahrzeug über 3,5 t durchgeführt werden. Die Themen sind die selben wie in der Fortbildung, hinzu kommt noch die Durchführung einer Feuerlöschübung. Gemäß Kapitel 8.2.2.4.5 ADR muss gewährleistet sein, dass jeder einzelne Teilnehmer eine praktische Brandbekämpfung mit einem Feuerlöscher durchführt.


Im Zusammenhang mit der Fahrerschulung gibt es übrigens noch eine weitere Neuerung. Bislang mussten die Fahrer von kennzeichnungspflichtigen Fahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von bis zu 3,5 t keine ADR-Bescheinigung vorweisen (ausgenommen davon waren allerdings schon immer die Beförderung von explosiven Stoffen der Klasse 1 und radioaktiven Stoffen der Klasse 7 in kennzeichnungspflichtigen Mengen).

Diese Regelung wurde am 01.01.2005 ebenfalls geändert. Im Kapitel 8.2.1.1 heißt es "Führer von Fahrzeugen, mit denen gefährliche Güter befördert werden, müssen im Besitz einer Bescheinigung sein.....". Das gilt also für alle Fahrzeugführer unabhängig von der Größe oder dem Gewicht des Fahrzeuges.

 

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