WiFo 10|2018 – Ausflugstipp – Mein Lieblingsort

Von Otto J. Völker, Vorstand, Binding-Brauerei

Es muss nicht immer der Main sein:
Radeln an der Nidda

Kaum bekannt ist, dass die im Vogelsberg entspringende Nidda das Stadtgebiet Frankfurts auf mehr als doppelter Länge durchfließt wie der Main. Gerade an den Ufern des Flüsschens Nidda zeigt sich, wie spannend und ambivalent die Mainmetropole ist, die leider allzu oft auf die stadtbildprägende Skyline reduziert wird.


Die Rundtour mit dem Fahrrad startet am Höchster Mainufer neben Infraserv (Autoparkplätze vorhanden) und führt von der Mündung der Nidda flussaufwärts. Vom Industriepark geht es direkt in die unter Denkmalschutz stehende Höchster Altstadt mit dem Bolongaropalast. Nach dem Überqueren einer Fußgängerbrücke zur Wörthspitze folgt schon wenig später ein industriegeschichtliches Kulturdenkmal, die sandsteinerne Eisenbahnbrücke Nied. Sie ist die zweitälteste, noch in Betrieb befindliche Eisenbahnbrücke Deutschlands. Auch ein Abstecher in die Eisenbahnersiedlung Nied lohnt sich. Sie wurde zwischen 1918 und 1947 im Sinne der Gartenstadtidee erbaut.

Nach mehreren Kilometern entlang idyllischer Auenlandschaften folgt ein neuerlicher Gegensatz: Mit der Unterquerung des Frankfurter Westkreuzes wird einmal mehr auch Frankfurts Bedeutung als einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Deutschlands deutlich.

Ruhiger und romantischer wird es wieder im Brentanopark in Rödelheim. Inmitten des Landschaftsgartens steht das Petrihaus, ehemals im Besitz der Familie von Brentano und ein Ort der Literaturgeschichte, und mit dem Pavillon im Rosengarten auch ein Bauprojekt des Neuen Frankfurts.

Die Nidda nun verlassend, verläuft die Route über die Kuhwaldsiedlung und das neue Europaviertel auf dem Gelände des ehemaligen Hauptgüterbahnhofs in Richtung Gutleutviertel. Vor der Überquerung der Main-Neckar-Brücke unbedingt noch einen Abstecher in den wunderschönen Sommerhoff-Park mit seinen alten Linden machen.

Zum Ausgangspunkt zurück geht es zunächst am Niederräder und Schwanheimer Ufer entlang. An der Staufstufe Griesheim vorbei führt die Tour zurück. Übersetzen an der Fährstelle Schwanheim (Fahrzeiten beachten) und man ist wieder am Ausgangspunkt der Radtour.

Für mich gibt es an lauen Sommerabenden oder milden Herbsttagen nach einem anstrengenden Arbeitstag kaum etwas Schöneres, als mich aufs Fahrrad zu setzen und entlang der naturnahen Nidda zu radeln, um dabei den Kopf wieder frei zu bekommen.

Beim Radeln durch wildromantische Auenlandschaften, Verweilen im Brentanopark oder Beobachten von fischenden Reihern kann ich den Akku wieder aufladen – und Ideen für neue, spannende Projekte ergeben sich dabei oft wie von selbst.

Es lohnt sich, die Frankfurt durchquerende Nidda immer wieder aufs Neue und bei jeder Jahreszeit zu entdecken!

 

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