Sicherheitsberatung<br>Eine Sache des Vertrauens

Sicherheit muss als Teil des Unternehmenserfolgs und nicht ausschließlich als Kostenfaktor verstanden werden. Die Auswirkungen krimineller Aktionen sowie kriminalitätsbegünstigender, sicherheitstechnischer, baulicher und organisatorischer Mängel können für Unternehmen fatal sein. Sie beinhalten Risiken durch unkalkulierbare Schäden oder Betriebsunterbrechungen. Auf der Basis einer professionellen Sicherheitsberatung können Risiken minimiert und etwaige Schäden ausgeschlossen oder begrenzt werden.

Das Gewährleisten von Sicherheit gehört selbstverständlich zur Kernaufgabe des Staates; dies zeigt sich gerade in Deutschland mit seinen Bundes- und Länderpolizeien sowie den übrigen Sicherheitsorganen in anerkannt hohem Standard. In der RheinMain-Metropole als Banken- und Wirtschaftszentrum mit einem der größten europäischen Flughäfen sind die Sicherheits- und Ordnungsbehörden den damit verbundenen Herausforderungen bisher in hervorragender Weise gerecht geworden.

Dennoch wird der Begriff der „Sicherheitsarchitektur“ mit der notwendigen Zusammenarbeit von Polizei und betrieblicher Sicherheit dann zu einer Floskel, wenn der Stützpfeiler der Sicherheitssensibilität in den Unternehmen unterentwickelt ist und die Wirtschaft nicht angemessen auf individuelle Bedrohungslagen reagiert. Auch wenn im Unternehmen meist weniger passiert als vor dem Zaun, bedarf es einer professionellen Struktur zur Früherkennung von Gefährdungen, der Entwicklung von Maßnahmen zur Risikoabwehr und Notfallplanung sowie des Aufbaus eines integrierten Sicherheitsmanagements.

Dass damit auch die Anforderungen an die fachliche Qualifikation der im Sicherheitsmanagement eingesetzten Mitarbeiter wachsen, ist evident. Das Gleiche berührt auch die kommunale Sicherheitsverantwortung im Rahmen der Eigenbetriebe und in der Rolle als Veranstalter zahlreicher Projekte und Events mit der einhergehenden Verkehrssicherungspflicht. Der breite Rahmen von der Problemanalyse über ein wirkungsvolles Prozessmanagement bis hin zur Wirkungskontrolle bedarf professioneller Beratung mit qualifiziertem Hintergrund.

Das Gefahrenspektrum und die Deliktfelder reichen von Wirtschaftsspionage zum Nachteil von Forschungsergebnissen und den damit verbundenen Patentrechten, Geschäfts- und Betriebsgeheimnissen, Markterschließungsstrategien und Kundendateien über Diebstähle, Unterschlagungen, Betrügereien, Veruntreuungen, Bestechungen bis zu vorsätzlichen Betriebsstörungen, um nur einiges zu nennen. In der Kriminalstatistik 2004 beziffert das Bundeskriminalamt (BKA) nicht nur einen Schaden von zirka zwölf Milliarden Euro im Bereich der Wirtschaftskriminalität, auch die betroffenen Unternehmen beklagen einen Verlust an Vertrauen in Produkte und das Management, insbesondere der wissens-orientierten Branchen.

So wie das 21. Jahrhundert von dem Phänomen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Globalisierung geprägt ist, hat dieser Prozess selbstverständlich Auswirkungen auf die Kriminalitätsstruktur. Diesem Netzwerk des Terrorismus und der grenzüberschreitenden Kriminalität muss daher ein Netzwerk an Informationen und Sicherheitsallianzen gegenübergestellt werden, stellte BKA-Präsident Jörg Ziercke auf der BKA-Herbsttagung 2005 klar.

Nach einer im Rahmen ihrer Sicherheits-Enquête 04/05 gemachten Umfrage der WIK, Zeitschrift für
Sicherheit in der Wirtschaft, erwarten Sicherheitsfachleute ein stärke-res Gefährdungspotenzial in Unternehmen, insbesondere durch Angriffe auf Informationstechnik, durch Spio-nage und Allgemeinkriminalität sowie durch Auswirkungen terroristischer Aktionen. Dennoch darf nicht verkannt werden, dass es sich hier um Meinungen und individuelle Prognosen handelt; Gewissheit über die künftige Entwicklung der Sicherheitslage gibt es nicht.

Behördliche wie private Sicherheitsberater können jedoch aufgrund ihres Informations- und Erfahrungspotenzials Einflussfaktoren analysieren und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit vorausberechnen sowie prognostizierte Tendenzen und Anschlagsreizwerte in entsprechende Szenarien einbeziehen oder Schutzziele definieren. Diese notwendige Basisarbeit selbst ernannten „Sicherheitsexperten“ oder mehr zufällig mit Werkschutz- oder Facilityaufgaben betrauten Mitarbeitern in einzelnen Unternehmen zu überlassen, wird der Situation nicht gerecht. Eine qualifizierte Sicherheitsberatung bedarf einer entsprechenden Ausbildung und langjähriger Berufserfahrung in Behörden mit adäquaten Sicherheitsaufgaben oder ausgewiesenen Fachunternehmen.

In Deutschland führende Sicherheitsunternehmen bieten, ebenso wie regionale Beratungsdienstleister mit unterschiedlichen Fachrichtungen und Spezialkompetenzen, auch in der Metropole Frankfurt und dem RheinMain-Gebiet Konsultanten an, die mit aktuellen Kriminalitäts- und Gefahrenphänomenen vertraut sind. Deshalb sind sie in der Lage, qualifizierte Konzept- und Einzelfallberatung zur Unternehmenssicherheit zu leisten. Frankfurt bildet hierbei einen Angebotsschwerpunkt, so dass Rat suchende Unternehmen auch durch den berühmten Blick über den Zaun durchaus voneinander partizipieren können. Mit einem sensiblen behördlichen wie privaten Sicherheitsumfeld zeigt sich der Standortfaktor Sicherheit hier in einer positiven Dimension. Branchenverzeichnisse sowie Publikationen des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) mit Sitz in Bad Homburg geben Aufschluss über entsprechende Anbieter.

Sicherheitssensibilität der Wirtschaft kann in Frankfurt und der Region durchaus eine kompetente Antwort erhalten, die Sicherheitstechnologie betont, Personalleistungen auf das Notwendige reduziert und in einer ganzheitlichen, ergebnisorientierten Dienstleistung mündet. Einer qualifizierten Sicherheitsberatung sollte zudem abverlangt werden, dass auch Fragen nach Strategien sowie Vorgehensweisen etwa bei einer Einzelfallintervention ebenso professionell beantwortet werden, wie die ergebnisorientierte Bewertbarkeit von Sicherheitsdienstleistungen. Sicherheit im Unternehmen ist zudem auch eine Frage unterschiedlicher Bedürfnisse und Empfindungen, bei denen Vertrauen mehr zählen kann als vermeintlich schlüssige Zahlenwerke. Die Entscheidung und damit letztlich auch die Verantwortung bleibt bei aller Beratung naturgemäß auch hier in Unternehmerhand.  


Wolfhard Hoffmann
Polizeipräsident a.D., Beirat
Wisag Sicherheitsdienste Holding
Frankfurtam Main


INFOS

Infos über die Dienstleistungen der Mitgliedsunternehmen des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen online unter www.bdws.de.

IHK WirtschaftsForum
März 2006
 
 

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