Pfanderhebungspflicht und Pfandsystem

Wer pfandpflichtige Einweg-Getränkeflaschen vertreibt, muss diese als pfandpflichtig kennzeichnen und dem Verbraucher bei der Rücknahme das Pfand zurückerstatten. Außerdem ist eine Beteiligung an einem Pfandsystem erforderlich, um auch die vorgeschriebene Verwertung der Flaschen zu gewährleisten.

 

 

pfandpflichtig

nicht pfandpflichtig

 

  • Bier oder Biermischgetränke
  • Wässer
  • Erfrischungsgetränke (Softdrinks)
  • alkoholhaltige Mischgetränke
 
  • Frucht- und Gemüsesäfte oder -nektare
  • Getränke mit mind. 50 Prozent Milcherzeugnissen
  • bestimmte diätetische Getränke
  • Getränkeverpackungen unter 0,1 l bzw. über 3,0 l
  • Wein und Spirituosen
  • ökologisch vorteilhafte Getränkeverpackungen

 

 

 

Pflichten für Hersteller, Importeure und Händler pfandpflichtiger Einweggetränkeverpackungen:

 

 

1. Pfanderhebungspflicht

 

Vertreiber von Einweggetränkeverpackungen müssen bei Vertrieb ihrer Verpackungen Pfand in Höhe von mind. 0,25 € erheben.

 

2. Kennzeichnungspflicht

 

Hersteller und Importeure pfandpflichtiger Getränkeverpackungen müssen diese kennzeichnen. Die Kennzeichnung besteht aus der Pfandkennzeichnung nach DPG und aus einer Artikelnummer (EAN). Das Kennzeichnen ist in Art und Farbe normiert und wird nur von lizenzierten Druckereien vorgenommen.

 

Eine Liste aller lizenzierten Druckereien finden Sie hier

 

Weiter ist zur Identifizierung des vertreibenden Herstellers und seiner in Verkehr gebrachten Getränkeverpackungen eine international gültige Artikelidentifikationsnummer "GTIN" (globale Artikelidentnummer) erforderlich. Die Identifikationsnummer kann bei der GS1 Germany GmbH beantragt werden. 

 

3. Beteiligung an einem Pfandsystem bzw. an einem Recyclingsystem

 

Hersteller und Importeure pfandpflichtiger Einweggetränkeverpackungen müssen am bundesweiten Pfandsystem teilnehmen. Dafür ist eine Registrierung bei der Deutschen Pfandsystem GmbH (DPG) erforderlich.

 

Vertreiber von nicht-pfandpflichtigen Einweggetränkeverpackungen, wie auch ökologisch vorteilhafte Einwegverpackungen, müssen sich an einem Recyclingsystem beteiligen. Die zur Verfügung stehenden Systeme finden Sie auf unserer Informationsseite zur Verpackungsverordnung.
 

4. Rücknahme- und Rückerstattungspflicht für Händler

 

Die restentleerten Getränkeflaschen müssen vom Einzelhandel oder von sonstigen Letztvertreibern zurückgenommen werden. Es müssen nur die Flaschen zurückgenommen werden, die aus Materialarten bestehen, die der Händler auch selbst verkauft. Das Pfand muss zurückerstattet werden. Die Getränkeverpackungen müssen über das Pfandsystem verwertet werden. Die Koordination aller Rücknahme- und Verwertungsvorgänge übernimmt das Pfandsystem.

 

Für Kioske oder sonstige kleine Läden, mit einer Verkaufsfläche unter 200 m2, gelten Sonderbestimmungen! Sie müssen nur die Getränkeverpackungen der Marken zurücknehmen, die sie auch im Sortiment haben!

 

 

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Luise Riedel Innovation und Umwelt
Telefon: 069 2197-1480Fax: 069 2197-1423

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