Märkte der MENA-Region im Fokus
Vielfältige Geschäftschancen für Exporteure, Dienstleister und Investoren

Der Nahe und Mittlere Osten sowie Nordafrika, kurz MENA, zählt derzeit zu den dynamischsten Regionen der Weltwirtschaft. Aufgrund der schwierigen politischen Großwetterlage werden die exzellenten Geschäftsmöglichkeiten in vielen Ländern der Region vor allem von kleinen und mittleren Unternehmen noch nicht ausreichend wahrgenommen und ausgeschöpft.

Die arabischen Golfstaaten investieren weiterhin massiv, vor allem in den Dienstleistungs- und Tourismussektor. Ganze Städte und Ferieninseln werden neu errichtet. Aber auch in den anderen MENA-Märkten ergeben sich vielfältige
Geschäftsmöglichkeiten, zumal sich die Rahmenbedingungen und die rechtlichen Grundlagen für ein Engagement in den meisten Ländern deutlich verbessert haben. Hierzu einige Beispiele.

Maghrebländer wie Algerien, aber auch der Nachbar Libyen, können mit hohen Exporteinnahmen der Öl- und Gaswirtschaft ihre Volkswirtschaften umfassend modernisieren. So hat die algerische Regierung unlängst ihre Investitionsprogramme bis 2009 auf insgesamt 140 Milliarden US-Dollar aufgestockt. Sie umfassen umfangreiche Maßnahmen zur Modernisierung der Wirtschaft, den Auf- und Ausbau der Infrastruktur sowie die Verbesserung der Lebensverhältnisse der stetig wachsenden Bevölkerung von derzeit 34 Millionen Menschen. Im Detail verteilen sich die geplanten Investitionen auf die Wasser- und Abwasserwirtschaft, die Stromversorgung, den Ausbau des Straßen- und Schienennetzes, von Häfen und Flughafen, den Wohnungsbau, die Errichtung von Krankenhäusern, Schulen, Universitäten und sonstigen Forschungseinrichtungen.

Auch Ägypten ist seit 2004 wieder auf Wachstumskurs, im vergangenen Jahr stieg das BIP um knapp sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Motor der ägyptischen Wirtschaft ist der Außenhandel. Die EU ist mit Abstand wichtigster Handelspartner mit Deutschland als Hauptlieferant. Geschäftsmöglichkeiten für Exporteure bieten sich vor allem in den Branchen Chemie und Petrochemie, Erdgasförderung, Bauwirtschaft, Maschinenbau, Elektro-, Umwelt- und Energietechnik, Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Gesundheit.

Israel ist ein herausragender Standort für Spitzentechnologie und Forschung in der MENA-Region. Israel investiert rund vier Prozent seines BIP in Forschung und Entwicklung und gehört damit zur absoluten Weltspitze. Dieses hohe technologische Niveau spiegeln auch die deutsch-israelischen Warenlieferungen wider, die in beide Richtungen durch einen hohen Anteil von Hightech-Produkten gekennzeichnet sind. Seit 2004 steigt das BIP kontinuierlich mit Wachstumsraten von über vier Prozent.

Der Spielraum für Großprojekte aller Art ist durch die steigenden Erdöleinnahmen in der MENA-Region insgesamt deutlich gewachsen. Projektdurchführung und Finanzierung haben gegenüber früheren Zeiten an Gewicht gewonnen. Deutsche Unternehmen und Finanzinstitutionen, die ein mittel- oder langfristiges Engagement in der MENA-Region anstreben, können auf unterschiedlichste Finanzierungsmodelle zurückgreifen. Diese reichen von der bekannten Hermesdeckung bis zu komplexen Projektfinanzierungen. Hinzu kommen spezifische islamische Finanzierungsinstrumente. Die rechtlichen Rahmenbedingungen für ausländische Investoren und Lieferanten sind transparenter geworden. Eine gründliche Vorbereitung auf die jeweiligen Landesgesetze ist aber unabdingbar. 
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IHK WirtschaftsForum
September 2007