Gut beraten
Förderprogramme der Landesregierung unterstützen den Marktzugang von KMUs im Ausland

Die hessische Landesregierung unterstützt mit ihren Auslandsmesse- und Außenwirtschaftsberatungsprogrammen den Zugang von hessischen KMUs auf Auslandsmärkte. Hierfür stehen jährlich Haushaltsmittel in Höhe von etwa einer Million Euro zur Verfügung. Die Förderung wird über die zuständige Industrie- und Handelskammer beantragt.

Außenwirtschaftsberatungsprogramm

Die internationale Verflechtung der hessischen Wirtschaft schreitet voran. Viele Unternehmen haben erfolgreich ihre Produkte und Dienstleistungen auf Auslandsmärkten positioniert, andere wollen diesen Schritt erst noch wagen. Angesichts des zunehmenden Wettbewerbs ist gute Information Voraussetzung für den Erfolg im Auslandsgeschäft. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen zögern oft aus Kostengründen, sich mit fachkundiger Beratung durch hiesige Consultants oder die deutschen Auslandshandelskammern vor Ort auf diesen Schritt vorzubereiten. Hier setzt das hessische Außenwirtschaftsberatungsprogramm an.

Es fördert mit einem Zuschuss von bis zu 400 Euro pro Beratungstag Außenwirtschaftsberatungen weltweit außerhalb der EU und der Europäischen Freihandelszone Efta sowie Markteinführungsberatungen für diesen europäischen Wirtschaftsraum. Die Themen einer Außenwirtschaftsberatung reichen von der firmenbezogenen Markterkundung zum landestypischen Marketing und Vertrieb oder der Suche nach Geschäftskontakten und Vertriebspartnern.

Beispiel: Ein Unternehmen sieht gute Chancen, sich auf dem Solar-energiemarkt in Japan zu platzieren und bereitet diesen Schritt vor. Im Rahmen einer mehrtägigen Beratung bereitet der Consultant Informationen über dieses Marktsegment auf, vermittelt Kenntnisse der japanischen Geschäftsmentalität, gibt Tipps zum erfolgreichen Umgang mit japanischen Geschäftspartnern, unterstützt das Erstellen einer Homepage und einer Werbebroschüre in japanischer Sprache, selektiert geeignete japanische Fachzeitschriften und bereitet eine Anzeige in japanischer Sprache sowie den Auftritt auf einer relevanten Energiemesse in Japan vor. Die Eigenbeteiligung an den Beraterkosten betrug 40 Prozent.

Auslandsmesseförderung

In die zwei Bereiche Gruppen- und Einzelförderung sowie offizielle Landesbeteiligungen gliedert sich die hessische Auslandsmesseförderung. Das hessische Wirtschaftsministerium stimmt jährlich mit den hessischen IHKs und den Wirtschaftsverbänden eine Anzahl von Auslandsmessen ab, auf denen sich das Land mit einem Firmengemeinschaftsstand offiziell präsentiert.

Mindestens ebenso interessant sind für kleine und mittelständische Unternehmen in Hessen die individuellen oder Gruppenbeteiligungen an internationalen Messen im Ausland außerhalb von EU und der Europäischen Freihandelszone Efta. Die Kosten wie die Anmietung der Ausstellungsfläche, der Rücktransport von Exponaten, die Versicherung für Stand und Exponate sowie der Anschluss und Verbrauch von Wasser, Gas und Strom werden mit 50 Prozent bis zu einer Gesamthöhe von 4 000 Euro pro Unternehmen gefördert. Innerhalb der EU und der Efta ist die Fördermöglichkeit auf 2 000 Euro beschränkt. Und: Es müssen sich mindestens drei hessische Unternehmen mit jeweils bis zu zehn Beschäftigten an dieser Messe beteiligen, weil die Mittel für diesen Wirtschaftsraum vornehmlich Kleinbetrieben und dem Handwerk zugute kommen sollen. Außerhalb von EU und Efta ist eine Einzelförderung möglich. Ganz gleich, ob sich ein Unternehmer für die Einzel- oder Gruppenförderung entscheidet: Die Förderrichtlinie sieht vor, dass die jeweils zuständige hessische IHK die Fördermittel einen Monat vor Messebeginn beantragen muss.


Michael Fuhrmann
IHK Frankfurt am Main
International


Infos

Fördermittel für Gruppen- und Einzelförderungen müssen spätestens einen Monat vor Messebeginn beantragt werden. Das Anmeldeformular gibt es online unter www.frankfurt-main.ihk.de/international/messen.

     
IHK WirtschaftsForum
Oktober 200
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