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Factoring

Factoring


1. Was ist Factoring?


Factoring ist eine Finanzdienstleistung, die von mittelständischen Unternehmen aus Industrie, Großhandel und Dienstleistungssektor in wachsendem Umfang genutzt wird. Es dient der kurzfristigen Umsatzfinanzierung.


Das Factoringinstitut (Factor) kauft von seinen Kunden (Factoringkunden) Geldforderungen im Rahmen eines Vertrages an. Der Factor prüft vor Vertragsschluss und fortlaufend die Bonität der Abnehmer und übernimmt im Rahmen eines vereinbarten Limits das volle Ausfallrisiko.

Der Factorkunde informiert seine Abnehmer (Debitoren) darüber, dass die Forderung an den Factor verkauft wurden und den Rechnungsbeitrag an diesen zu zahlen ist. Er stellt dem Factor laufend Rechnungskopien über Forderungen zur Verfügung. Sofern die Rechnungsbeträge im Rahmen der eingeräumten Limite liegen, kauft der Factor die Forderungen an.

Der Factor schreibt den Forderungskaufpreis (Factoringerlös) sofort dem Abrechnungskonto des Factoringkunden gut. 10 % - 15 % des Kaufpreises (Sicherheitseinbehalt) behält der Factor zunächst als Sicherheit für Skontoabzüge oder Mängelrügen ein. Der Sicherheitseinbehalt wird dem Kunden bei Zahlung durch den Debitor oder bei Fälligkeit gutgeschrieben.


2. Eignung des Unternehmens zum Factoring


Folgende Punkte sollten vom Factoringkunden erfüllt sein:

  • gute Produktpalette, gut im Markt eingeführt;
  • Wachstums- / Expansionsphase oder -potential;
  • befriedigende Bilanz- und Ertragsverhältnisse;
  • Umsatz pro Geschäftsjahr ab 250.000 Euro (Netto);
  • Belieferung von wiederkehrenden gewerblichen Kunden;
  • hoher Wareneinsatz;
  • Gewährte Zahlungsziele bis zu 90 Tagen;
  • Durchschnittliche Rechnungsgröße ist mindestens 250 Euro;
  • Den Forderungen liegen voll erbrachte Leistungen zugrunde.

3. Vorteile des Factoring


Vorteile für den Factoringkunden:

  • durch den Verkauf von Forderungen ergibt sich eine höhere Eigenkapitalquote;
  • verbesserte Bonitätsbeurteilung (Rating) bei Banken und Partnern der Kunden;
  • die Finanzierung des Unternehmenswachstums kann umsatzkongruent sichergestellt werden;
  • kein Wertberichtigungs- und Abschreibungsbedarf bei verkauften Forderungen (=höhere Rendite, verbesserte Ertragskraft, verbesserte Bonität);
  • bei Erreichen der "Kreditobergrenze" kann durch Factoring größerer Finanzierungsspielraum ermöglicht werden;
  • Personal- und Sacheinsparung im Bereich Buchführung mit effizientem Debitorenmanagement durch den Factor;
  • Gewerbesteuerersparnis auf Zinsen für Bankkredit/Dauerschuld und keine Warenkreditversicherung;
  • durch frei werdende Liquidität können Zahlungen unter Skontoabzug erfolgen oder längere Zahlungsziele gewährt werden. (=bessere Reputation, Stärkung der Wettbewerbsposition);
  • er profitiert durch laufende Bonitätsprüfungen von einer gesunden Kundenstruktur im Sinne einer erfolgreichen Unternehmensentwicklung;
  • Verringerung der Abhängigkeit von einem Kreditgeber durch Liquidität, die planbar ist.

4. Kosten des Factoring


Es können folgende Gebühren für den Factoringkunden anfallen ("gesplittetes Gebührenmodell"):

  • Factoringgebühr für die Übernahme des Ausfallsrisikos und des Debitorenmanagements durch den Factor;
  • Zinsen für die Bevorschussung (auf tatsächliche Bevorschussung);
  • Limitprüfungsgebühren für die Bonitätsprüfung der Debitoren durch den Factor;
  • Pauschale pro Rechnung für den Rechnungsversand, Mahnungen etc..

5. Formen des Factoring


Folgende Formen des Factoring gibt es:

  • Full-Service-Factoring (Standardfactoring)

Umfasst neben der umsatzkongruenten Finanzierung auch eine 100 % Risikoabsicherung und eine Entlastung beim Debitorenmanagement.

  • Online-Factoring

Abwicklung des Factoringverfahrens unter Verwendung moderner Datenübertragungstechnik.

  • Bulk-Factoring (Inhouse-Factoring, Eigenservice-Factoring)

Der Factorkunde nutzt die Finanzierung und Risikoabsicherung durch den Factor, verzichtet aber auf weitgehende Dienstleistungen. Er führt die Debitorenbuchhaltung treuhänderisch für den Factor selber durch.

  • Fälligkeits-Factoring

Factoringkunde nutzt die Vorteile der vollständigen Risikoabsicherung und der Entlastung beim Debitorenmanagement, verzichtet aber auf die sofortige Regulierung des Kaufpreises.

  • Echtes/Unechtes Factoring

Echtes Factoring: Factoringverfahren, bei denen der Factor das Ausfallrisiko übernimmt (Delkredereschutz).


Unechtes Factoring: Factoringverfahren, bei denen der Factor das Ausfallrisiko nicht übernimmt.

  • Export-Factoring/Import-Factoring

Die Factoringinstitute bieten Factoring sowohl für den inländischen als auch für den grenzüberschreitenden Geschäftsverkehr an.


Export-Factoring: Inländische Unternehmen (Exporteure) nehmen die Leistungen eines Factors in  Deutschland für grenzüberschreitende Geschäfte in Anspruch.


Import-Factoring: Bei einem Importgeschäft nehmen ausländische Unternehmen die Leistungen eines Factors in Deutschland in Anspruch.