Serie Existenzgründer: "Ein erfrischendes Erfolgsrezept"

Serie Existenzgründung GingerGreen 05|15


Ophir Wolff kündigte seinen Job in der Immobilienbranche, um sich künftig ganz dem eigenen Unternehmen widmen zu können: Der Frankfurter Gründer produziert seit 2013 sein Lieblingsgetränk – grünen Tee mit Ingwer  und Honig – in großem Stil und vertreibt es als „Ginger Green“.

 

Die Gründergeschichte von Ophir Wolff beginnt mit seiner Leidenschaft für grünen Tee mit Ingwer und Honig. Dieses Getränk konsumiert er seit seiner Kindheit literweise und vermisst es sogar regelrecht, wenn er beruflich oder privat unterwegs ist. Limonaden sind ihm zu süß, Wasser zu langweilig. So war irgendwann die Idee geboren, sein Lieblingsgetränk in Flaschen abzufüllen und professionell zu vertreiben.

 

Perfekte Rezeptur

 

Wolff kaufte sich einen herkömmlichen Glühweinkocher und fing an, die für ihn perfekte Rezeptur zu entwickeln. Er besorgte sich leere Pfandflaschen, füllte den Tee ab, druckte Etiketten, klebte sie auf die Flaschen und fuhr mit dem Fahrrad von einer Lokalität zur anderen, um den Gastronomen sein Getränk vorzustellen. Ginger Green war geboren. Die Nachfrage stieg rasanter an als erwartet.

 

„Warum nicht die Leidenschaft zum Beruf machen – let´s do it“, sagte er sich und suchte nach einer Kelterei, um die eingehenden Aufträge professionell und termingerecht erfüllen zu können. Seine Geschäftsidee ist einfach: Grüner Tee, Ingwer, Honig – direkt aus der Flasche. „Genauso wie ich es von zu Hause aus kenne, nur für unterwegs und jedermann, frisch und ohne synthetische Note“, beschreibt Wolff seine Erfindung.

 

Die Zeitspanne zwischen der Idee, Anfang 2013, und der ersten professionellen Abfüllung im Sommer 2013 war erstaunlich kurz. Durch die Unterstützung der Kelterei hatte Wolff schnell sehr viel mehr Flaschen zur Verfügung als zuvor, musste sich sogar ein Lager anmieten und konnte seinen Vertriebsradius weiter ausbauen. Immer mehr Restaurants, Bioläden und Cafés konnte er von seinem Getränk überzeugen, auch wenn er nie eine einzige Flasche verschenkte. Von Anfang an nahm er einen obligatorischen Euro, um die Ernsthaftigkeit seines Vorhabens zu unterstreichen. „Als ich dann die ersten Paletten hatte, war mir klar, dass es nun ein wenig ernsthafter werden musste, mit einer Preisliste, Rechnung und einem Biozertifikat“, erzählt Wolff.

 

Den Weg in die Selbstständigkeit hat er noch nicht bereut, auch wenn dieser nicht immer einfach war. Die konkrete Umsetzung seiner Idee brachte eine Menge Bürokratie mit sich, was für ihn absolut neu war. Zuvor war der 29-Jährige in der Immobilienbranche im Angestelltenverhältnis tätig. Die gewollte Veränderung in seinem Leben brachte es mit sich, dass er sich nun auch in die Welt der Buchhaltung, Finanzierung und Biosiegel einarbeiten musste. „Ich war sehr zufrieden in meinem alten Job, aber mich drängte es in die Selbstständigkeit“, sagt Wolff. Hilfe hatte er zunächst nicht wirklich. Zwar besuchte er ein Gründerseminar und konnte sich auch Rat bei selbstständigen Bekannten holen, dennoch brachte er sich das meiste durch viel eigene Recherchearbeit selber bei. Vor allen Dingen bei den Fragen, wie man etwas in Bio herstellt, wie man die notwendigen Zertifikate erhält und wie man allen Anforderungen auf einmal gerecht wird, investierte er sehr viel Zeit. „Erst als ich alles selber konnte, habe ich die Prozesse extern vergeben, um es auch kontrollieren zu können“, erklärt er.

 

Zusammen mit seinem Partner Dominique Hensel, der für das Design inklusive der Logo-Entwicklung von Ginger Green zuständig ist, hat er mittlerweile eine Gesellschaft gegründet. Für den Vertrieb ist Wolff weiterhin alleine zuständig. Das bedeutet, er fährt täglich auf seinem Fahrrad durch Frankfurt, immer auf der Suche nach neuen Lokalitäten, in denen er Ginger Green anbieten kann. „Egal wo ich bin, ich nehme immer ein paar Flaschen mit“, verrät der Gründer.

 

Ein Getränk für jedermann

 

Er ist sehr froh über die große positive Resonanz der Gastronomen in der Region, die ihm und seiner Kreation offen und interessiert begegnen. Neben verschiedenen internationalen Restaurants, vor allem afrikanischen Lokalen, sind Kletterhallen seine besten Abnehmer. Aber auch Wasserhäuschen, kleine Cafés, Sushi-Bars oder Kaufhäuser. Die Vielfalt der verschiedenen Abnehmer begeistert ihn immer wieder und zeigt, dass seine Kreation ein Getränk für jedermann ist.

 

Den Wettbewerb fürchtet Wolff nicht. Er sieht die komplette Getränkeindustrie zwar als potenziellen Mitbewerber, jedoch nicht als Konkurrenz, da das bestehende Sortiment lediglich um ein neues Getränk ergänzt wird. Nur die Frage nach der Zielgruppe kann Wolff nicht beantworten. Ginger Green würde sowohl Kindern als auch älteren Menschen schmecken. Somit kommt er zu dem ganz einfachen Schluss: „Jeder, dem Ingwer schmeckt, mag auch Ginger Green und zählt somit zu meiner Zielgruppe.“

 

Prinzip Natürlichkeit

 

Mittlerweile vertreibt Wolff sein Produkt deutschlandweit, sodass sich Ginger Green komplett selber finanzieren kann. Der Ertrag jeder verkauften Flasche wird erneut in das Produkt investiert. Das Erfolgsrezept von Ginger Green ist für ihn die Natürlichkeit: „Es gibt viele Getränke, die auf Ingwerbasis hergestellt werden, aber keiner verwendet die Inhaltsstoffe in ihrer reinsten Form“, so Wolff.

Vor allem legt er sehr viel Wert auf die Qualität der verwendeten Zutaten. Ingwer aus Peru, Grüner Tee aus Indien und Honig aus verschiedenen Kollektiven Südamerikas. Selbstverständlich alles bio. Mit seinem Hersteller, der langjährige Erfahrungen in der Herstellung von Biogetränken hat, fühlt sich Wolff bestens beraten. Nichtsdestotrotz lässt er regelmäßig seine Ware von einer Biozertifizierungsstelle überprüfen.

Für die Zukunft von Ginger Green wünscht er sich, die Bekanntheit des Getränks weiter steigern zu können. Dafür setzt er jedoch nicht auf aggressive Marketingmaßnahmen, sondern vertraut auf sich selber und sein Vertriebsgeschick. „Leute in der Bahn zu treffen, mit einer Flasche Ginger Green in der Hand, ist ein super Gefühl“, sagt Wolff. In Planung ist bereits eine weitere Erfindung, über die er aber noch nichts verraten möchte. Nur so viel: Ein Getränk mit einer neuen Zutat, die wieder in ihrer natürlichsten Form verarbeitet werden soll.

 

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