Consulting Assistant<br>Berater starten Ausbildungsinitiative

Nach einer aktuellen Branchenumfrage ließe sich die Zahl der Ausbildungsplätze in den Unternehmensberatungen erheblich steigern, sofern im Rahmen des dualen Ausbildungssystems auch beratungsspezifisches Fachwissen vermittelt würde. Genau da setzt die „Ausbildungsinitiative Consulting“ an: Schon während ihrer Ausbildung können sich die jungen Menschen weiterqualifizieren und auf eine Tätigkeit in Beratungsunternehmen gezielt vorbereiten.
 
Die Anforderungen der Unternehmensberatungen an Auszubildende sind hoch. Auszubilden lohnt sich für sie dann, wenn Bewerber nicht nur hochqualifiziert sind, sondern auch nach der Ausbildung gezielt mit entlastenden Aufgaben im Tagesgeschäft betraut werden können. Berater, die mangels personeller Alternativen auch Back-Office-Tätigkeiten ausführen müssen, sind zu teuer. Und den normal qualifizierten, administrativen Kräften mangelt es oft am beratungsspezifischen Fachwissen, um mehr als den üblichen Schriftverkehr oder Terminabstimmungen übernehmen zu können.
 
Nun können gerade kleine und mittelständische Beratungsunternehmen mit ihren engen personellen Kapazitäten durch eine gezielte, beratungsspezifische Ausbildung die Vorteile einer dualen Ausbildung nutzen. Die IHK Frankfurt und Network Consulting RheinMain haben eine Zusatzqualifikation zum „Consulting Assistant“ entwickelt, die parallel zur normalen Ausbildung kaufmännischer Berufe wie Bürokaufleute oder IT-Systemkaufleute erworben werden kann und den Nutzen einer Ausbildung für die Beratungsunternehmen signifikant steigert. Den Abschluss der Qualifizierung bildet eine Prüfung vor der IHK Frankfurt, die auch ein offizielles Zertifikat erteilt. Im April 2006 beginnt an der Konrad-Adenauer-Schule in Kriftel der Unterricht für die erste Klasse von „Berater-Azubis“.
 
Damit die zusätzlichen Lernphasen den Azubi nicht von seinen Verpflichtungen im Unternehmen abhalten, ist der Unterricht so organisiert, dass er an Samstagen und in Blöcken während der Ferienzeiten stattfindet. Außerdem wird ein Viertel der insgesamt 240 Stunden Unterrichtszeit über Projekt- und Übungsarbeiten ohne Präsenzpflicht abgewickelt.
 
Auch Unternehmen, die sich aufgrund ihrer Größe einfach nicht in der Lage gesehen hatten, selbst auszubilden, kann geholfen werden.  Hier bietet die so genannte Verbundausbildung die Chance, gemeinsam mit Partnerunternehmen auszubilden – zum Beispiel, wenn sie das geforderte Spektrum der betrieblichen Ausbildungsinhalte allein nicht abzudecken vermögen. Das Land Hessen hat für eine solche gemeinschaftliche Ausbildung Fördermittel bewilligt. Geeignete Partnerunternehmen für die Verbundausbildung vermittelt die Initiative. Sie ist auch bei der Suche und Auswahl qualifizierter Kandidaten behilflich. Durch den Einsatz einer objektiven, EDV-gestützten Potenzialanalyse erhalten die Unternehmer neben dem persönlichen Eindruck vom Bewerber eine wichtige Entscheidungshilfe .
 
Das neue Berufsbildungsgesetz sieht die Zusatzqualifikation als integrales Element der beruflichen Erst- und Weiterbildung vor und erlaubt schnelles Reagieren auf Bedarfe. Von der Idee bis zur Genehmigung sind weniger als anderthalb Jahre vergangen. Wenn die Zusatzqualifikation „Consulting Assistant“ so angenommen wird, wie es die Unternehmen und Initiatoren voraussehen, kann es schon bald einen neuen Consulter-Beruf im Supportbereich geben. Und: Unternehmen, die heute ausbilden, haben morgen die besseren Fachkräfte – Beratungsunternehmen bilden hier keine Ausnahme.
 
 
Christian Matschulla
Stellvertretender Vorsitzender
Network Consulting RheinMain (ncrm)
Wiesbaden
 
IHK WirtschaftsForum
März 2006
 
 

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