Familienatlas 2006: Gemeinden auf dem Prüfstand<br>IHK Frankfurt am Main veröffentlicht Ranking zur Familienfreundlichkeit

2006-04-19

Anlässlich der heutigen Vorstellung des Familienatlasses 2006 der IHK Frankfurt am Main erklärte Dagmar Bollin-Flade, IHK-Vize-Präsidentin: „Die Gemeinden im IHK-Bezirk Frankfurt am Main müssen deutlich mehr für Familien tun. Der Familienatlas zeigt detailliert die Schwächen der bisherigen Politik auf. Nur für Eschborn kann Entwarnung gegeben werden.“

Bollin-Flade erläutert: „Familienfreundlichkeit wird zunehmend zu einem harten Standortfaktor im Wettbewerb. Wirtschaftlicher Erfolg ist nämlich immer weniger abhängig von Produktionsanlagen, sondern vom Wissen, den Erfahrungen und der Kreativität der Menschen. Und die Ansiedlung von Menschen ist komplexer als das Aufstellen von Maschinen und Anlagen. Die Gemeinden müssen daher attraktiver werden, ihre Wohn- und Lebensqualität steigern und dazu gehört insbesondere ihre Familienfreundlichkeit.“ Viele Gemeinden haben in den letzten Jahren massiv in das eigene Betreuungsangebot investiert und sind bestrebt junge Familien anzuziehen. Nur in den wenigsten Fällen ist aber ein strategischer Ansatz zur Begegnung der demografischen Herausforderung erkennbar. Frau Bollin-Flade stellt klar: „Beim Thema Familienfreundlichkeit gibt es keine Patentrezepte, dazu sind die Gemeinden viel zu unterschiedlich. Fast alle Gemeinden weisen aber erhebliche Defizite aus. Besonderst erschreckend ist das mangelnde Betreuungsangebot für unter 3-Jährige.“

Es ist an der Zeit, dass sich die Kommunen den Herausforderungen von morgen ernsthaft stellen. Die IHK Frankfurt am Main bietet an, diesen Prozess sachkundig und unterstützend zu begleiten. Der Familienatlas der IHK Frankfurt am Main soll regelmäßig alle drei Jahre neu aufgelegt werden, um Veränderungen identifizieren zu können. Die vorgelegte Status quo-Analyse benennt Problembereiche und zeigt best-practice Ansätze. Die Gemeinden sind aufgefordert, hieraus detaillierte Aktionspläne zu entwickeln. „Das ist Aufgabe der Politik, hier muss sie ihrer Verantwortung gerecht werden,“ so Vizepräsidentin Bollin-Flade abschließend.


Informationen für die Presse: Annett Munterer


Zum methodischen Hintergrund:

Der Familienatlas 2006 der IHK Frankfurt am Main ist die erste vergleichende Analyse der Familienfreundlichkeit auf Gemeindeebene in der Region. Anhand eines umfassenden Indikatorsets von zwölf Einzelvariablen werden die Gemeinden in vier Kategorien „Beruf & Familie“, „Betreuung“, „Demografie“ und „Zukunft“ untersucht und bewertet. Alle vier Themenfelder beschreiben unterschiedliche Dimensionen der Familienfreundlichkeit. Während im Themenfeld „Beruf & Familie“ insbesondere auf das Arbeitsumfeld eingegangen wird (Teilzeitarbeitsplätze, u. a.), wird im Feld „Betreuung“ die genaue Betreuungsinfrastruktur in den Gemeinden (Anzahl der Plätze) verglichen. Die Themenkategorien „Demografie“ und „Zukunft“, bewerten die demografischen Kenngrößen (Geburtenrate, Zuwanderung, u. a.) und zeigen die zukünftigen Rahmenbedingungen in den Gemeinden (Verschuldung, etc.) an.

Die Einzelergebnisse der vier Themenfelder werden in ein normiertes Bewertungsverfahren überführt. Anhand der Gefährdung und der Aktionsdringlichkeit erfolgt eine Einteilung in drei Ampelphasen (rot, gelb und grün). „Rot“ signalisiert den höchsten Gefährdungsbereich, „Gelb“ mahnt zur erhöhten Wachsamkeit, „Grün“ gibt dagegen Entwarnung.

Neben diesen quantitativ orientierten Maßstäben werden die Gemeinden auch direkt zu Thema Familienfreundlichkeit befragt. Die Ergebnisse der Befragung finden Eingang in die abschließende Einzelbewertung und geben die Möglichkeit best-practice Ansätze aufzuzeigen.

 

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