Partner für internationale Zusammenarbeit

Zunehmend erschließt sich die deutsche Wirtschaft auch Märkte in Schwellen- und Entwicklungsländern. Dort mangelt es allerdings häufig an Fachkräften mit entsprechender Berufserfahrung. Auf der Suche nach geeignetem Personal für Afrika, Asien, Lateinamerika oder Süd- und Osteuropa können deutsche Unternehmen, Kammern und Verbände in mehr als 80 Ländern das Angebot von CIM nutzen, dem Personalvermittler der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

                      36
Foto: Know-how-Transfer: Der Ingenieur und Umweltfachmann Andreas Wöll bildet Solateure beim deutsch-chinesischen Joint-Venture Linuo Paradigma aus. Sein Einsatz wurde möglich durch eine Kooperation zwischen dem Centrum für internationale Migration und Entwicklung sowie der Paradigma Energie und Umwelttechnik.

Andreas Hergenröther koordiniert die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Algerien. Sein Büro hat der deutsche Experte in der Hauptstadt Algier beim wichtigsten Verband algerischer Wirtschaftsunternehmen, dem Forum des Chefs d’Entreprises. „Die Privatwirtschaft ist wie in vielen Schwellen- und Entwicklungsländern auch im jahrzehntelang durch den Bürgerkrieg isolierten Algerien der Motor der Entwicklung“, sagt der 38-Jährige, der deutsche und algerische Unternehmen über Marktlage, Investitionsbedingungen und wirtschafts- wie arbeitsrechtliche Aspekte in beiden Ländern informiert.

Darüber hinaus vermittelt der gelernte Jurist und langjährige Maghrebexperte bei der Realisierung von Investitionsvorhaben. Mittelfristiges Ziel des Verbandes, auch im Hinblick auf die euro-mediterrane Freihandelszone ab 2010, ist der Aufbau eines deutsch-algerischen Unternehmerverbandes, der zu einem späteren Zeitpunkt in eine Delegation der deutschen Wirtschaft oder eine Auslandshandelskammer münden könnte. Der Einsatz Hergenröthers wird durch eine Entwicklungspartnerschaft zwischen dem Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) und der Deutsch-Tunesischen Industrie- und Handelskammer ermöglicht.

Der Vorteil von CIM-Experten wie Hergenröther: Als Autor des Wirtschaftsführers „Investieren in Algerien“ weiß er, wovon er spricht und kann dies sowohl auf Französisch als auch auf Arabisch, den beiden in Algerien vorherrschenden Sprachen. Auf das fachliche und sprachliche Know-how legt CIM bei der Personalauswahl nämlich ebenso viel Wert wie auf die interkulturellen und sozialen Fähigkeiten seiner weltweit 650 Fach- und Führungskräfte.

Besonders in islamisch geprägten Ländern ist das Misstrauen gegenüber Veränderungen, die von außen initiiert und implementiert werden, groß. CIM-Experten hingegen arbeiten direkt beim Arbeitgeber vor Ort. Sie sind somit in die lokalen Arbeitsstrukturen integriert und bewirken Reformen sowie positive Veränderungen von innen, während die Verantwortung ganz beim Arbeitgeber bleibt. Selbst in Ländern, in denen Veränderungen von der politischen Spitze nicht gewünscht oder gefördert werden, hat sich gezeigt, dass Wirtschaft, Kultur und Technologie eine gute Basis für Reformen von unten sind.

Unternehmerische Interessen und entwicklungspolitische Zielsetzungen liegen oftmals näher beisammen als vermutet. Wenn etwa Daimler Chrysler Südafrika gemeinsam mit CIM durch die Vermittlung eines deutschen Berufsbildungsexperten den Aufbau der dualen Ausbildung im Land unterstützt, kann der Automobilhersteller von einem Pool qualifizierten Personals profitieren, das für die Einhaltung internationaler Qualitätsstandards so wichtig ist. Auch in Nigeria und Ghana haben Daimler Chrysler und CIM bereits zusammengefunden. Dort bauen die von CIM vermittelten Kfz-Meister Ausbildungswerkstätten auf und sorgen dafür, dass die Kooperationsverträge zwischen Autowerkstatt und Fachhochschulen vor Ort erfüllt werden. Weitere Länder, in denen CIM und Daimler Chrysler kooperieren, sind Indien und die Mongolei.

Eine starke und notwendige Ergänzung zu den großen multinationalen Konzernen bilden kleinere und mittelständische Unternehmen. Gerade wenn sich solche Unternehmen für ein Auslandsengagement entscheiden, sollten sie sich externer Hilfe und Unterstützung bedienen. Als beispielsweise die deutsche Paradigma Energie und Umwelttechnik in Karlsbad mit dem chinesischen Glasröhrenproduzenten Linuo ein Joint-Venture einging, mangelte es vor Ort an qualifizierten Fachkräften und zuverlässigen Qualitätsstandards. CIM vermittelte daraufhin den deutschen Ingenieur und Umweltfachmann Andreas Wöll nach China, der das Joint-Venture seitdem bei der Einführung innovativer und umweltschonender Produktionstechnologien und Qualitätsstandards unterstützt.Zudem bildet Wöll an einem firmeneigenen Trainingszentrum lokale Ingenieure in solarer Systemtechnologie fort und konzipiert die Ausbildung von Solateuren nach deutschem Berufsbild. Aufgrund der zwischen CIM und Paradigma geschlossenen Entwicklungspartnerschaft ist es dem chinesischen Solaranlagenhersteller mittlerweile gelungen, qualitiativ hochwertige Solartechnologie in China zu vermarkten und somit einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Umweltprobleme im Land zu leisten. Das Joint-Venture ist mittlerweile Technologieführer für solarthermische Anlagen in China und das bislang einzige Unternehmen im gesamten Land, das Solaranlagen nach europäischen Qualitätsnormen fertigt.


Oliver Auge
Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM)
Frankfurt am Main
mainoliver.auge@gtz.de


CIM Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM)

Als Personalvermittler der deutschen Entwicklungszusammenarbeit unterstützt das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) in Frankfurt kompetente und eigenverantwortliche Arbeitgeber aus dem öffentlichen Dienst, der Privatwirtschaft und der Zivilgesellschaft seiner rund 80 Partnerländer. Für sie rekrutiert CIM auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fach- und Führungskräfte aus den Ländern der Europäischen Union sowie in Deutschland ausgebildete Experten aus den Partnerländern, die in ihre Heimat zurückkehren wollen. CIM ist eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), Eschborn, und der Bundesagentur für Arbeit (BA).
Kontakt: Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM), Mendelssohnstraße 75-77, 60325 Frankfurt, Telefon 0 69 / 7 19 12 10, E-Mail rosemarie.fueglein@gtz.de, Internet www.cimonline.de.

 
 

weitere Informationen: Redaktion IHK WirtschaftsForum
 

IHK WirtschaftsForum
Februar 2005

 

Ansprechpartner

Anfragen aus dem IHK-Bezirk beantwortet:
Redaktion IHK WirtschaftsForum Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1203Fax: 069 2197-1488

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488