Südafrika<br>Black Economic Empowerment

Die südafrikanische Regierung hat in den vergangenen zehn Jahren zahlreiche Schritte unternommen, um die als Folge der Apartheid bestehenden wirtschaftlichen und sozialen Benachteiligungen der schwarzen und farbigen Bevölkerung zu beseitigen. Ziel ist es, eine stabile, von Wachstum und Chancengleichheit geprägte Wirtschaft aufzubauen, an der alle Einwohner Südafrikas gleichermaßen teilhaben.

Black Economic Empowerment (BEE) ist in Südafrika sicherlich der am häufigsten gebrauchte Begriff, wenn es um wirtschaftliche Themen geht. Dabei verkörpert dieser Slogan aber keinen kurzlebigen Trend, sondern BEE hat mittlerweile nahezu alle Bereiche der Wirtschaft erreicht. Jeder, der in Südafrika wirtschaftlich tätig ist oder sich dort engagieren möchte, muss sich mit dem Thema Black Economic Empowerment auseinander setzen.
 
Die Diskussion wird teilweise noch emotional geführt: Seitens der weißen Privatwirtschaft herrscht eine gewisse Art Skepsis vor, während auf Seiten der schwarzen Bevölkerung eine hoffnungsvolle Erwartungshaltung dominiert. Sprechen die Kritiker von der „Selbstbereicherung einiger weniger Symbolfiguren“, gehen die Befürworter davon aus, dass nach anfänglichen Auswüchsen der angestrebte Effekt – nämlich die Teilhabe aller Südafrikaner an der wirtschaftlichen Entwicklung – erzielt wird.

Es wird erwartet, dass BEE positive Effekte wie die zunehmende Beteiligung von Schwarzen an Unternehmen, die Schaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen, eine repräsentative Besetzung von Managementpositionen sowie die Mitarbeit bei der Entwicklung eines schwarzen Mittelstandes durch Förderung von Existenzgründungen sowie bevorzugte Behandlung bei Beschaffungen der großen öffentlichen und privaten Unternehmen nach sich ziehen wird.

BEE ist daher auch ein Begriff, der für Mergers and Acquisitions sowie Joint-Ventures zwischen privater Wirtschaft und schwarzen Unternehmern steht. Durch die Gründung neuer Unternehmen oder durch die Umstrukturierung bestehender Firmen werden schwarze Unternehmer durch die Übertragung von Eigentum, Management- und Kontrollfunktionen und durch andere Maßnahmen in die private Wirtschaft integriert.
Die Deutsche IHK für das Südliche Afrika hat eine Infobroschüre zum Thema BEE herausgegeben, die interessierten deutschen Unternehmen einen ersten Überblick über wirtschaftliche Engagements in Südafrika gibt. Das Heft kann bei der IHK in Johannesburg bestellt werden, Ansprechpartner ist Margot Krekeler, E-Mail mkrekeler@germanchamber.co.za.


Matthias Boddenberg
Deutsche Industrie- und Handelskammer für das Südliche Afrika, Johannesburg
 

weitere Informationen: Redaktion IHK WirtschaftsForum
 

IHK WirtschaftsForum
Februar 2005

 

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