Länderinfo - Iran

AKTUELLES:

 

Update zum Iran-Geschäft 

 

Nach der einseitigen Aufkündigung des Atomabkommens durch US-Präsident Trump am 8. Mai 2018 haben die USA zum 7. August und 5. November 2018 wieder umfassende Sanktionen gegen Iran eingeführt. Mit dem Inkrafttreten der US-Sanktionen ab dem 5. November wird das iranische Öl- und Gasgeschäft sanktioniert. Was deutsche Unternehmen jetzt beachten sollten, hat der Deutsche Industrie- und Handelskammertag in einem DIHK Fact Sheet 2.0 zusammengefasst.

 

Iran-Atomabkommen

 

Im Juni 2015 einigten sich Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China, Russland und die USA (E3+3 Gruppe) mit Iran darauf, das iranische Atomprogramm beizulegen. Der Iran stimmte der Kontrolle durch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) zu, woraufhin Sanktionen seitens der UN, der EU und der USA seit dem Januar 2016 gelockert wurden. Das Abkommen stimmte auch die deutsche Wirtschaft positiv: Der Investitionsbedarf in Iran wurde mit rund einer Billion US-Dollar bis zum Jahr 2025 beziffert. 

 

Der deutsch-iranische Handel ist seit der Lockerung der Sanktionen um 42 Prozent auf 3,4 Mrd.  Euro gestiegen. 2017 setzte die deutsche Wirtschaft Waren im Wert von 3 Mrd. Euro in Iran ab – ein Zuwachs von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zahlreiche deutsche Unternehmen haben ihre Repräsentanzen in Iran wiedereröffnet, vertreiben ihre Produkte auf dem iranischen Markt und planen bzw. planten Investitionen mit iranischen Joint-Venture-Partnern. Die iranische Wirtschaft ist im letzten Jahr um mehr als 4 Prozent gewachsen - angesichts steigender Bevölkerungszahlen mit einem sehr hohen Anteil junger Menschen eine wichtige Voraussetzung zur dringend notwendigen Schaffung neuer Arbeitsplätze vor Ort.

 

Am 8. Mai 2018 hat US-Präsident Donald Trump den Ausstieg der USA aus dem Iran-Atomabkommen (Joint Comprehensive Plan of Action - JCPOA) und das Wiedereinsetzen der US-Sanktionen verkündet. Die allgemeine Begründung war, das JCPOA habe wirksame Wirtschaftssanktionen gegen schwache Einschränkungen des iranischen Atomprogramms getauscht, spezifische Kritikpunkte waren u.a. die Sunset-Klauseln, ein schwacher Überwachungsmechanismus sowie die fehlenden Einschränkungen der ballistischen Raketentests. 
 
Zu den wieder in Kraft tretenden US-Sanktionen die auf wichtige Sektoren der iranischen Wirtschaft - wie z.B. der Energie, Petrochemie oder Finanzen - abzielen, wurde ein Fact Sheet veröffentlicht. Unternehmen oder Personen, die im Iran Geschäfte machen, hätten in einem Übergangs-Zeitraum von 90 bzw. 180 Tagen die Möglichkeit, diese abzuwickeln. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) hat bereits die Guidelines und FAQs zu den Iran-Sanktionen aktualisiert. 
 
In den anliegenden FAQ des OFAC wird expliziert auch Nicht-US-Bürger geraten, ihr Iran-Geschäft zu beenden, weil diese nach Ablauf der Übergangsfristen dem US-Sanktionsrecht unterfallen würden. Außerdem hat der neue US-Botschafter in Deutschland Ric Grenell gewarnt, dass deutsche Unternehmen ihre Geschäfte sofort abwickeln sollten. 
 
Der DIHK ist in engem Kontakt mit dem BAFA und dem BMWi sowie dem Delegiertenbüro der Deutschen Wirtschaft in Washington und der Delegierten der Deutschen Wirtschaft in Iran um die Einholung aktueller Informationen und die Wahrnehmung der deutschen Interessen bemüht.
 


BASISINFOS:

 

Länderinformationen, Reisehinweise und Konsulatsadressen
​Länderseite Iran des Auswärtigen Amtes (AA)

Iranische Konsulate in Deutschland (AA)


Wirtschaftliche und rechtliche Informationen zum iranischen Markt

Länderportal Iran von Germany Trade & Invest

Anmerkung: Die Informationen können je nach Umfang kostenfrei oder kostenpflichtig heruntergeladen werden. Mitgliedsunternehmen der IHK Frankfurt können ausgewählte Dokumente auch über den IHK Länderreferenten anfordern. Diese IHK-Dienstleistung ist kostenfrei.

 

 

KONTAKT:

 

Deutsch-Iranische Industrie- und Handelskammer (AHK)

Die AHK Iran ist Ihr Ansprechpartner vor Ort zu allen Fragen der Markterschließung und Marktbearbeitung. Die Dienstleistungen reichen von der kostenfreien Erstauskunft bis zur umfangreichen und daher kostenpflichtigen Marktstudie oder Geschäftspartnervermittlung. Hessische mittelständische Unternehmen können für diese kostenpflichtigen Dienstleistungen eine Förderung beantragen über das Programm länderspezifische Marktberatung Hessen.

Amt zur Unterstützung ausländischer Investoren

Das Generalkonsulat der Islamischen Republik Iran in Frankfurt teilt mit, dass ein Amt zur Unterstützung ausländischer Investoren sowie Iraner mit ausländischem Wohnsitz in der Provinz Fars etabliert wurde. Dieses Amt wurde geschaffen, um Investoren Informationen zur Verfügung zu stellen. Die Investitionen können in verschiedenen wirtschaftlichen Sektoren gemacht werden, um so eine bessere wirtschaftliche Zusammenarbeit mit deutschen Unternehmen und der deutschen Wirtschaft zu schaffen.

Tel. +98 711-2335239

Fax: +98 711-2335279

IR_IAS@Hotmail.com