Campus Oberhafen
Technologiestandort mit Tradition und Zukunft

Der Campus Oberhafen gehört zu den traditionsreichen Frankfurter Wirtschaftsstandorten. Nahe zum Osthafen gelegen, entwickelte sich hier bereits in den Zwanzigerjahren ein Zentrum der pharmazeutischen Forschung und Produktion. Der Standort wurde zur Heimat zahlreicher industrieller Innovationen, wie zum Beispiel der alternativen Mikrofasern und der ersten Asthmasprays. Inzwischen positioniert sich der Campus als Plattform für in- und ausländische Technologie-Unternehmen.

Frankfurts lange Chemietradition findet im Forschungs- und Entwicklungspark Campus Oberhafen eine moderne Fortsetzung. Bereits 1927 befand sich hier, auf dem früheren, rund sechs Hektar großen Gelände der Degussa – zwischen Daimler-, Weismüller- und Schielestraße, südlich der Hanauer Landstraße – ein wichtiger Standort der pharmazeutischen Produktion. Diese wurde durch Asta Medica bis Anfang dieses Jahrhunderts fortgeführt. Aber aufgrund der Aufsplittung des Konzerns und der Veräußerung der Unternehmensteile verließen viele der ausgegründeten Gesellschaften Frankfurt.

Den Neuanfang wagte 2003 die mg Vermögensverwaltung, Projektentwickler der Metallgesellschaft – und hatte direkt einen wichtigen und mutigen Schritt zu tun: Zentaris, ein Biotech-Spin-off aus der Asta Medica, war im gleichen Jahr von der kanadischen Biotechnologiegruppe Aeterna Laboratories übernommen worden. Für das weitere Wachstum von Zentaris, die Arzneimittel sowie Verfahren für die Hormon- und Tumorforschung entwickeln, war die bisherige Infrastruktur am Standort nicht mehr ausreichend. Die Lösung war ein Neubau auf dem Campus-Gelände. Zentaris erhielt nicht nur einen modernen und eleganten Unternehmenssitz, an dem zur Zeit rund 100 Mitarbeiter beschäftigt sind; die Firma hat auch die Option, direkt neben ihrem Gebäude weitere Flächen zu erschließen.

Dieser Neubau ist ein Beispiel für das Profil und die Ausrichtung des Campus als Biotech-Standort. In der Frankfurter Biotech-Landschaft positioniert sich der Campus zum einen als der Standort für mittelständische Unternehmen, die bereits im Labormaßstab produzieren und die passenden Büros, Forschungs- und Entwicklungslabors suchen. Zum anderen soll der Campus Plattform für ausländische Technologie-Unternehmen sein, die einen Brückenkopf und Startpunkt im europäischen Markt suchen.
 
Standort mit sehr guter Infrastruktur
Die hohe unternehmerische Flexibilität am Campus Oberhafen beruht vor allem auf einer hervorragenden Infrastruktur. So ist er dank seiner Lage direkt an der Autobahn A 661 vom Flughafen Frankfurt in gut 20 Minuten erreichbar. Eigene Einrichtungen wie Heizkraftwerk, Netzersatzanlagen und Gasstationen stellen die Versorgung hinsichtlich Strom, Wärme und technischen Gasen sicher. Hochwertige Laborflächen stehen in vielfältigen Varianten – vom Reinstraum bis zum bezugsfertigen Labor auf Zeit – zur Verfügung. Ein Gebäude ist auf klinische Forschung mit Patientenbetreuung spezialisiert. Die Sicherheitsstufen S1 bis S3 werden erfüllt.

Auch die IT-Infrastruktur ist vorhanden: eine zentrale Telefonanlage und IT-Vernetzung, die auch für Rechenzentren geeignet ist, sowie eine redundante Versorgung mit Weitverkehrsnetzen. Neben einer Campus-Kantine ist außerdem ein Gebäudedienst vorhanden.

Eine Besonderheit ist das Service Framework Campus Oberhafen. Es integriert alle Dienstleistungen, die Unternehmen mit Forschung einschließlich Produktion im Labormaßstab benötigen, zu einem Angebot aus einer Hand. Dies reicht von der Ingangsetzung über Forschung, Produktion bis zu Marketing und Vertrieb. Schwerpunkt des Frameworks ist der Service rund um die Planung, den Bau und den Betrieb von Laboren gemäß den Erfordernissen der Good Manufacturing Practice und anderer gesetzlicher Auflagen. Abgerundet werden diese Kerndienstleistungen mit Qualifizierungsangeboten und Audits. Entscheidend ist, dass die Kunden – Unternehmen mit Laborbetrieb – ihre Energie komplett auf ihr eigentliches Kerngeschäft konzentrieren können. Es wird eng mit der Wirtschaftsförderung Frankfurt und Hessen Biotech zusammengearbeitet.

Das Serviceangebot des Campus, seine Infrastruktur und Lage schaffen eine Grundlage, um Technologieunternehmen, insbesondere aus dem Bereich Biotechnologie, für den Standort Frankfurt zu gewinnen. Mit diesem Profil ist der Campus aber auch interessant für Unternehmen außerhalb der Biotech- und Pharmabranche. So siedelte sich Anfang 2007 die Niederlassung der Unternehmensgruppe Würth an, und auch ein russischer Internet Service Provider ist inzwischen hier ansässig. Diese Ausrichtung wird der Campus Oberhafen in den nächsten Jahren weiter vorantreiben. 


Dr. Kay P. Hradilak
mgw Projektentwicklung
Frankfurt am Main

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September 2007
 

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