Saudi-Arabien: Treibende Kraft am Arabischen Golf
Großprojekte sichern langfristig die Nachfrage nach internationalen Partnern

Saudi-Arabien ist das bevölkerungsreichste und wirtschaftlich stärkste Land des Mittleren Ostens und verfügt über ein Viertel der weltweiten Erdölreserven. Aufgrund der hohen Ölpreise konnte das Königreich gerade in den vergangenen Jahren ein überdurchschnittlich hohes Wachstum verzeichnen. Auch die Nicht-Öl-Sektoren konnten im Jahr 2006 um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegen. Die gut gefüllten Kassen bieten derzeit eine ideale Grundlage für dringend benötigte Projekte in fast allen Branchen des Landes.

Geld fließt derzeit schneller ins Land, als es wieder ausgegeben werden kann. Dies kommt sowohl der Förderung der Wirtschaft als auch der Konsolidierung des Haushaltes zugute. Und eine weitere Steigerung ist beabsichtigt.

Der Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO) zum Jahresende 2005 markierte einen wichtigen Schritt zur Integration Saudi-Arabiens in die internationalen Märkte und somit eine weitere Öffnung des Landes. In diesem Zuge wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen zugunsten internationaler Investoren erheblich abgeändert. Seitdem können ausländische Unternehmen in vielen Bereichen ohne einheimischen Partner direkt tätig werden. Darüber hinaus wurde die Negativliste, eine Auflistung von Sektoren, die für ausländische Investoren noch verschlossen sind, um einige Bereiche reduziert und bürokratische Hürden wurden abgebaut. Im vergangenen Jahr wurde zudem das Geschäftsklima im Königreich von der Weltbank für das beste der Region erklärt.

Aktuelle Pläne berücksichtigen ein Gesamtinvestitionsvolumen von 624 Milliarden US-Dollar für die nächsten 15 Jahre. Ein Großteil hiervon ist für den Bausektor vorgesehen. Gerade in der aufstrebenden und boomenden Volkswirtschaft Saudi-Arabien ist dieser Bereich sehr eng mit anderen Zweigen der Wirtschaft verbunden. Großer Nachholbedarf besteht im Bildungssektor. Die Kapazitäten müssen hier sowohl wegen der wachsenden Bevölkerung als auch mit Blick auf die neuen Anforderungen des Arbeitsmarktes deutlich ausgeweitet werden. Ähnliches gilt für den Wohnungsbau, der in den vergangenen Jahren mit dem Bevölkerungswachstum nicht mitgehalten hat.

Hohe Investitionen sind weiterhin für den Ausbau des petrochemischen Sektors geplant. Nachdem sich das Land in den letzten 20 Jahren von einem Netto-Importeur zu einem der weltweit führenden Exporteure gewandelt hat, ist eine Verdoppelung der derzeitigen Förderungskapazität bis 2015 avisiert. Voraussetzung der Entwicklung des petrochemischen Sektors ist die weitere Erschließung und Förderung natürlicher Gase. Auch hier stehen massive Investitionen an. Der Ausbau des Elektrizitäts- und Wassersektors stellt eine weitere große Herausforderung der nächsten Jahre dar. Strategisches Ziel der saudi-arabischen Stromwirtschaft ist und bleibt die hundertprozentige Versorgung aller Bürger mit verlässlicher und effizient produzierter elektrischer Energie.

Eine der jüngsten Entwicklungen im Wassersektor ist eine Neuformulierung der Wasserpolitik, verbunden mit erheblichen Investitionen der Privatwirtschaft zur Modernisierung und zum Ausbau des Wasser- und Abwassernetzes. Weitere Sektoren werden von den steigenden Investitionen profitieren.

Das Königreich hat sich viel vorgenommen: Eine Fülle von Großprojekten wird auf viele Jahre die Nachfrage nach internationalen Partnern sichern. Auch kleine und mittelständische Unternehmen können über Kooperationen mit lokalen Partnern in den größten Wachstumsmarkt der Region einsteigen.

Anbieter von spezialisierten Leistungen stoßen auf reges Interesse seitens der saudi-arabischen Wirtschaft. Deren Rahmenbedingungen sind exzellent: Die Erdöleinnahmen steigen weiter, die Inflationsraten sind niedrig und das Klima ist generell investitionsfreundlich. In Kombination mit einem Bevölkerungswachstum von mehr als drei Prozent werden diese Faktoren die Wachstumsraten auf mittlere Frist konstant hoch halten.

Ein Engagement deutscher Unternehmen auf dem saudi-arabischen Markt ist sehr hoch angesehen und sowohl von offizieller als auch von unternehmerischer Seite ausdrücklich erwünscht. Die Chancen, die sich bereits heute innerhalb der verschiedensten Sektoren bieten, sind enorm. Beim Auf- und Ausbau des Saudi-Arabien-Geschäfts hilft seit mittlerweile 28 Jahren die Deutsche Auslandshandelskammer in Riad. Das Angebot reicht von der Beratung zum Markteinstieg über rechtliche Rahmenbedingungen bis zur Vorauswahl möglicher Geschäftspartner.    


Gerd M. Doepner
Delegierter der Deutschen Wirtschaft
German Saudi Arabian Liaison Office for Economic Affairs (Gesalo)
Riad


Hessen meets the Middle East and North Africa
Veranstaltungsreihe der hessischen IHKs vom 17. bis 28. September

Im Fokus der diesjährigen Veranstaltungsreihe „Hessen meets“ stehen die Märkte der Mena-Region. Als unmittelbare Nachbarregion Europas ist der Nahe und Mittlere Osten sowie Nordafrika, kurz Mena, ein zunehmend wichtiger Partner für deutsche Exporteure und Investoren. Steigende Einnahmen aus Ölexporten haben die finanziellen Spielräume in den Förderländern der Region erweitert und bieten der deutschen Wirtschaft gute Geschäftschancen. Vom 17. bis 28. September stellen hessenweit 14 Veranstaltungen das Potenzial einzelner Märkte und die spezifischen Rahmenbedingungen für ein Engagement vor. Das Angebot reicht von umfassenden Wirtschaftstagen, zum Beispiel zu den Golfstaaten, über Fach- und Branchenveranstaltungen zu den Themen Projektfinanzierung, Bauwirtschaft oder Textilindustrie bis zum interkulturellen Seminar.
Die Veranstaltungen richten sich sowohl an Unternehmen mit Mena-Erfahrung als auch an solche, die ihre Marktchancen in der Region erst sondieren möchten. Eine Vielzahl der Referenten wird für diese Veranstaltungsreihe aus Algier, Kairo oder Dubai anreisen. Die Termine:
  • 17. September Auftaktveranstaltung, IHK Kassel
  • 18. September Iran – Marktchancen für deutsche Exporteure, IHK Darmstadt
  • 18. September Absatzmarkt Ägypten, IHK Dillenburg
  • 18. September Infrastrukturprojekte in Algerien, IHK Frankfurt
  • 19. September Wirtschaftstag Israel, IHK Frankfurt
  • 19. September Wirtschaftstag Libyen, IHK Fulda
  • 20. September Projektfinanzierung in der Mena-Region, IHK Frankfurt
  • 20. September Erfolgreiche Kommunikation mit arabischen
    Geschäftspartnern, IHK Offenbach
  • 21. September Wirtschaftspartner Pakistan – mehr als ein Textilstandort, IHK Hanau
  • 24. September Tunesien, Algerien, Marokko – Markteinstieg in Nordafrika, IHK Kassel
  • 24. September Ländertag Türkei, IHK Limburg
  • 24. September Wirtschaftstag Golfstaaten, IHK Wiesbaden
  • 25. September Bauwirtschaft in der Mena-Region, IHK Gießen
  • 25. September Die Türkei – Bindeglied zwischen Orient und Okzident, IHK Kassel

Programme und Anmeldung online unter www.ihk-hessen.de/mena-woche.  

IHK WirtschaftsForum
Juni 2007