ASEAN

ASEAN Snapshot 2020

 

Der ASEAN Snapshot 2020 liefert geballte wirtschaftliche Fakten zu den sieben wichtigsten Volkswirtschaften innerhalb der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) und zu ihren Beziehungen mit Deutschland. Übersichtliche Tabellen, Info-Grafiken und knappe Texte versprechen einen schnellen Überblick über diese vielfältige Region, Mit der dritten Ausgabe des Snapshots möchten die Deutschen Auslandshandelskammern von Indonesien, Malaysia, Myanmar, den Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam (AHK ASEAN) auf die zahlreichen Geschäftsmöglichkeiten aufmerksam machen, die der südostasiatische Wirtschaftsraum bietet.

 

Allgemeine Informationen 

 

1967 wurde in Bangkok die "Association of South-East-Asian Nations", kurz: ASEAN, von den Ländern Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand gegründet. Heute umfasst der Staatenbund seit dem Beitritt von Brunei, Vietnam, Myanmar, Laos und Kambodscha insgesamt zehn Mitgliedsländer. Die südostasiatische Gemeinschaft hat nicht nur maßgeblich zur Entwicklung der politischen Stabilität ihrer Mitgliedsländer und somit der gesamten Region beigetragen. In den letzten Jahren wurde insbesondere auch auf wirtschaftlicher Ebene vieles in die Wege geleitet.

 

Die wirtschaftliche Säule der Staatengemeinschaft, die ASEAN Economic Community (AEC), ist zum 31.12.2015 mit dem Ziel gestartet, die wirtschaftliche Integration der Mitgliedsstaaten weiter voranzutreiben und einen gemeinsamen Binnenmarkt zu schaffen, der den freien Verkehr von Gütern, Dienstleistungen, Kapital und Arbeitnehmern ermöglicht. So wurden bereits knapp 99% aller Handelszölle zwischen den ASEAN-Staaten abgeschafft. Bis 2025 haben sich die ASEAN-Staaten weitere, ambitionierte Integrationsziele gesetzt, beispielsweise bei der Reduzierung von nicht-tarifären Handelshemmnissen oder der Förderung des E-Commerce.

 

ASEAN hat in den letzten Jahren Freihandelsabkommen mit China, Indien, Japan, Korea, Australien und Neuseeland abgeschlossen. Diese Länder – mit Ausnahme von Indien – haben zudem im November 2020 das weltgrößte Freihandelsabkommen RCEP (Regional Comprehensive Economic Partnership) unterzeichnet. RCEP sieht einen weitgehenden Zollabbau zwischen den 15 Asien-Pazifik-Ländern vor und umfasst Regelungen zu technischen Standards, Investitionen, Dienstleistungen und mehr. Die Verträge müssen erst von den einzelnen Ländern ratifiziert werden, bevor sie in Kraft treten.

Die Europäische Union und ASEAN haben zwar ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen vorerst unterbrochen, allerdings ist im November 2019 ein bilaterales Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem ASEAN-Mitgliedsstaat Singapur in Kraft getreten. Ein weiteres Freihandelsabkommen zwischen der EU und Vietnam ist seit August 2020 in Kraft. Die vier ASEAN-Staaten Singapur, Malaysia, Brunei und Vietnam sind außerdem Teil des Comprehensive and Progressive Agreement for Trans-Pacific Partnership (CPTPP) […]


Die Chancen für deutsche Unternehmen auf den Märkten Südostasiens sind vielfältig und Erfolg versprechend. ASEAN ist mit einer Bevölkerung von knapp 650 Millionen Einwohnern einer der größten Wirtschaftsräume Asiens - und einer der am schnellsten wachsenden Märkte weltweit. Der Anteil am Welthandel lag 2019 bei 7,5%; nach China, USA und Deutschland sind die ASEAN-Staaten somit zusammengenommen die viertgrößte Handelsmacht der Welt.

 

Das gemeinsame Bruttoinlandsprodukt betrug 2019 rund 3,1 Billionen US-Dollar, die Wachstumsrate lag bei 4,8%. Trotz politischer, wirtschaftlicher, ethnischer und religiöser Unterschiede haben es die ASEAN-Staaten geschafft, eine engere Kooperation immer weiter anzutreiben. Auch dadurch hat die Attraktivität der Märkte Südostasien für deutsche – und hessische – Produkte in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die deutschen Ausfuhren beliefen sich 2019 auf 27,8 Milliarden Euro. Die deutschen Einfuhren aus der Region beliefen sich auf 40,6 Milliarden Euro. Auch für unsere hessischen Unternehmen sind die südostasiatischen Märkte beliebter Absatzmarkt. Seit 2011 Jahren liegen die hessischen Ausfuhren nach ASEAN konstant bei über einer Milliarde Euro (2019: 1,2 Mrd. Euro).


Die voranschreitende Integration der Volkswirtschaften machen Südostasien nicht nur als attraktiven Absatzmarkt interessant, auch Investoren können vom Regionalisierungsprozess profitieren. Von der Produktion im Niedriglohnsektor über die Beteiligung an international finanzierten Infrastrukturprojekten bis hin zu High-Tech-Produktion und Spitzenforschung: Die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen der ASEAN-Staaten ermöglichen Synergieeffekte und eröffnen neue Chancen in den Wachstumsmärkten Südostasiens.

 

 

gtai: Daten und Fakten zu ASEAN

Anmerkung: Die Informationen können je nach Umfang kostenfrei oder kostenpflichtig heruntergeladen werden. Mitgliedsunternehmen der IHK Frankfurt können ausgewählte Dokumente auch über den IHK Länderreferenten anfordern. Diese IHK-Dienstleistung ist kostenfrei.