Frankfurter Ausbildungsmarkt wächst überdurchschnittlich

2006-06-01


„Der Ausbildungsmarkt im IHK-Bezirk Frankfurt am Main wächst überdurchschnittlich stark. Die aufgehellte konjunkturelle Stimmung schlägt sich in deutlich mehr Ausbildungsplätzen nieder. Wir sehen das auch als Zeichen dafür, dass die Unternehmen von einer nachhaltigen Wirtschaftsbelebung überzeugt sind“, erklärt Dr. Joachim v. Harbou, Präsident der IHK Frankfurt am Main, mit Blick auf die aktuelle Ausbildungsstatistik der Industrie- und Handelskammer Frankfurt. Die Situation für die Stadt Frankfurt, den Hochtaunus- und den Main-Taunus-Kreis mache Hoffnung, dass bis zum Herbst alle ausbildungsfähigen und –willigen Jugendlichen ihre Chance erhielten.

„Ich warne vor Panikmache und unbegründeten Dramatisierungen. So manche Aussage in den letzten Tagen spiegelt nicht die betriebliche Wirklichkeit wider. Die Unternehmen und die IHK Frankfurt am Main setzen sich erfolgreich dafür ein, ein bedarfsgerechtes Angebot an Ausbildungsplätzen zu schaffen“, so Dr. v. Harbou weiter. Die Ausbildungsstatistik der IHK Frankfurt am Main weist ein Plus von acht Prozent für die Zahl der geschlossen Ausbildungsverträge zum Stand Ende Mai im Vergleich zum Vorjahresmonat aus. Insgesamt konnten schon 3.028 statt 2.805 Ausbildungsverträge zum gleichen Vorjahreszeitpunkt für IHK-Ausbildungsberufe registriert werden.

Die IHK Frankfurt am Main ist zuversichtlich, dass sich diese positive Entwicklung in den nächsten Monaten fortsetzt. Üblicherweise ist Ende Mai erst die Hälfte aller Ausbildungsverträge geschlossen. Jungen Bewerbern rät die IHK Frankfurt ihre Suche unbedingt fortzusetzen: Aufgrund der intensiven Akquiseanstrengungen der IHK-Ausbildungsberater ist mit vielen weiteren neuen Angeboten bis in den späten Herbst hinein zu rechnen. Allein die IHK-Internet-Ausbildungsplatz-Börse weist über 400 Inserate von Ausbildungsbetrieben aus.

„Der Zuwachs bei den Verträgen wird vorwiegend von kleinen und mittleren Unternehmen getragen“, ergänzt Dr. Brigitte Scheuerle, Geschäftführerin Aus- und Weiterbildung bei der IHK Frankfurt am Main. Bei den Metallberufen nahmen die Einstellungen zum Ausbildungsjahr 2006 um 11% nach einem schwachen Zuwachs von +1,6% in 2005 deutlich zu. Auch bei den Elektroberufen kann mit einem Plus von 18,5% ein deutlicher Aufwärtstrend verzeichnet werden, nach schon in 2005 7,6% mehr Ausbildungsplätze geschaffen wurden. „Erfreulich ist vor allem die Entwicklung in den Branchen, in denen im Jahr 2005 noch Ausbildungsplätze abgebaut wurden. Die Zahl der Ausbildungsplätze in den Chemieberufen stieg beispielsweise um 16% nach einem Verlust von 9,4% in 2005. Die Trendwende zeigt sich auch in der Medien- und Druckbranche mit einem Zuwachs von 18%, dem Handel mit einem Plus von 13%, der Gastronomie mit plus 21% und den Berufen im Bereich Verkehr und Transport mit einem Anstieg um drei Prozent. Zwischen Mai 2004 und Mai 2005 hatten die unterschiedlichen Branchen teilweise drastische Verluste zu verzeichnen: Minus 25% in der Medien- und Druckbranche, minus 7,2% im Handel, minus 18% in der Gastronomie und minus 15% im Transport- und Verkehrsgewerbe“, führt die Expertin für Berufsbildung aus.

Allerdings profitieren nicht alle Wirtschaftsbereiche von den verbesserten Wachstumsaussichten. Im Bereich der technischen Berufe setzt sich der Rückgang im Baugewerbe mit zehn Prozent weniger Ausbildungsverträgen fort. Bei den kaufmännischen Berufen schlägt sich der Stellenabbau in Banken und Versicherungen auch in den Vertragszahlen mit minus 13% bei den Banken und minus 9% bei den Versicherungen klar nieder.

“Die guten Mai-Zahlen dürfen nicht zu Selbstzufriedenheit führen. Viele Tausend Jugendliche hoffen noch auf einen Einstieg in die Ausbildung. Die IHK Frankfurt am Main wird in ihren Anstrengungen nicht nachlassen; wir erwarten aber auch Unterstützung bei den Rahmenbedingungen. Die aktuelle Debatte um eine niedrigere Ausbildungsvergütung weist dabei in die richtige Richtung“, hebt Dr. v. Harbou hervor.


Informationen für die Presse: Annett Munterer
 

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