Handwerk - Ausrüster der Energiewende

 

Derzeit arbeiten laut einer Zählung des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) rund 450 000 Handwerksbetriebe mit insgesamt
1,5 Millionen Mitarbeitern in 30 Gewerken tagtäglich am Erfolg der Energiewende. Ob Heizungserneuerung, Wärmepumpe, Fotovoltaikanlagen oder Dämmung, neueste Smart-Home-Technologien oder Verschattungsanlagen: Das Handwerk ist in allen Energieeinsparfragen dabei. Auch die Betriebe im Kammerbezirk FrankfurtRheinMain sind federführend beim Thema Energiewende: In den verschiedenen Gewerken sind schon weit mehr als 5 000 Unternehmen mit Energieeinsparfragen beschäftigt.

 

Mit den Energieprodukten und handwerklichen Dienstleistungen unterstützen die Handwerksbetriebe aus der Region die Bürger und Unternehmen bereits heute bei der Lösung wichtiger Zukunftsfragen. Ihr besonderes Know-how bringen sie auf allen Ebenen der Energiewende mit ein – handwerkspolitisch zum Beispiel beim hessischen Energiegipfel sowie beim Bau des Energiesparhauses in der Nachbarschaft. Allerdings darf angesichts der Debatte um die Energiewende nicht vergessen werden, dass die Themen Energie, Klimawandel und Nachhaltigkeit schon immer zum Alltagsgeschäft der Handwerksunternehmer gehören. So entwickeln zum Beispiel Schornsteinfeger, Kfz-Gewerke oder die Heizungs- und Sanitärberufe regelmäßig Energieeffizienzprodukte auf höchstem technischen Niveau.

 

Mit der aktuellen Debatte um den Klimawandel haben sich die Aufgaben des Handwerks wesentlich erweitert. Der Vernetzung der verschiedenen Gewerke wird deshalb eine ganz besondere Bedeutung zukommen. Der Kunde wünscht sich von seinen Dienstleistern nämlich effektive Lösungen aus einer Hand. Konkret heißt das: Was nützt die neueste Dämmtechnik, die präziseste Elektronik, wenn niemand den Kunden berät? Was bringt es, wenn niemand den Hybrid- oder den Elektromotor einbaut oder anpasst? Das Handwerk vermittelt zwischen Kunde und Industrie und berät in allen wichtigen Zukunftsfragen rund um das Thema Energie.

 

Energieeinsparung ist der wichtigste Rohstoff der Zukunft: 40 Prozent der gesamten Energie werden im Gebäudebestand verbraucht. Die intelligente Nutzung von Ressourcen wird künftig noch wichtiger werden, etwa auch in der energetischen Gebäudesanierung oder im barrierefreien Bauen. Daher ist in allen Bereichen des Handwerks immer stärker vernetztes Denken gefragt. Die Kraftfahrzeug-, Zweiradmechaniker- und die Elektrohandwerke etwa bündeln derzeit ihre Fachkenntnisse im Hinblick auf das Thema Elektromobilität. Die erfolgreiche Etablierung der E-Mobilität und die Integrierung des Bereichs in das Thema Smart Builder ist nur mit den Kompetenzen des Handwerks umzusetzen. Wer also einen handwerklichen Beruf lernt, der für die Energiewende benötigt wird, muss sich in den kommenden Jahrzehnten aus Sicht des Handwerks keine Sorgen um den Arbeitsplatz machen. Das regionale Handwerk hat dies erkannt und entwickelt derzeit Ausbildungs- und Beratungsangebote weiter.

 

Die öffentliche Debatte hat auch einen zweiten Effekt: Die Mitgliedsbetriebe werden selbst zunehmend mit den Fragen der Energiewende konfrontiert. Dann etwa, wenn Werkstätten saniert oder Geschäftshäuser renoviert werden sollen. Die Statistiken sprechen hier eine deutliche Sprache: Nur rund 0,75 Prozent der Gebäude, so die aktuelle Schätzung, werden derzeit jedes Jahr energetisch saniert. Um die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung zu erreichen, ist jedoch eine Anhebung auf jährlich 2,5 Prozent nötig. Die Mitglieder der Handwerkskammer fühlen sich als Dienstleistungs- und Servicepartner verpflichtet, den Unternehmern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und bieten Kontakt zu Gesprächspartnern an.

 

Der Energieeffizienzberater der Handwerkskammer gehört zum Serviceportfolio der Betriebsberatung: Wichtig ist für den Erfolg der Energiewende, dass Mitgliedsunternehmen im Bereich der Energiebeschaffung, Energieeffizienz, Fördermöglichkeiten, innovativen Technologien sowie Elektromobilität jederzeit Zugriff auf alle relevanten Informationen haben. Welche Technik die richtige ist und welcher Energieträger zum Betrieb passt, auch darüber informiert zum Beispiel die Betriebsberatung. Sie hilft Handwerksbetrieben einerseits beim Aufspüren von Energiefressern. Andererseits zeigt sie Alternativen auf – gerade wenn es um die Anschaffung neuer Anlagen geht, um Effizienzsteigerungen durch Wärmerückgewinnung oder neue Beleuchtungskonzepte.

 

Für Betriebe aus verschiedenen Bereichen ist dies interessant – etwa für Bäckereien, Konditoreien, Fleischereien, Textilreinigungen, Wäschereien, Brauereien, Kfz-Werkstätten, um nur einige zu nennen. Zudem geben die Berater Tipps bei der Suche nach dem richtigen Energielieferanten.

Die Energieeffizienzberatung ist übrigens als Erstberatung konzeptioniert. Darüber hinausgehende Energieeffizienzanalysen sind förderfähig und können teilweise erstattet werden. Auch hier stellt die Handwerkskammer auf Wunsch die entsprechenden Kontakte her.    

 

        

 

Autor

 

Matthias Eberling

Energieeffizienzberater, Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main,

Frankfurt

eberling@hwk-rhein-main.de

 

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