Investitionsklima trübt sich ein – aber positive Signale vom Arbeitsmarkt

IHK-Geschäftsklimaindikator sinkt zum Herbst auf 118 Zähler

2006-09-27

Zum Herbst hat sich die Stimmungslage der Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main (Stadt Frankfurt am Main, Hochtaunus- und Main-Taunus-Kreis) leicht eingetrübt. Der IHK-Geschäftsklimaindikator verliert 3,7 Punkte und sinkt auf 118 Zähler. (Der Indikator kann zwischen 0 und 200 schwanken). Jedoch ist im IHK-Bezirk mit einem leichten Anstieg der Beschäftigung zu rechnen. Der IHK-Beschäftigungsindikator liegt das erste Mal seit fünf Jahren wieder im positiven Bereich. 19,1 Prozent der Unternehmen planen weitere Stellen bis zum Jahresende zu schaffen.

Dies ist das Ergebnis der aktuellen repräsentativen Konjunkturumfrage zum Herbst 2006 unter 1.200 Mitgliedsunternehmen.

Die Beurteilung der aktuellen Geschäftslage hat sich im Vergleich zum Frühsommer kaum verändert. Auch zum Herbst bezeichnet jedes dritte Unternehmen seine Geschäftslage weiterhin als „gut“, nur 12,3 Prozent hingegen als „schlecht“. Weitere 54,2 Prozent bewerten die derzeitige Situation als zufrieden stellend. Zuversichtlich blicken die Unternehmen weiterhin auf die kommenden Monate. 31,4 Prozent der Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer zukünftigen Geschäftslage, jedes zweite Unternehmen eine gleich bleibende Geschäftslage. Nur 16,4 Prozent der Unternehmen erwarten dagegen eine Verschlechterung.

Nach dem deutlichen Anstieg der Investitionsbereitschaft der Unternehmen zum Jahresbeginn hat sich das Investitionsklima wieder verschlechtert. Der IHK-Investitionsindikator ist um 5,4 Punkte gesunken. Auch die Exporterwartungen der Unternehmen haben sich eingetrübt. 70,9 Prozent der exportierenden Unternehmen gehen nicht mehr davon aus, dass die Ausfuhren in den kommenden Monaten weiter zunehmen werden.

Auch im Einzelhandel hat sich die Stimmungslage nach einem „Zwischenhoch“ im Frühsommer wieder eingetrübt. Zwar bewerten 77,1 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als „gut“ oder zumindest „befriedigend“, insbesondere die Anbieter von Konsumgütern des mittel- bis langfristigen Bedarfs rechnen im Zuge der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung noch mit einem Nachfrageanstieg bis zum Jahresende. Die steuerliche Mehrbelastung ab dem 1.1.2007 beeinträchtigt aber schon jetzt die Erwartungen. 22,9 Prozent der Einzelhändler befürchten eine Verschlechterung ihrer Geschäftslage. Auf Grund des starken Preiswettbewerbs werden viele Unternehmen die höhere Mehrwertsteuer nicht vollständig an den Endverbraucher weitergeben können, wodurch sich die ohnehin schon angespannte Ertragslage vor allem bei kleinen Handelsbetrieben weiter verschlechtern wird.

„Der Rückgang der Investitionsbereitschaft der Unternehmen und die rückläufigen Exporterwartungen lassen für das nächste Jahr eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums im Vergleich zu 2006 erwarten. Gerade in einer derartigen Situation ist die drastische Anhebung der Mehrwertsteuer und der damit zu erwartende Rückgang der Binnennachfrage besonders kritisch zu bewerten“,
so Dr. Rainer Behrend, Chef-Volkswirt bei der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main.


Informationen für die Presse: Annett Munterer
 

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