Die Wahl der Rechtsform

Allgemeine Rahmenbedingungen


Das Handels- und Gesellschaftsrecht gibt den Unternehmern die zur Verfügung stehenden Unternehmensformen (Rechtsformen) gesetzlich vor. Es ist nicht möglich, eine neue Rechtsform zu erfinden und diese am Markt einzuführen. Die gesetzlich vorgegebenen Grundstrukturen können jedoch teilweise geändert und dadurch den individuellen Bedürfnissen angepasst werden.


Auf den folgenden Seiten werden die charakteristischen Merkmale verschiedener gesetzlicher Organisationsformen im Überblick dargestellt.


Letztendlich sollten Sie im Einzelfall mit einem Berater abklären, welche Rechtsform für Ihr Unternehmen die richtige ist.


Eine Besonderheit des deutschen Unternehmensrechts ist die Unterscheidung zwischen "Kleingewerbe" und "kaufmännischem Betrieb". Diese Unterscheidung spielt nur bei den Personenunternehmen eine Rolle und nicht bei den juristischen Personen.


Kaufmännische Unternehmen müssen im Handelsregister eingetragen werden. Auf ihre Geschäfte findet grundsätzlich das Handelsgesetzbuch (HGB) Anwendung.

Nicht kaufmännische Unternehmen können sich freiwillig in das Handelsregister eintragen lassen und werden dann wie Kaufleute behandelt. Machen sie von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch, sind sie in ihren Rechtsgeschäften grundsätzlich dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und nicht dem HGB unterstellt.


Die Frage, ob ein Unternehmen kaufmännischer Natur ist, richtet sich danach, ob der Geschäftsbetrieb nach Art und Umfang eine kaufmännische Einrichtung erfordert

(§ 1 HGB). Maßgebliche Kriterien sind in erster Linie der Umsatz, die Zahl der Beschäftigten, die Höhe des Betriebsvermögens, das Kreditvolumen sowie die Zahl der Standorte bzw. Niederlassungen. Umsätze von mehr als 250.000 Euro sprechen in der Regel dafür, dass der kleingewerbliche Rahmen überschritten ist.


Ein kleingewerbliches Unternehmen kann von einer Einzelperson als Kleingewerbetreibender oder von einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts in Form einer BGB-Gesellschaft (GbR) betrieben werden. Kaufmännische Personenunternehmen sind der Einzelkaufmann (e.K. = e.Kfm.) bzw. die Einzelkauffrau (e.K. = e.Kfr.), die offene Handelsgesellschaft (oHG), die Kommanditgesellschaft (KG) und die beschränkt haftende Personengesellschaft (GmbH & Co. KG, GmbH & Co. oHG).


Detaillierte Rechtsinformationen für Gründer finden Sie hier.

 

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