Enterprise Europe Network - Erfolgsgeschichten

 

Ein neues Produkt sucht einen Lieferanten und wird mit Hilfe des Enterprise Europe Network fündig.

 

Die Febbex International GmbH bezeichnet sich selbst als Innovationsfabrik. Gerd Göbel, der Geschäftsführer, gründete das Unternehmen im Jahr 2010 in Frankfurt am Main. Der Schwerpunkt der Firma besteht in der Herstellung innovativer Produkte wie Schaumlöschmittel, Löschgel, Chemikalienbinder und ist kompetenter Partner für die Feuerwehren und die Industrie.

 

„Ich hab da mal ein Problem! Könnt Ihr mir da helfen?“

 

Wenn Kunden mit dieser Fragestellung zu uns kommen, ist uns das am liebsten. Dann verschwindet Gerd Göbel in sein Labor, stellt seine klassische Musik auf hohe Lautstärke und ward nicht mehr gesehen. Zahlreiche Patente und Markeneintragungen nennt Gerd Göbel sein eigen. Viele Ideen und Konzepte schlummern in der Schublade. So manches scheiterte aber am Kümmerer, der einfach am Ball blieb.

 

Die Innovation aus der Schublade

 

Vor circa 2 Jahren stieß Michaela Reil als stellvertretende Geschäftsführung dazu. Nach ersten Sichtungen beschloss man, ein Produkt zu reaktivieren, welches in 2008 aufgrund von Investorenstreitereien nicht mehr umgesetzt wurde. Es handelt sich dabei um ein Klimatuch, welches befeuchtet sofortige Erleichterung bei Hitze und Schwitzen bringt, ohne als kalt empfunden zu werden. Der kühlende Effekt hält bis zu 24 Stunden an.

 

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Die 3 treibenden Kräfte hinter dem Produkt:

Stephanie Salat - Vertriebsrechte, Gerd Göbel – Erfinder,

Michaela Reil – Produktion, Administration, Bild: Febbex International
 

Professionelle Partner von Anfang an

 

Um ein Fiasko wie in 2008 zu vermeiden, beschloss man nun, die erforderlichen Dinge selbst in die Hand zu nehmen und mit professionellen Dienstleistern zusammenzuarbeiten. Michaela Reil konnte „Das Haus der Könige“ als professionellen Vertriebspartner dafür gewinnen, das Produkt zu relaunchen. Stephanie Salat kümmerte sich gleich von Anbeginn an um einen neuen Namen und die Logo-und Markenentwicklung und führte sehr zeitig die ersten Vertriebs- und Verkaufsgespräche.

 

Der nächste Schritt: Entwicklung eines Prototypen

 

Mit einer Schneidermeisterin aus Frankfurt wurde ein neuer Prototyp entwickelt. Michaela Reil kümmerte sich in der Zwischenzeit um den Lieferantenstamm, wie Nähdienstleister, Konfektionierung und Verpackung. Da Febbex mit der Textilindustrie bislang nichts zu tun hatte, betrat man hier Neuland.

 

Es war von Anfang an klar, dass aufgrund des angestrebten Verkaufspreises der Einkauf der Nähdienstleistung in Deutschland auszuschließen war. Das bedeutete, einen Nähdienstleister mit einem entsprechenden Stückpreis im Ausland zu finden, der das Produkt auch bedrucken konnte.

 

Der Beitrag des Enterprise Europe Network

 

Somit wandte man sich mit einer entsprechenden Anfrage einer Kooperationsvermittlung, die im September letzten Jahres gestartet wurde, an den Kontaktpunkt des Enterprise Europe Network (EEN) bei der IHK Frankfurt am Main. Gemeinsam mit der EEN-Beraterin wurde ein Kooperationsprofil („Business Request“) erstellt und in der Kooperationsdatenbank des EEN veröffentlicht.

Rund 10 Interessenten meldeten sich. Innerhalb kurzer Zeit erhielten wir vom EEN eine Übersicht in Form einer Excel-Datei mit den Kontaktdaten der Firmen.

 

Die Auswahl des richtigen Lieferanten

 

Die Bewerber wurden gesichtet, nach Erfahrung und Referenzen ausgewertet und auf drei mögliche Favoriten reduziert. Um eine Entscheidung zu treffen, erhielten alle drei Unternehmen einen Prototypen und die Komponenten für einen CLIMAtie, mit der Aufgabe, diesen zu produzieren und mit dem Logo zu bedrucken.

 

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Bild: Febbex International

Das zurückgesendete Muster und weitere Bewertungskriterien wie mögliche Produktionskapazitäten und der Stückpreis waren ausschlaggebend für die Entscheidung, mit dem Unternehmen Venus Confection aus Tunesien zusammenzuarbeiten. Mittlerweile konnten seit diesem Frühjahr drei Bestellungen abgewickelt werden, die alle in ihrer Qualität und Termintreue überzeugten.

 

Wie bei allen Neuprodukten hat die Firma Febbex, die im April des Jahres nach Maintal im IHK-Bezirk Hanau umgezogen ist, in diesem Fall zunächst das Hauptaugenmerk auf das Auffinden von Schlüssellieferanten gerichtet. Diese sollten in ihrem Fach Experten sein, an einer Weiterentwicklung des Produktes mitarbeiten und mit Febbex auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Dies war vor allem deshalb wichtig, weil Febbex im Zuge der Entwicklung von CLIMAtie das erste Mal mit der Textilverarbeitung zu tun hatte und im Grunde branchenfremd war.

 

Die Perspektive des tunesischen Auftragnehmers

 

Venus Confection kooperiert mit Febbex auf Augenhöhe und ist von der Zusammenarbeit ebenfalls angetan.

 

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Bild: Febbex International

Wir haben dem Betriebsleiter Mokhtar Rekik drei Fragen zu der Kooperation mit Febbex gestellt:

 

Können Sie sich in drei Sätzen vorstellen?

 

Venus confection ist ein Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Strickwaren wie T-Shirts, Polos, Nachtwäsche spezialisiert hat. Es wurde 1999 unter dem Namen RS MODE gegründet. Wir werden bald zu unserem früheren Namen R. S. CO zurückkehren (REKIK SEWING COMPANY). Wir haben unter anderem Benetton als Stammkunde.

 

Wie sind Sie auf uns die Firma Febbex aufmerksam geworden?

 

Wir haben von Ihnen durch 3 Kanäle erfahren:

  • Netzwerk Enterprise Europe Network Tunesien
  • durch Vertreter von APII Tunis (Agentur für die Förderung der Industrie)
  • Verband tunesischer Unternehmen

 

Sie arbeiten zum ersten Mal mit einem deutschen Unternehmen zusammen. Wie finden Sie die Zusammenarbeit?

 

Ja, wir arbeiten zum ersten Mal mit einer deutschen Firma zusammen. Unsere Zusammenarbeit ist vorbildlich.

 

Das Interview führte Michaela Reil.