Der Europäische Emissionshandel

Die dritte Handelsperiode des Europäischen Emissionshandels:

 

Der Emissionshandel setzt finanzielle Anreize zur Verminderung von Klimaschadstoffen. Industrieanlagen, die dem Bundesimmissionsschutzgesetz unterliegen und eine Leistung größer 20 MW haben, sind verpflichtet, sich Verschmutzungsrechte für ihren CO2 Ausstoß zu „erkaufen“.

 

 

Am 1.1.2013 beginnt die dritte Handelsperiode des Europäischen Emissionshandels. Emissionshandelszertifikate werden an emissionshandelspflichtige Anlagen für acht Jahre neu vergeben. Diese berechtigen die Anlagen in der Periode 2013 - 2020 die Menge an Emissionen auszustoßen, für die sie Handelszertifikate vorweisen können.

Emittieren die Anlagen mehr, müssen Emissionszertifikate zugekauft werden. Werden jedoch z.B. durch technologische Maßnahmen Emissionen eingespart, können die überflüssigen Handelszertifikate auf dem Markt verkauft werden.
Die Zertifikate werden u.a. an der Leipziger Energiebörse (EEX) gehandelt.
Der Preis für ein Zertifikat, das zum Ausstoß von 1t CO2 berechtigt, sinkt derzeit kontinuierlich. (Stand: 19.10.2011 = 10,10 €; Stand 21.12.11 = 8,50 €).

Als Folge der Energiewende und der damit verbundenen Verknappung von Zertifikaten werden jedoch Preise bis zu 27 € für ein Zertifikat prognostiziert.

 

Rechtsgrundlagen, die für eine Beantragung von Emissionsberechtigungen entscheidend sind:

 

  1. die EU-Emissionshandels-Richtlinie 2009/29/EG2
     
  2. das Treibhausgas-Emissionshandelsgesetz (TEHG) in der Neufassung vom 27.07.2011
     
  3. die Zuteilungsverordnung 2020 (ZuV) – Grundlage für die dreimonatige Antragsphase für die kostenlose Zertifikatezuteilung.

 

Zuteilung:

 

Anlagenbetreiber müssen die Zuteilung von Zertifikaten beantragen. Dafür haben sie drei Monate Zeit - in dieser Periode bis 23.01.2012. Die Ausgabe von Zertifikaten richtet sich nach den anlagenbezogenen Emissionen.

Für jede Tonne ausgestoßenes Treibhausgas muss der Anlagenbetreiber Berechtigungszertifikate nachweisen. Die Zertifikate werden den Anlagen durch Versteigerung zugeteilt, wenn sie nicht ausnahmsweise kostenlos vergeben werden.

 

Kostenlose Zuteilung:

 

Die Europäische Kommission gibt die Übersicht der Anlagen heraus, denen ausnahmsweise eine kostenlose Zuteilung zusteht. Bei den finanziell bevorzugten Branchenbetrieben (Carbon-Leakage) wird befürchtet, dass höhere Emissionskosten zu einer Verlagerung ins Ausland führen würden. Daher erhalten Betriebe dieser Branchen die Zertifikate kostenlos. Außerdem können „Kleinemittenten“ nach § 27 TEHG eine kostenlose Zuteilung bei der Europäischen Kommission beantragen. Das betrifft Anlagen mit einem Ausstoß von weniger als 25.000 Tonnen CO2-Äquivalente in jedem der Jahre 2008-2010.
 

Versäumen Sie nicht die Drei-Monats-Frist! Ansonsten müssen auch die sogenannten „Carbon-Leakage-Sektoren“ die Zertifikate ersteigern.

 

Vorgehensweise:

 

Anlagenbetreiber müssen die Emissionswerte in die Erfassungssoftware der deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) eintragen.

 

Vergewissern Sie sich auch, dass die gemachten Angaben zu Ihren Emissionen fehlerfrei sind! Die Emissionsberichterstattung wird von einer akkreditierten und zertifizierten Prüfstelle signiert und dann an die DEHSt übermittelt.

 

Der Anlagenbetreiber reicht außerdem den Emissionsbericht online bei der zuständigen Landesbehörde ein. Diese prüft stichprobenartig und übermittelt ihn der DEHSt. Der Zuteilungsbescheid wird dann dem Anlagenbetreiber durch die DEHSt übermittelt.

 

Versteigerung:

 

Alle emissionshandelspflichtigen Anlagen, die nicht als Carbon-Leakage gelten, müssen Zertifikate ersteigern. Die Versteigerung findet wöchentlich an der Leipziger Strombörse statt.

Ab 2013 unterliegen auch Anlagen der Stromerzeugung und CCS Anlagen der Ersteigerungspflicht. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen müssen deshalb für den strom- bzw. wärmeproduzierenden Teil getrennt betrachtet werden.

 

 

Weitere Informationen:

 

Viele wichtige Informationen, insbesondere auch für die Erstzuteilung von Zertifikaten, finden Sie auf den Internetseiten der DEHSt.
 

 

Auflistung der sogenannten Carbon Leakage Betriebe.

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Luise Riedel Innovation und Umwelt
Telefon: 069 2197-1480Fax: 069 2197-1423

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