ASEAN

1967 wurde in Bangkok die "Association of South-East-Asian Nations", kurz: ASEAN, von den Ländern Indonesien, Malaysia, Philippinen, Singapur und Thailand gegründet. Heute umfasst der Staatenbund seit dem Beitritt von Brunei, Vietnam, Myanmar, Laos und Kambodscha insgesamt zehn Mitgliedsländer. Die südostasiatische Gemeinschaft hat nicht nur maßgeblich zur Entwicklung der politischen Stabilität ihrer Mitgliedsländer und somit der gesamten Region beigetragen. In den letzten Jahren wurde insbesondere auch auf wirtschaftlicher Ebene vieles in die Wege geleitet.

 

Ein neuer Meilenstein ist die ASEAN Economic Community (AEC), die zum 31.12.15 offiziell gestartetet ist. Sie besteht von Anfang an aus allen zehn ASEAN-Mitgliedsländern. Zum Stichtag können innerhalb von Indonesien, Thailand, Malaysia, Singapur, Brunei Darussalam und den Philippinen,- den sogenannten "ASEAN-6" - grundsätzlich sämtliche Güter zollfrei gehandelt werden. Die weiteren vier weniger entwickelten Volkswirtschaften erhalten eine Übergangsfrist von zusätzlichen drei Jahren. Nichttarifäre Handelshemmnisse werden jedoch auch nach dem  31.12.15 fortbestehen.

Die Europäische Union und ASEAN haben zwar ihre Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen vorerst unterbrochen. Aber schon jetzt bestehen Freihandelsabkommen von ASEAN mit China, Indien, Japan, Korea und Neuseeland. Einzelne ASEAN Staaten werden Teil der Trans Pacific Partnership (TPP) sein. Hiermit erschliessen sich auch deutschen Unternehmen große Märkte und Wirtschaftsräume weit über nationale und regionale Grenzen hinweg.


Die Chancen für deutsche Unternehmen auf den Märkten Südostasiens sind vielfältig und Erfolg versprechend. ASEAN ist mit einer Bevölkerung von über 625 Millionen Einwohnern einer der größten Wirtschaftsräume Asiens - und einer der am schnellsten wachsenden Märkte weltweit. Der Anteil am Welthandel liegt derzeit bei 6% und damit bereits vor Indien und knapp hinter China.

 

Das gemeinsame Bruttoinlandsprodukt betrug 2014 rund 2.574 Milliarden US-Dollar, das durchschnittliche Wirtschaftswachstum lag bei 4,78 %. Trotz politischer, wirtschaftlicher, ethnischer und religiöser Unterschiede haben es die ASEAN-Staaten geschafft, eine engere Kooperation immer weiter anzutreiben. Auch dadurch hat die Attraktivität der Märkte Südostasien für deutsche – und hessische – Produkte in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die deutschen Ausfuhren beliefen sich 2014 auf 22,5 Milliarden Euro. Die deutschen Einfuhren aus der Region stiegen auf 29 Milliarden Euro. Auch für unsere hessischen Unternehmen sind die südostasiatischen Märkte beliebter Absatzmarkt. Seit 3 Jahren liegen die hessischen Ausfuhren nach ASEAN bei fast konstant einer Milliarde Euro. 


Die voranschreitende Integration der Volkswirtschaften machen Südostasien nicht nur als attraktiven Absatzmarkt interessant, auch Investoren können vom Regionalisierungsprozess profitieren. Von der Produktion im Niedriglohnsektor über die Beteiligung an international finanzierten Infrastrukturprojekten bis hin zu High-Tech-Produktion und Spitzenforschung: Die unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen der ASEAN-Staaten ermöglichen Synergieeffekte und eröffnen neue Chancen in den Wachstumsmärkten Südostasiens.

 

gtai: Daten und Fakten zu ASEAN

Anmerkung: Die Informationen können je nach Umfang kostenfrei oder kostenpflichtig heruntergeladen werden. Mitgliedsunternehmen der IHK Frankfurt können ausgewählte Dokumente auch über den IHK Länderreferenten anfordern. Diese IHK-Dienstleistung ist kostenfrei.