Aktionsplan löst Feinstaub-Problem nicht – Straßensperrungen bringen keine Verbesserungen

2005-10-26

Aus Sicht der IHK Frankfurt am Main ist der am 20. Oktober in Kraft getretene Aktionsplan zur Minderung der Feinstaubbelastung weiterhin zu einseitig auf den Straßenverkehr ausgerichtet. 
„Die Bestandteile des Aktionsplans, insbesondere ein Fahrverbot für Lastwagen auf der Friedberger Landstraße und der Höhenstraße, werden nicht zu einer Reduzierung der Feinstaub-Belastung in Frankfurt führen“, stellt Michael G. König, Vizepräsident der IHK Frankfurt am Main, klar. Durch die beabsichtigten Sperrungen weicht der Verkehr aus. Es kommt zu Suchverkehren und somit zu Mehrbelastungen an anderen Stellen. Es ist zu befürchten, dass die Mehrbelastungen unter dem Strich eventuell größer sein könnten, als die Verringerung in der Friedberger Landstraße und Höhenstraße. Eine nachhaltige Verbesserung wird man hingegen nur erreichen, wenn möglichst kurzfristig ein Großteil der Dieselfahrzeuge mit Partikelfiltern ausgestattet wird. Diese Technologie muss steuerlich unterstützt und bundesweit gefördert werden.

„Aufgrund der hohen Grundbelastung in einem Ballungsraum müssen sich sinnvolle Maßnahmen auf den gesamten Ballungsraum beziehen, um deutliche Minderungen zu erzielen“, fordert König. Der gewerbliche Verkehr trägt zum Feinstaubgehalt der Luft tatsächlich im Schnitt nur 20 Prozent bei. Ziel muss es daher sein, dass alle Feinstaub-Verursacher, neben dem Verkehr vor allem die Industrie und Private Haushalte, ihren Beitrag zu einer besseren Luftqualität leisten.
Selbst die EU Kommission hat zwischenzeitlich erkannt, dass die Städte die an sie gestellten Anforderungen nicht erfüllen können. König: „Die in Aussicht gestellte Lockerung der entsprechenden Richtlinie muss genutzt werden, um zu einer gemeinsamen Lösung mit dem Umland zu kommen.“

Informationen für die Presse: Annett Munterer
 

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