DIHK-/IHK-Umfrage Going International 2020: Jedes zweite hessische Exportunternehmen beklagt Handelshemmnisse. Lieferketten und Aufträge stehen auf dem Spiel.

DIHK/IHK Studie Going International

 

Jedes zweite hessische Exportunternehmen beklagt Handelshemmnisse - Lieferketten und Aufträge stehen auf dem Spiel

 

Protektionistische Maßnahmen sind weiter auf dem Vormarsch. Inzwischen beklagen 51 Prozent der bis Anfang Februar befragten hessischen Unternehmen zunehmende Handelshemmnisse im internationalen Geschäft. 2019 waren dies 47 Prozent, 2018 „nur“ 37 Prozent. Drei Viertel dieser Unternehmen berichten von zusätzlichem Zertifizierungsaufwand. Jeweils die Hälfte ist von Sanktionen und verstärkten Sicherheitsanforderungen betroffen, ein Drittel nennt höhere Zölle als Problem.

 

Seit zwei Jahren schwelt der Handelskonflikt zwischen den USA und China, aber auch zwischen den USA und Europa bestimmen Zusatzzölle und Unsicherheiten zunehmend die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen. Zum Jahresbeginn haben die gegenseitigen Maßnahmen nochmals an Fahrt zugelegt. Erstmals wurden daher die Unternehmen nach den Auswirkungen der US-Strafzölle auf europäische oder chinesische Waren gefragt. 60 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass dieses Thema für sie nicht relevant ist. 7 Prozent sind direkt betroffen und jeweils 10 Prozent sind indirekt über Zulieferer und/oder Kundenbeziehungen betroffen. 9 Prozent sagen, dass sie häufiger Ursprungsangaben machen müssen, um zu belegen, dass für Waren keine Zusatzzölle anfallen. Die betroffenen Unternehmen leiden besonders unter höheren Kosten und mehr Zollbürokratie (jeweils 60 Prozent). 39 Prozent erhalten dadurch weniger Aufträge und teilweise müssen Lieferketten angepasst werden.

 

Im Januar/Februar befragten DIHK und Industrie- und Handelskammern deutschlandweit Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage und zu ihren Erwartungen in wichtigen Auslandsmärkten. In Hessen beteiligten sich 228 international tätige Unternehmen an der Umfrage.

 

Ab Mitte März stehen die Bundesauswertung und die Hessenauswertung der Studie zum Abruf bereit.