Aktionsplan Luftreinhaltung: IHK Frankfurt gegen Fahrverbote

Attraktivität der Innenstadt darf nicht gefährdet werden

2005-08-10

Die IHK Frankfurt lehnt in ihrer Stellungnahme zum jetzt vorgelegten Aktionsplan Luftreinhaltung Frankfurt am Main alle Maßnahmen ab, die auf flächendeckende Fahrverbote und Beschränkungen für den LKW-Verkehr im Innenstadtbereich von Frankfurt hinauslaufen. Dr. Joachim v. Harbou, Präsident der IHK Frankfurt: „Eine isolierte Maßnahme führt im  Großraum FrankfurtRheinMain zu keiner Minderung der Schadstoffbelastung und träfe den Lebensnerv der Stadt und der Region. Die Innenstadt muss funktionsfähig und attraktiv bleiben.“

Die IHK Frankfurt begrüßt, dass der von der Stadt Frankfurt erarbeitete Aktionsplan zur Luftreinhaltung allen Diskussionen um die Einführung einer City-Maut für Frankfurt am Main eine eindeutige und endgültige Absage erteilt wird. Die Aktionen dürfen sich nicht gegen den Verkehr und insbesondere den Wirtschaftsverkehr richten. Im Einzelnen steht die IHK dem Vorhaben, die Friedberger Landstrasse durch optimierten Verkehrsfluss staufrei zu machen, offen gegenüber. Bei einer Neuordnung der Park- und Haltebeschilderung ist zu beachten, dass die Betriebe Anlieferungs- und Kurzparkmöglichkeiten behalten. Die Idee, die Zufahrt zwischen dem Anschluss Friedberger Landstraße, der A 661 und dem Alleenring durch Pförtnerampeln zu dosieren, beurteilt die IHK kritisch. Der Einsatz abgasarmer Busse wird unterstützt.

Die aktuellen EU-Vorgaben zu den Feinstaubgrenzwerten führen in Ballungsräumen zu Problemen. In den Jahren 2003 und 2004 wurden in der Region FrankfurtRheinMain an verschiedenen Messstationen die Grenzwerte für Luftschadstoffe überschritten.

Der Verkehr wird als Hauptverursacher der Schadstoffbelastung angesehen. Zum Feinstaubgehalt der Luft trägt er tatsächlich im Schnitt nur 20 Prozent bei. „Aufgrund der hohen Grundbelastung in  einem Ballungsraum müssen sich sinnvolle Maßnahmen auf komplette Stadtgebiete oder idealerweise den gesamten Ballungsraum beziehen, um deutlich Minderungen zu erzielen. Frankfurt muss alle Potenziale zur Optimierung des städtischen Verkehrs nutzen“, fordert v. Harbou. Die belastungsmindernden Projekte des Gesamtverkehrsplans der Stadt zur Verkehrsinfrastruktur sollten auch als Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität gewertet werden. Möglichst kurzfristig sollte ein Großteil der Dieselfahrzeuge mit Partikelfiltern eingeführt werden, unterstützt durch steuerliche Vorteile. Diese Technologie muss bundesweit gefördert werden.


Informationen für die Presse: Annett Munterer 
 

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488