Ägypten - Außenhandelspraxis

Kooperationsdatenbanken im Internet

Die Deutsch-Arabische IHK in Kairo bietet mit dem "Middle East Trade Center" eine Online-Kooperationsdatenbank an. Im sog. "Metrace" kann kostenlos nach potenziellen Kooperationspartnern aus Ägypten, Jordanien, dem Libanon, Syrien und Deutschland recherchiert werden, die Interesse am Auf- und Ausbau des internationalen Geschäftes haben. Insgesamt sind fast 2.800 Unternehmen gespreichert.
Die Amerikanische Handelskammer in Ägypten offeriert mit dem "Business Matchmaking" (BMM) einen ähnlichen kostenlosen Service.


Arabische Länder: Visa-Service der Ghorfa

Die Arabisch-Deutsche Vereinigung für Handel und Industrie e. V. (Ghorfa) bietet ihren Mitgliedern und Geschäftsreisenden in die arabischen Länder ab April einen Visa-Service an. Dieser umfasst die Zusendung der Visaformulare und der Richtlinien der jeweiligen Botschaften sowie nach Erhalt des Reisepasses und der ausgefüllten Formulare auch die Besorgung der Visa. Die Bearbeitungszeit beträgt je nach Richtlinie der Botschaft zwischen drei und fünf Werktagen. Zusätzlich zu den Gebühren der Botschaften erhebt die Ghorfa eine Servicegebühr von 40,- Euro (25 Euro für Mitglieder).
Nähere Auskünfte erteilt die Ghorfa: Tel.: 030 278907-24/25 und ghorfa@ghorfa.de

Assoziationsabkommen

Inkrafttreten von gegenseitigen Zollpräferenzen mit 1. Januar 2004

Laut Mitteilung im ABlEG Nr. L 345 vom 31. Dezember 2003 ist ab 1. Januar 2004 der Handelsteil des Assoziationsabkommens EG-Ägypten anwendbar. Die Veröffentlichung des Abkommens selbst erfolgte bereits in ABlEG Nr. C 304E vom 30. Oktober 2001. Das Abkommen sieht einen stufenweisen Zollabbau für Ursprungswaren der EG bzw. Ägyptens vor. Die Bestimmungen über den Warenursprung sind im Protokoll Nr. 4 samt Anlagen des Abkommens enthalten und entsprechen im Wesentlichen den in den meisten anderen Präferenzabkommen enthaltenen Ursprungsbestimmungen.

Wesentlichste Besonderheiten

Die Ursprungsregeln dieses Abkommens folgen dem System der paneuropäischen Kumulierung, allerdings ist nur bilaterale Kumulierung zulässig. Als drittländisch gelten daher alle anderen Länder als die EG und Ägypten. Für EG-Ursprungserzeugnisse ist bei einer Einfuhr in die EG keine Präferenz möglich.

Präferenznachweise

Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 und Erklärung auf der Rechnung (mit Möglichkeit des Ermächtigten Ausführers). Der Text der Ursprungserklärung auf der Rechnung ist wie bei den Europa Abkommen. Gültigkeit: 4 Monate

Wertgrenzen

  •  Privateinfuhren durch Reisende: 1200 EURO
  •  Private Sendungen: 500 EURO
  •  Erklärung auf der Rechnung: 6000 EURO

Übergangsregelung

Ursprungswaren des Abkommens EG-Ägypten, die sich am 1. Januar 2004 auf dem Transport, in vorübergehender Verwahrung, einem Zolllager oder in einer Zollfreizone befinden, können die Begünstigungen des Abkommens erhalten, wenn den Zollbehörden bis zum 30. April 2004 eine nachträglich ausgestellte Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 sowie Unterlagen zum Nachweis der unmittelbaren Beförderung vorgelegt werden.

Zollrückvergütung: Das Verbot der Zollrückvergütung gilt erst ab 2010.

Listenregeln

Anlage II enthält für sämtliche Waren die dauerhaft geltenden Ursprungsregeln, die allerdings bei den Warenpositionen HS 3205, 3301, 3303, 3304, 8415, 8501, 8528, ex 8712 (Fahrräder, ohne Kugellager), 8714 und 8716 für 3 Jahre ab Inkrafttreten des Abkommens durch die in Anlage IIa enthaltenen Ursprungsregeln verdrängt werden.

Kumulierung: Bilateral mit Ursprungsvormaterialien der EG bzw. Ägyptens.

 

Herstellungsvoraussetzungen

Eine 10% Toleranzregel für drittländische Vormaterialien wurde eingeführt. Sie gilt aber nicht für Erzeugnisse der Kapitel 50-63.



Quelle: Newsletter der österreichischen Zollverwaltung vom 08.01.04