Wirtschaft startet voller Optimismus ins neue Jahr

IHK-Geschäftsklimaindikator steigt auf 119,5 Punkte

2006-01-16

Die Stimmung der Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist so optimistisch wie schon lange nicht mehr. Die aktuelle repräsentative Konjunkturumfrage unter 1.200 Mitgliedsunternehmen aus Frankfurt, dem Hochtaunus- und dem Main-Taunus-Kreis lässt eine deutlich positive Entwicklung in 2006 erwarten. Der IHK-Geschäftsklimaindex, der zwischen 0 und 200 Punkten schwanken kann, steigt um 12,4 auf 119,5 Punkte. Für den IHK-Bezirk Frankfurt ist mit einem leichten Anstieg der Beschäftigung zu rechnen. Immerhin jedes sechste Unternehmen plant, bis Jahresende zusätzliche Stellen zu schaffen.

Nur noch 13,1 Prozent der Unternehmen im IHK-Bezirk bewerten die aktuelle Lage als „schlecht“, 30,4 Prozent hingegen als „gut“. Weitere 56,1 Prozent bewerten die derzeitige Situation als zufrieden stellend. Auch das Bild der Erwartungen signalisiert breite Zuversicht. 35,1 Prozent der Unternehmen erwarten eine deutlich positivere Entwicklung im weiteren Verlauf des Jahres. Nur 13,4 Prozent rechnen mit einer ungünstigeren Entwicklung ihrer Geschäftslage. Insbesondere im Produzierenden Gewerbe der Region zeichnet sich wieder einer spürbare Belebung ab, nach zuletzt unbefriedigender Entwicklung. Die Industrie meldet ein steigendes Auftragsvolumen aus dem In- und Ausland. Der IHK-Konjunkturindikator für das Verarbeitende Gewerbe steigt um 21,4 Punkte auf 115 Zähler. Auch die Bauwirtschaft sieht sich nach Jahren der Branchenstagnation wieder merklich wachsender Nachfrage gegenüber.

Das langsame Anziehen der Binnenkonjunktur ist verantwortlich für die zu beobachtende Belebung. In diesem Jahr ist mit einem deutlichen Anstieg der Inlandsnachfrage zu rechnen. Zusammen mit der unverändert starken Exportkonjunktur wird die Volkswirtschaft wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren. Die maßgeblichen Impulse kommen von der steigenden  Investitionsnachfrage. Der IHK-Investitionsindikator gewinnt im Vergleich zum Vorquartal 9,3 Zähler und liegt mit +7,5 Punkten erstmals seit Jahren wieder im positiven Bereich. Vor allem Ausrüstungsinvestitionen werden anhaltend stark nachgefragt.

„Wichtig für eine nachhaltige positive Entwicklung ist, dass die Rahmenbedingungen für Investitionen dauerhaft günstig bleiben. Die geplante Verbesserung der Abschreibungsbedingungen ist ein wichtiges Signal an die Unternehmen. Die zeitliche Befristung auf zwei Jahre sollte von der Politik daher noch einmal ernsthaft überdacht werden“, so die Vizepräsidentin der IHK Frankfurt und Vorsitzende des DIHK-Mittelstandsausschusses, Dagmar Bollin-Flade.

Trotz der sich abzeichnenden gesamtwirtschaftlichen Belebung wird die private Konsumnachfrage auch 2006 unbefriedigend bleiben. Vorgezogene Käufe speziell langlebiger Konsumgüter vor dem Hintergrund der geplanten Mehrwertsteuererhöhung 2007 werden zum Jahresende zwar zu einer kurzfristigen Konsumbelebung führen. Dennoch rechnet jeder dritte Einzelhändler im IHK-Bezirk Frankfurt mit einer eher ungünstigeren Entwicklung im weiteren Verlauf des Jahres. Nur 17,1 Prozent erwarten ein Anziehen der Branchenkonjunktur. „Erst eine glaubhafte Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wird das notwendige Verbrauchervertrauen dauerhaft zurückbringen. Die derzeit diskutierten Lösungen über Kombilöhne und Mindestgehälter gehen an der eigentlichen Problematik vorbei. Ein gesetzlicher Mindestlohn würde nur neue Bürokratie und Kosten für die Unternehmen bringen – und für Arbeitslose ohne Ausbildung kaum überwindbare Barrieren aufbauen. Jetzt geht es vor allem darum, die längst überfälligen Reformen des Sozialen Sicherungssystems zur Absenkung der in Deutschland viel zu hohen Lohnzusatzkosten voranzubringen“, fordert Bollin-Flade.

Informationen für die Presse: Annett Munterer

 

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