Jahrestagung Personal: Die Marke macht den Unterschied

Der Fachkräftemangel ist längst im betrieblichen Alltag angekommen. Das stellt für viele Unternehmen und Branchen ein akutes Problem dar. „Talente sind knapp. Die Folge ist: Unsere Betriebe suchen händeringend gute Mitarbeiter,“ sagte Karen Hoyndorf, stellvertretende IHK-Präsidentin, in ihrer Begrüßungsrede zur 4. Jahrestagung Personal. Mit der Veranstaltungsreihe bietet die IHK Personalverantwortlichen aus den Unternehmen ein Forum, um sich regelmäßig zu aktuellen Themen der betrieblichen Personalarbeit auszutauschen.

 

„Gut qualifizierte und hinreichend motivierte Mitarbeiter sind mehr und mehr die entscheidenden Ressourcen“, konstatierte Hoyndorf und nahm – neben dem Gesetzgeber – insbesondere die Unternehmen selber in die Pflicht, an der Lösung des Problems Fachkräftesicherung mitzuarbeiten. Doch welche Rezepte versprechen Erfolg? Und wer muss im Unternehmen für das Finden und Binden der High Potentials verantwortlich zeichnen? Für Hoyndorf keinesfalls der Personalmanager alleine: „Ein strukturiertes Talentmanagement verschafft Unternehmen einen Leistungsvorsprung. Dieses muss daher auch die Führungspersonen im Unternehmen eng einbinden.“

 

Unter Moderation von Prof. Karlheinz Schwuchow, Center for International Studies, Hochschule Bremen, stellten Sirka Laudon, Leiterin Personalentwicklung, Axel Springer, Silke Jensen, Präsidiumsbeisitzerin, Bundesverband der Personalmanager, sowie Martina Neuhäuser, Prokuristin, Salzgitter, Praxisbeispiele vor, mit denen sie in ihren Häusern das Thema Talentmanagement in Zeiten des demografischen Wandels angehen. Dabei präsentierten sie den Teilnehmern eine breite Palette möglicher Ansatzpunkte – von der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf über das Erschließen von Frauenpotenzialen im Betrieb, betriebliches Gesundheitsmanagement bis hin zu flexibler Arbeitszeitgestaltung. In den nachfolgenden Foren vertieften die Teilnehmer der Jahrestagung zahlreiche dieser Ansatzpunkte. Darüber hinaus wurden die Zukunft der Zeitarbeit, die Rolle digitaler Netzwerke bei der Mitarbeitersuche sowie alternative Entlohnungssysteme thematisiert.

 

Das Forum der IHK Frankfurt befasste sich unter dem Titel „Magnet Marke?“ mit dem Phänomen Employer Branding. Hierbei ging es um die Aktivitäten von Unternehmen, sich als attraktive Arbeitgeber für Talente darzustellen. Moderiert von Dr. Wolfgang Koch, Vorsitzender, IHK-Arbeitskreis Personalberatungen, setzten sich Sophia von Rundstedt, geschäftsführende Gesellschafterin, Rundstedt & Partner, Dr. Marie-Luise Wolff, Vertriebsvorstand, Mainova, und Karen Engelhardt, strategische Markenberaterin, mit der Frage auseinander, welche Rolle die Arbeitgebermarke bei der Rekrutierung einnimmt. Für Engelhardt eine entscheidende: „Wenn die Leistungen vergleichbar sind, macht die Marke den Unterschied.“ Auch kleine und mittlere Unternehmen sollten deshalb ihre individuelle Markengeschichte erzählen und so eine attraktive Arbeitgebermarke pflegen, betonte Wolff: „Bewerber aus der Generation Y wollen emotional angefasst werden.“ Von Rundstedt empfahl, die eigene Belegschaft als Empfehlungsgeber für den Arbeitgeber zu gewinnen, denn „zufriedene Mitarbeiter sind die besten Markenbotschafter“.

 

Am Ende des Programms angekommen, konnten die Teilnehmer zahlreiche Anregungen mit in ihre Unternehmen nehmen. Zugleich blieb aber auch die Erkenntnis bestehen, dass der Auseinandersetzung mit den Folgen des demografischen Wandels für den betrieblichen Alltag in Zukunft ein immer gewichtigerer Stellenwert zukommt.     

 

 

Autor
 

Dr. Matthias Schoder

Geschäftsführer
IHK Frankfurt
Finanzplatz, Unternehmensförderung, Starthilfe

m.schoder@frankfurt-main.ihk.de

 

IHK WirtschaftsForum

Oktober 2012