Ressourceneffizienz - Aller Anfang ist schwer

 

Ursachen für die sich abzeichnenden Versorgungsengpässe bei Rohstoffen sind neben tatsächlichen Knappheiten einzelner Rohstoffe auch spekulationsgetriebene Marktentwicklungen und politische Faktoren. Im Ergebnis entstehen erhebliche Preisschwankungen, die gerade kleinere Unternehmen empfindlich treffen. Daher wird es für Unternehmen immer wichtiger, Ressourcen noch effizienter zu managen. Nicht nur vor diesem Hintergrund hat der Begriff Ressourceneffizienz zunehmend an Bedeutung gewonnen. Er geht dabei über die reine Rohstoffverfügbarkeit weit hinaus.

 

Material ist bekanntermaßen der größte Kostenfaktor im produzierenden Gewerbe – der Anteil der Materialkosten lag 2009 bei 43 Prozent. Zum Vergleich: Die bislang häufiger diskutierten Personalkosten liegen bei 20 Prozent. Die Abhängigkeit der Wettbewerbsfähigkeit vom Rohstoffmarkt und seinen Preisschwankungen wird nicht nur offensichtlich, sondern nimmt tendenziell zu. Nach einer DIHK-Umfrage vom Dezember 2011 sehen 96 Prozent der Industrieunternehmen dies mit Sorge.

 

Darin liegt aber auch eine Chance: Denn wer effizient mit Ressourcen umgeht, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil. Ressourceneffizienz zu steigern bedeutet zugleich die Senkung von Energie- und Materialverbrauch bei gleichem oder besserem Output. Nach der Studie „Umsetzung von Ressourceneffizienz-Maßnahmen in KMU und ihre Treiber“ des VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) aus dem Jahr 2011 sehen 84 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen, dass die Einsparpotenziale in der eigenen Branche noch lange nicht ausgeschöpft sind. Jedes zweite Unternehmen kennt inzwischen offensichtlich bereits positive Beispiele aus seinem Umfeld, in dem Ressourceneffizienz-Projekte zu Wettbewerbsvorteilen geführt haben. Schwierig scheint allerdings der Einstieg in solche Projekte zu sein.

 

Kernpunkt eines erfolgreichen effizienten Ressourcenmanagements ist die Betrachtung der gesamten Prozesskette im Unternehmen. Diese reicht von der Produktgestaltung über die Produktion und Materialverarbeitung bis hin zur Abfallentsorgung oder Verwertung der Reststoffe. Dazu gehören auch die mit dem Produkt verbundenen Serviceleistungen. Potenziale der Ressourceneffizienz können beispielsweise durch innovative Technologien, Recycling und Kaskadennutzung, die Optimierung von Produktionsabläufen sowie Materialsubstitution genutzt werden. Das gilt für Unternehmen aller Größen und Branchen. Ein direktes Ergebnis sind Kostensenkungen; Nachhaltigkeit macht die Unternehmen dabei unabhängiger von den Preisschwankungen des Beschaffungsmarktes. Beim Umsetzen von Ressourceneffizienz entwickeln Unternehmen zudem Know-how, Prozesse und gegebenenfalls neue Technologien, die sich unter Umständen sogar weltweit vermarkten lassen. Die VDI ZRE-Erhebung zeigt, dass es in den Unternehmen häufig gar nicht an Motivation fehlt, effizientes Ressourcenmanagement zu betreiben, sondern weitaus öfter an Informationen zum Einstieg.

 

Im gesamten Produktlebensweg, von der Werkstoffherstellung über Produktion und Nutzung bis hin zu Recycling und Beseitigung, können sich Potenziale verbergen. Um Unternehmen dabei zu unterstützen, ein effizientes Ressourcenmanagement zu etablieren, stellt das VDI ZRE Arbeitsmittel zur Verfügung. Sie erleichtern den Unternehmen einen Einstieg in das Thema und die Analyse ihrer Bedürfnisse. Prozessketten-Darstellungen für verschiedene Branchen stellen die Ansatzpunkte entlang der Abläufe im Unternehmen dar. Mit einfachen Ressourcenchecks gelingt eine erste Analyse der Potenziale im Unternehmen, ein Management-Leitfaden dient hierbei als Gebrauchsanweisung.

 

Beim tieferen Einstieg in Projekte können weitere Hilfen erforderlich werden. Hierfür stehen ein Beratungskompass und ein Förderatlas zur Verfügung, um gegebenenfalls externe Kompetenz im passenden Umfeld zu finden und verfügbare Fördermittel zu identifizieren. Alle Arbeits- und Hilfsmittel des VDI ZRE werden mit Fachleuten und Anwendern aus Wirtschaft und Wissenschaft entwickelt – das garantiert Praxisnähe. Ressourcen effizient zu managen ist möglich und bringt wirtschaftliche Vorteile. Dies zeigen viele Beispiele aus der Praxis von Unternehmen, die sich das Thema bereits zu eigen gemacht und es erfolgreich in ihre Unternehmenskultur integriert haben.

 

 

Autor

 

Sascha Hermann

Geschäftsführer, VDI Zentrum
Ressourceneffizienz, Berlin

info@vdi-zre.de

 

IHK WirtschaftsForum

Juli 2012

 

IHK Hessen innovativ

IHK Hessen innovativ

Unsere Newsletter

Umwelt-InfoInnovationsnachrichtenBiotech-NewsletterBIEG-Newsletter

Industrielle Abfallwirtschaft

Industrielle Abfallwirtschaft