Trinkwasserverordnung

Bereits in den vergangenen zwei Jahren wurde mehrfach an der Trinkwasserverordnung novelliert. Nach der im Oktober 2012 erfolgten Anpassung der Trinkwasserverordnung muss die erste Untersuchung auf Legionellen nun bis spätestens 31.12.2013 stattfinden. In der Folge müssen die Trinkwasseranlagen im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit alle drei Jahre untersucht werden. Soweit Trinkwasser im Rahmen einer (auch) öffentlichen Tätigkeit abgegeben wird, bleibt es bei einem einjährigen Untersuchungsrhythmus. Die Übermittlungspflicht der Untersuchungsergebnisse (Legionellen) an die Behörden entfiel mit der letzten Novellierung. Sie müssen nur auf Verlangen vorgelegt werden.

 

Änderungen:

verlängerter Untersuchungsturnus:

Wasserversorgungsanlagen, aus denen im Rahmen gewerblicher Tätigkeit Trinkwasser abgegeben wird, müssen mindestens alle drei Jahre untersucht werden.

Im Rahmen einer (auch) öffentlichen Tätigkeit muss weiterhin jährlich untersucht werden.

Schonfrist:

Die Untersuchung muss erst zum 31.12.2013 abgeschlossen sein.

Meldung:

Die Anzeige an das Gesundheitsamt muss nur noch im Falle einer Überschreitung der Grenzwerte erfolgen.

 

Allgemeines zur Trinkwasserverordnung:

 

Die Trinkwasserverordnung dient dem Schutz des Trinkwassers vor Krankheitserregern und Schadstoffen. Sie stellt Anforderungen an die Reinheit von Trinkwasser. Die Verordnung regelt die Abgabe von Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit sowie im Rahmen einer öffentlichen Tätigkeit.

 

Wichtige Inhalte der Trinkwasserverordnung sind:

  • Einführung eines Grenzwertes für Uran von 10 µg/l (WHO-Leitwert: 15 µg/l)
  • Senkung des Grenzwertes für Cadmium auf 3 µg/l
  • Inkrafttreten des Grenzwertes für Blei (10 µg/l) ab dem 1. Dezember 2013
  • Minimierungsgebot für sämtliche Mikroorganismen, die das Trinkwasser verunreinigen oder seine Beschaffenheit maßgeblich beeinflussen.
  • Untersuchung von Trinkwasseranlagen auf Legionellen: Grenzwert: 100 Legionellen auf 100 ml Wasser


Welche Anlagen fallen unter die Untersuchungspflicht?

 

Meldung nach § 13 Abs. 1 Nr. 5 TrinkWVO

 

Unternehmen müssen den Betrieb von "Großanlagen zur Trinkwassererwärmung" dem Gesundheitsamt anzeigen.
Anzeigepflichtig sind Großanlagen, in denen es zu einer Vernebelung von Trinkwasser z. B. über Duschen kommen kann. Unter diese Definition fallen z.B. Anlagen in Mehrfamilien- und Miethäusern, Hotels oder auch anderen Gewerbebetrieben. Ob die Mitarbeiterduschen in Werkstätten auch unter die Untersuchungspflicht fallen, ist umstritten. Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass nur Anlagen darunter fallen, die einen direkten Bezug zur gewerblichen Tätigkeit aufweisen. So z.B. Duschen in Fitnessstudios. Duschen für Mitarbeiter fallen demnach nicht darunter. Da aber für die Überwachung der Untersuchungspflicht die Gesundheitsämter zuständig sind, sollten Unternehmer eigenverantowrtlich beim zuständigen Gesundheitsamt erfragen, wie diese die Regelung auslegen.
Ausgenommen sind selbst bewohnte Eigenheime sowie Ein- und Zweifamilienhäuser.

 

Großanlagen = Anlagen gemäß DVGW Arbeitsblatt W 551 mit einem zentralen Wasserwärmespeicher von mehr als 400 Litern und/oder einem Leitungsinhalt von mehr als 3 Litern in jeder Rohrleitung zwischen dem Abgang des Trinkwassererwärmers und der Entnahmestelle (Zirkulationsleitungen werden dabei nicht berücksichtigt.)

(siehe auch Merkblatt zur Verordnung!)

 

Legionellenuntersuchung nach § 15 Abs. 4 TrinkwasserVO:

Darüber hinaus sind Unternehmer verpflichtet, die Trinkwasser im Rahmen einer gewerblichen oder öffentlichen Tätigkeit abgeben, Untersuchungen des Wassers auf Legionellen durchzuführen. Die Untersuchung muss jährlich erfolgen.

In Gewerbebetrieben sind das z. B. die Trinkwasseranlagen, die Duschen und andere Anlagen, bei denen es zu einer Vernebelung von Trinkwasser kommt, mit warmem Wasser versorgen (Fitnessstudios, Hotels, Altenheime, Vermietung von Wohnungen etc.).

Die Untersuchung ist auch Pflicht, wenn es sich um die Abgabe von Wasser im Rahmen einer Dienstleistung, z. B. für andere Unternehmen in einem Gewerbepark, handelt.

 

Untersuchungsstellen für Trinkwasseranlagen in Hessen finden Sie hier als Liste.

 

Das letzte Wort hat das Gesundheitsamt!

 

Aufgrund regionaler Sonderbestimmungen vergewissern Sie sich immer auch beim zuständigen Gesundheitsamt:

 

Amt für Gesundheit

Breite Gasse 28

60313 Frankfurt am Main

 

Telefon:  +49 (0)69 212-33970

Telefax:  +49 (0)69 212-30415

 

Weitere Informationen:

 

Informationsseite zur Trinkwasserverordnung

Text der Trinkwasserverordnung 2011

Zu den genehmigten Aufbereitungsstoffen für Trinkwasseranlagen

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Luise Riedel Innovation und Umwelt
Telefon: 069 2197-1480Fax: 069 2197-1423

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