Regionalentwicklung „aus einem Guss“

2006-07-05

Die Zusammenarbeit in der Region, sowohl auf der Ebene der Regional- als auch der Stadtentwicklung, muss verbessert werden! Dies ist der gemeinsame Grundtenor der Initiatoren der Veranstaltung „FrankfurtRheinMain - Quo Vadis?“, der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main und des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest). Die Veranstaltung, die am 4. und 5. Juli in Frankfurt stattfand, sehen die beiden Initiatoren als Auftakt für weitere Aktivitäten, um die Region zu stärken. „Wir wollen keine zusätzlichen Institutionen schaffen, sondern vorhandene Kooperationsansätze in der Region zusammenführen und durch eine Bündelung der Kräfte voranbringen“, sagte IHK-Präsident Joachim v. Harbou auf der Veranstaltung mit rund 200  Teilnehmern aus Politik, öffentlicher Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft.

Die Notwendigkeit der regionalen Kooperation sei schon lange in der Diskussion. Auch seien Fortschritte, etwa im Bereich des Regional- und Städtemarketings erzielt worden. Doch fehle es bislang an einer von einer breiten Front getragenen inhaltlichen Ausrichtung, kritisierte Rudolf Ridinger, Vorstand des VdW südwest. Gerade im Bereich der Immobilienentwicklung blieben Impulse dadurch aus. Ridinger nannte in diesem Zusammenhang als Beispiel die im Frühjahr von der Stadt Frankfurt angenommenen wohnungspolitischen Leitlinien. Diese Leitlinien enthielten weder ein wohnungspolitisches noch ein städtebauliches Gesamtkonzept. Dabei sei eine neue „Qualitäts-Offensive“ erforderlich, die attraktive Quartiere mit Angeboten in gleicher Weise für junge Menschen, Familien und ältere Menschen zum Ziel haben müssen. Dies sei sowohl für die Qualität des Wirtschaftsstandorts als auch aufgrund der demographischen Entwicklungen ein dringendes Gebot. Die Wohnbevölkerung bewerte Quartiere zudem an einem attraktiven Wohnumfeld und der vorhandenen Infrastruktur. Gefordert seien kurze Wege zwischen Wohnen und Arbeiten, Versorgungsinfrastruktur, Bildungseinrichtungen und Freizeitmöglichkeiten.  Deshalb sei eine enge Kooperation zwischen Kommunalpolitik und Wohnungswirtschaft erforderlich. 

Dies gelte für alle Zentren der Region unterstrich Dr. Mathias Müller, Vorsitzender des Bau- und Immobilienausschusses der IHK Frankfurt. Er plädiert für eine ausgewogene Struktur der Region mit mehreren Zentren. Dies sei für das Wohnen, Arbeiten und die Freizeitgestaltung attraktiv und notwendig, um den Mobilitätsbedarf in der Region im Zaum zu halten. Die Belastbarkeitsgrenzen der regionalen Verkehrsnetze seien bereits heute angekratzt, in einigen Bereichen auch schon deutlich überschritten. Die polyzentrische Struktur des RheinMain-Gebiets sei deshalb sogar ein Vorteil. Zudem wären die notwendigen Kooperationen in der Region bei einer ausgewogenen Regionalstruktur auch leichter zu realisieren.        

Bei zahlreichen Projekten sei zudem eine Partnerschaft zwischen Politik, öffentlicher Verwaltung und Investoren erforderlich, unterstrichen Ridinger und Müller. Dies scheitere jedoch immer wieder an einem fehlenden Grundkonsens und der mangelnden Flexibilität. Die Region müsse sich deshalb insgesamt mehr für öffentlich-private Partnerschaften öffnen.

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Informationen für die Presse: Annett Munterer


 

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