Ehrbarer Kaufmann

Bereits im Jahr 1340 sprach man im mittelalterlichen Italien vom „wahren und ehrlichen Kaufmann“. In Deutschland fand der „ehrbare Kaufmann“ mit dem hanseatischen Städtebund Einzug in den Sprachgebrauch. Obwohl dieser Begriff altmodisch klingt, erfährt er gerade eine Renaissance.

Im Geschäftsleben kommt es auf Ehrlichkeit, Verlässlichkeit und Verantwortung an. Ohne diese kaufmännischen Grundtugenden wären Geschäfte extrem risikoreich, ein verantwortliches Wirtschaften in einer globalisierten Welt fast unmöglich. Ein „ehrbarer Kaufmann“ zu sein, heißt, ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein auf der Unternehmens- und Gesellschaftsebene zu besitzen. Hierzu zählt für mich vor allem ein faires Verhalten gegenüber Mitarbeitern und Kunden, ein loyales und menschliches Nebeneinander zu Wettbewerbern, ein eigenständiger Schutz der Konsumenten, ein starkes Engagement in der Gemeinde des Unternehmens, die Aufklärung der Öffentlichkeit und der Politik, die Verteidigung der sozialen Marktwirtschaft und die Beachtung des Umweltschutzes bei allen Entscheidungen.

Das Leitbild des „ehrbaren Kaufmanns“ ist ein inneres kulturelles Geländer,
das das Handeln von Unternehmen in Einklang mit der Gesellschaft bringt. Es ist eine Lebensphilosophie, die Geschäftsleute in einem Prozess zu ausgereiften, verantwortungsvollen und vor allem wirtschaftlich erfolgreichen Persönlichkeiten werden lässt. Die Frage danach, ob solch „ehrbare Kaufleute“ bekannt sind, ist nicht trivial. Denn ich bin sicher, dass das Ansehen der Unternehmerschaft insgesamt damit eng verknüpft ist.

Liebe Leserinnen und Leser, ich bin fest davon überzeugt, dass heute mehr Unternehmerinnen und Unternehmer nach den Grundsätzen eines „ehrbaren Kaufmanns“ leben und arbeiten, als dies in der öffentlichen Debatte den Anschein hat. Stärken Sie diese Unternehmerinnen und Unternehmer durch guten Zuspruch. Lob und Anerkennung sollen ja gelegentlich dazu führen, dass sich eine Sache umso mehr verbreitet.


Hans-Joachim Tonnellier
IHK-Präsident
Vorsitzender des Vorstandes
Frankfurter Volksbank

IHK WirtschaftsForum
Juni 2008
 

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