Leistungsspektrum/ Planung der eigenen Leistungsfähigkeit

Ihr Business gründet sich auf eine Produkt- oder Dienstleistungsidee. Überlegen Sie, wie viel Material und Personal Sie zur Umsetzung Ihres Vorhabens benötigen. Wird Ihr Umsatzträger ein - im Unternehmen hergestelltes - Produkt sein? Dann erwägen Sie, wie der Fertigungsprozess aussehen soll. Oder werden Sie Ihren Umsatz über eine Dienstleistung generieren? In diesem Fall ermessen Sie, in welchen Schritten Sie Ihre Dienstleistung erbringen und welches Volumen Sie erstellen wollen.

Produktion

Gründungen im produzierenden Gewerbe erfordern die ausführlichere Darstellung der Produktionsprozesse. Dabei sind unter anderem die Aspekte Strategie, Methoden, Maschinen und Anlagen, Personal, Kapazität, Materialbeschaffung und Produktionsort zu berücksichtigen. Die Beschreibung der Produktionsmethode sollte auch die möglichen Fertigungsrisiken und Qualitätssicherungsmaßnahmen berücksichtigen.

Maschinen und Anlagen, die für den Produktionsprozess benötigt werden, sind darzulegen. Gesetzliche Zulassungen oder Genehmigungen, die vor Inbetriebnahme erforderlich sind, müssen hinsichtlich Dauer und Kosten erläutert werden.

Die erforderliche Personalstärke und deren Qualifikation sind ebenso darzulegen wie die Produktionskapazitäten. Die Entwicklung der Kapazitäten sollten mit der Absatzplanung korrelieren. Das Beschaffungsrisiko und die Lieferantenauswahl sind für Unternehmensgründer von unterschiedlicher Relevanz. Einkauf, Lagerung und Transport kann viel Kapital erfordern und ist dementsprechend zu beschreiben und in der Finanzplanung zu berücksichtigen. Überlegen Sie genau, was Sie selbst machen wollen (und können) und was Sie besser fertig einkaufen (make or buy).

Darüber hinaus gilt es, die besonderen Stärken und Vorzüge ihres Angebotes herauszuarbeiten, die Ihnen im Wettbewerb Vorteile verschaffen werden. Eine Umsetzung Ihrer Geschäftsidee macht nur dann Sinn, wenn Ihr Angebot den bereits existierenden Konkurrenzlösungen in mindestens einer Beziehung überlegen ist. Fragen Sie sich kritisch: Welchen Mehrwert schafft das Produkt beziehungsweise die Dienstleistung aus Kundensicht?

Der Kundennutzen im Vergleich zu Konkurrenzangeboten kann sich auf bestimmte Produkt- oder Dienstleistungsmerkmale beziehen oder auf Preis, Qualität, Service oder ähnliches. In jedem Fall sollte ein Vergleich des Produktes oder der Dienstleistung mit Konkurrenzangeboten erfolgen. Am einfachsten geschieht das in einer Matrix. Aus dem daraus folgenden Stärken-Schwächen-Profil lässt sich die Marktposition im Verhältnis zu den Mitbewerbern ableiten. Bei vollständig neuartigen Produkten und Dienstleistungen ist dieser direkte Vergleich kaum möglich. Der neuartige und gegenüber dem althergebrachten erweiterte Kundennutzen muss daher erläutert werden. Nennen Sie alle wichtigen Funktionen sowie Anwendungsfälle und prüfen Sie, ob für Ihr Angebot die Gefahr der Substitution besteht.

Um die Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens zu sichern, müssen Produkte den sich ändernden Kundenanforderungen und der technischen Entwicklung angepasst werden. Für Produkte sind daher Überlegungen für die nächste Generation sinnvoll, für Dienstleistungen beispielsweise die Integration neuer Technologien bei der Dienstleistungserbringung.

Technische und rechtliche Rahmenbedingungen

Technologieorientierte Unternehmensgründer können mit einer Vielzahl von zusätzlichen technischen und rechtlichen Rahmenbedingungen konfrontiert werden. Welche Anforderungen erfüllt werden müssen, hängt vor allem vom Produkt, dem Produktionsverfahren, den eingesetzten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und natürlich von den Anforderungen des Abnehmers ab.

Umweltschutz, Arbeitsschutz und Verbraucherschutz sind drei wichtige Motive für Gesetze, Richtlinien und Verordnungen. Ihr Unternehmen kann in folgenden Handlungsfeldern betroffen sein:
  • Produkt
  • Lagerung/Transport/Entsorgung
  • Produktion
  • Standort
Alle genannten Punkte sollten daraufhin geprüft werden, ob sie auf ihr Unternehmen zutreffen und berücksichtigt werden müssen. Die Bewertung erfordert jedoch im Einzelfall meist Spezial-Kenntnisse. Unterstützung bieten hier die IHK-Umwelt- und Innovationsberatung sowie die jeweiligen Gewerbeaufsichts- und Umweltämter.

Wichtig ist: Alle Aufwendungen, die sich durch zusätzliche Anforderungen ergeben, müssen im Hinblick auf die Zeitplanung ebenso wie bei den Kosten angemessen berücksichtigt werden!

Anhand nachfolgender Fragen können Sie den möglichen Handlungsbedarf feststellen:

Produkt:
  • Gibt es besondere Forderungen der Kunden/des Marktes?
  • Welchen Gesetzen, Verordnungen, technischen Regeln etc. muss das Produkt entsprechen?
  • Welche Kennzeichen muss das Produkt erhalten (CE, GS, VDE etc.?)
  • Sind Abnahmen oder Prüfungen des Produktes vor dem Inverkehrbringen notwendig?
  • Produkthaftung: Bestehen Risiken? Ist die Dokumentation ordnungsgemäß? Besteht ausreichender Versicherungsschutz?
  • Sind die notwendigen gewerblichen Rechte wie Patente, Gebrauchs- und Geschmacksmuster sowie Marken ausreichend gesichert?
Lagerung/Transport/Entsorgung:
  • Gibt es besondere Anforderungen an Verwendung, Lagerung, Transport oder Entsorgung der eingesetzten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe oder des Produktes (Gefahrstoffe, wassergefährdende Stoffe, gefährliche Güter, Sonderabfall)?
Produktion:
  • Sind Anlagen und Verfahren genehmigungspflichtig?
  • Sind alle Einsparpotentiale bei Ressourcen ausgeschöpft (Energie, Outsourcing etc.)?
  • Entstehen schadstoffhaltige Emissionen durch die Produktion oder die eingesetzten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe?
  • Sind Mitarbeiter informiert und qualifiziert hinsichtlich Umwelt- und Arbeitsschutzfragen?
  • Ist ein Qualitäts-, Arbeitssicherheits- und/oder Umweltmanagementsystem notwendig?
Standort:
  • Ist der Standort für die geplante Nutzung geeignet (Lage in Industrie-, Gewerbe- oder gemischt genutztem Gebiet)?
  • Gibt es umweltrelevante Betriebsstätten in der Nachbarschaft?
  • Bestehen Altlasten?
  • Ist eine Erweiterung möglich?
  • Ist der Einzug in ein Technologie- und Gründerzentrum möglich?
Je nach Art und Beschaffenheit können Zulassungen oder Abnahmen für das Produkt oder die Dienstleistung erforderlich sein. Sie können aufgrund vielfältiger Gesetze notwendig werden. In jedem Fall empfehlenswert ist die frühzeitige Information über die entsprechenden Voraussetzungen bei den zuständigen Stellen. Die Dauer und die Kosten für eventuelle Zulassungsverfahren, Abnahmen und Herstellernachweise sind in der Finanzierungsplanung zu berücksichtigen. Wenn Sie internationale Märkte bedienen wollen, müssen Sie die Anforderungen der jeweiligen Länder beachten. Diese können teilweise erheblich von denen in Deutschland abweichen. Unterstützung bieten Ihnen hier zusätzlich die Auslandshandelskammern (AHK’s).

Gewerbliche Schutzrechte

Hohe Bedeutung hat der Schutz vor dem Nachbau von neuen Produkten oder der Nachbildung neuer Produktionsverfahren durch die Konkurrenz. Denn durch den Schutz vor Nachahmung sichern Sie sich Ihren Wettbewerbsvorteil. Dies bringt auch Plus-Punkte bei der Bewertung der Geschäftsidee durch Banken und Kapitalgeber. Und: erteilte Schutzrechte haben auch eine nicht zu unterschätzende Werbewirkung. Denn sie zeigen, dass Ihr Unternehmen innovativ ist.

Für den technologieorientierten Existenzgründer, dessen Geschäftsidee häufig auf einer einzigen technischen Neuerung aufbaut, ist die Anmeldung gewerblicher Schutzrechte daher ein „Muss“.

Durch die Erteilung eines gewerblichen Schutzrechts erhält der Erfinder ein (zeitlich begrenztes) ausschließliches Recht zur wirtschaftlichen Nutzung, ein Verbietungsrecht und Anspruch auf Unterlassung sowie gegebenenfalls Schadenersatz gegen den Verletzer.

Wichtige Schutzrechte sind :
  • Patente/Europatente
  • Gebrauchsmuster
  • Geschmacksmuster
  • Marken
  • Urheberrecht
Grundsätzlich empfiehlt es sich, frühzeitig Recherchen in Patent- und anderen Datenbanken durchzuführen. Denn möglicherweise ist die eigene Erfindung gar nicht so neu, wie ursprünglich gedacht. Darüber hinaus lassen sich bei der Patentrecherche oftmals gute Anregungen für die Konkurrenzuntersuchung gewinnen.

Um alle Möglichkeiten der gewerblichen Schutzrechte auszuschöpfen, ist es meist notwendig, einen Patentanwalt hinzuzuziehen. Die IHK-Technologieberater bieten eine Erstberatung und Informationsmaterialien an, die Sie mit der Thematik vertraut machen und auf das Gespräch mit dem Patentanwalt und anderen Stellen vorbereiten. Adressen von Patentanwälten finden Sie im Internet (www.patentanwalt.de).

Wichtig ist: Alle Aufwendungen, die sich durch die Anmeldung von gewerblichen Schutzrechten ergeben, müssen Sie im Business-Plan angemessen berücksichtigen! Dies betrifft unter anderem die Kosten für Recherchen, Patentanwalt und die Anmeldung selbst, aber auch die Zeitplanung.