Chinesische Unternehmen in FrankfurtRheinMain auf Erfolgkurs

2006-11-22


Gemeinsame Pressemeldung der IHK Frankfurt am Main und der FrankfurtRheinMain GmbH


In FrankfurtRheinMain siedeln sich neben Hamburg die meisten chinesischen Unternehmen bei ihrer Markterschließung in Deutschland an. Frankfurt profitiert dabei besonders stark von der exzellenten Verkehrsanbindung über den Flughafen und seinem Branchenmix. „Nur sehr wenige Städte können zum Eintrittstor internationaler Unternehmen werden. Wenn sich in Frankfurt ein China-Cluster bildet, dann vertiefen und erweitern sich soziale, kulturelle und wirtschaftliche Netzwerke, die weitere chinesische Firmen dazu veranlassen, sich hier anzusiedeln. Sobald die ‚kritische Masse’ erreicht wird, ist das weitere ein Selbstläufer. Deshalb stehen bei uns chinesische Firmen gerade besonders im Fokus der Aufmerksamkeit“, erklärt Dr. Karin Zeni, Geschäftsführerin International bei der IHK Frankfurt am Main.

„FrankfurtRheinMain gehört zu den wichtigsten Standorten chinesischer Unternehmen in Europa und bietet als eine der attraktivsten, vielfältigsten und dynamischsten Regionen auch chinesischen Investoren sehr viel. Bisher zog es schon mehr als 250 chinesische Unternehmen in unsere Region“, so Dr. Hartmut Schwesinger, Geschäftsführer der FrankfurtRheinMain GmbH International Marketing of the Region. Regionale und lokale Institutionen kooperieren dabei erfolgreich, um chinesischen Unternehmen in FrankfurtRheinMain die ersten Schritte zu erleichtern.  Zhai Qian, Leiter der Wirtschafts- und Handelsabteilung des Generalkonsulats der VR China in Frankfurt am Main, ergänzt: „Mit dem Vertiefen der Öffnungspolitik und mit der Qualitäts- und Kapazitätssteigerung sind immer mehr chinesische Unternehmen in der Lage, den ausländischen Markt vor Ort zu erschließen. Deutschland ist wegen seines guten Investitionsumfeldes und des offenen Marktes der beliebteste Standort der chinesischen Investoren in Europa geworden.“

Auch Dr. Sönke Bästlein, McKinsey-Director und Leiter des Asia Houses der Unternehmensberatung, weist darauf hin, dass chinesische Firmen in Deutschland vor spezifischen Herausforderungen stehen. "Auf Dauer werden wir in Europa nicht mehr nur Exportmarkt für die chinesischen Unternehmen, sondern in stärkerem Maße auch Vertriebs- und Produktionsstandort, das heißt Investitionsziel sein - ähnlich, wie wir es bereits heute für zum Beispiel japanische und koreanische Firmen sind. Beratung beim Markteintritt oder in Bereichen wie Marketing und Vertrieb und strategische Planung ist gefragt. Nicht nur das Konsumentenverhalten unterscheidet sich erheblich zwischen Europa und China, sondern auch die Geschäfts- und Unternehmenskulturen." Das Asia House Frankfurt ist Think Tank und ein europäischer Hub für das Asiengeschäft der Managementberatung McKinsey & Company. Die mehr als 50 Berater des Asia Houses unterstützen in einem Europa und Asien verbindenden Netzwerk Unternehmen aller Industrien bei Kontinente übergreifenden Herausforderungen. Dabei wirken sie eng mit Ressourcen aus den europäischen und asiatischen McKinsey-Büros zusammen. "Als Berater sind wir in beiden Kontinenten zuhause - ein erhebliches Plus für die Lösung der unternehmerischen Probleme der hiesigen chinesischen Unternehmen sowie deutscher Firmen im Reich der Mitte", so Bästlein."

Weinian Shen vom Linkai China Training Center befasst sich gerade mit der kulturellen Dimension der wirtschaftlichen Verflechtung. „Eine Vielzahl chinesischer Firmen steht auf dem Sprung nach Europa bzw. nach Deutschland. Erfolgreich sind chinesische Unternehmen dann, wenn sie die Rahmenbedingungen in dem jeweils anderen Kulturkreis gut verstehen. Es ist für Chinesen ungewöhnlich oder sogar unverständlich, frühzeitig einen Termin für ein Geschäftstreffen auszumachen. Um solche Missverständnisse zu vermeiden, ist es sehr wichtig, die Deutsche Businesskultur kennen zu lernen“, erklärt Weinian Shen.

Zhai Qian beschreibt die Ziele der gemeinsamen Veranstaltung. „Die Kenntnisse der Businesskultur und des Marktsystems in Deutschland sind für den Erfolg eines Unternehmens maßgebend. Das Ziel dieser gemeinsamen Veranstaltung ist, den chinesischen Unternehmen bei der Gewinnung solcher Kenntnisse in Deutschland und in Europa zu helfen. Die Investition der chinesischen Unternehmen entwickelt sich immer zugunsten der beiden Seiten. Es ist für einen langfristigen Erfolg entscheidend, dass man sich nicht nur um wirtschaftlichen Erfolg bemühen soll, sondern auch die lokalen Gesetze und Gewohnheiten respektieren, Beiträge zur Entwicklung der Gesellschaft leisten und ein verantwortungsbewusstes Image aufbauen muss. In diesem Sinne ist diese Veranstaltung von sehr positiver Bedeutung.“

‚China im Dialog’ ist eine neue Veranstaltungsreihe der Wirtschafts- und Handelsabteilung des Generalkonsulats der VR China in Frankfurt am Main in Zusammenarbeit mit der IHK Frankfurt am Main, der FrankfurtRheinMain GmbH und McKinsey & Company. Sie hatte ihren Auftakt am Mittwochnachmittag (22.11.2006) in der Villa Bonn zu Marketing-Strategien chinesischer Firmen in Deutschland und der deutschen Unternehmenskultur aus chinesischer Sicht. Die Veranstaltungsreihe richtet sich insbesondere an chinesische Unternehmen in der Region und soll zweimal im Jahr einladen. Der nächste Termin ist für Februar/ März 2007 geplant.


Informationen für die Presse: Annett Munterer
 

Ansprechpartner

Pressestelle IHK Frankfurt am Main Unternehmenskommunikation
Telefon: 069 2197-1201 Fax: 069 2197-1488