Liquiditätsplanung

Die ständige Aufrechterhaltung der betrieblichen Zahlungsbereitschaft ist entscheidend für die Lebensfähigkeit Ihres neu gegründeten Unternehmens. Eine Liquiditätsplanung ist daher einmal wichtig als betriebliches Kontroll- und Steuerungsinstrument, sie ist aber auch wichtig für Kreditverhandlungen mit Banken. Die Liquidität eines Unternehmens ist gewährleistet, wenn den Ausgaben zu jedem Zeitpunkt ausreichende Einnahmen, Liquiditätsreserven aus früheren Monaten und/oder ein entsprechender Kreditrahmen gegenüberstehen.

Die Liquiditätsplanung sollte nicht nur für das erste Jahr nach der Gründung erfolgen, sie ist vielmehr eine ständige Aufgabe des Unternehmens. Für Existenzgründer ist die Länge der Anlaufzeit, d. h. die Zeitspanne, die vergeht, bis ausreichende Umsätze erzielt werden, von besonderer Bedeutung. Daher muss eine Liquiditätsreserve sowohl für die Betriebskosten als auch für den privaten Lebensunterhalt des Unternehmers in die Kapitalbedarfsrechnung mit eingehen.

Die kritische Phase im Leben eines Unternehmens ist in der Regel nicht das erste, sondern das zweite bzw. dritte Jahr nach der Gründung. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen:

Das erste Geschäftsjahr wird mit einem geringen Verlust abgeschlossen. Im zweiten Jahr wird die Bilanz für das erste Geschäftsjahr fertig gestellt; aufgrund des Verlustes werden im zweiten Jahr keine oder nur geringe Steuervorauszahlungen geleistet. Im dritten Jahr wird die Bilanz für das zweite Geschäftsjahr, die erstmalig mit Gewinn abschließt, fertig. Daher fallen Nachzahlungen für Gewerbe- und Einkommensteuer an, gleichzeitig erfolgt eine Anpassung der Vorauszahlungen. Zusätzlich beginnen die Tilgungsleistungen für öffentliche Darlehen. Die Gefahr einer Liquiditätskrise im dritten Jahr entsteht somit durch die Tilgungslasten, Einkommensteuer- und Gewerbesteuernach- und vorauszahlungen.

Eine sorgfältige Liquiditätsplanung kann einer Liquiditätskrise vorbauen durch die Schaffung von Liquiditätsreserven und/oder eine rechtzeitige Aufstockung des Kreditrahmens.
 
Beispielhafter Aufbau eines Liquiditätsplans (die Aufzählung der Positionen erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit): Kontrollieren Sie, ob das Geld, dass Sie ausgeben müssen, Ihnen zu diesem Zeitpunkt auch zur Verfügung steht – oder, wie hoch muss Ihre Kreditlinie auf dem laufenden Geschäftskonto (Kontokorrent) sein?
 
 
Jahr ....  
Januar  
Februar  
März  
April  
Mai  
Juni  
Einzahlungen  
 
 
 
 
 
 
Einzahlungen aus Umsatztätigkeit  
 
 
 
 
 
 
sonstige Einzahlungen  
 
 
 
 
 
 
Summe Einzahlungen  
 
 
 
 
 
 
Auszahlungen  
 
 
 
 
 
 
Investitionen  
 
 
 
 
 
 
Waren  
 
 
 
 
 
 
fixe Kosten  
 
 
 
 
 
 
variable Kosten  
 
 
 
 
 
 
Kapitaldienst  
 
 
 
 
 
 
Steuern  
 
 
 
 
 
 
MWST  
 
 
 
 
 
 
Privatentnahmen  
 
 
 
 
 
 
Summe der Auszahlungen  
 
 
 
 
 
 
Einzahlungen - Auszahlungen = Überschuss/Fehlbetrag  
 
 
 
 
 
 
 
 

 
 
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