Betriebliche Ausbildung als erfolgreiches Instrument der Personalentwicklung

2006-12-06


IHK Frankfurt und Bundesbildungsministerium wollen internationale Unternehmen zu mehr Berufsausbildung animieren

Auf Einladung der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main und des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Andreas Storm, fand am 06.12.2006 in den Räumen der IHK eine Tagung mit Vertretern internationaler Unternehmen zum Thema Berufsausbildung als ein Mittel erfolgreicher Personalgewinnung statt.

In seiner Eröffnungsrede betonte Staatssekretär Storm die besondere Bedeutung der betrieblichen Berufsausbildung in Deutschland. „Weit mehr als die Hälfte aller Jugendlichen (58 %) absolvieren eine Ausbildung in einem der rund 340 bundesweit staatlich anerkannten Ausbildungsberufe.“ Angesichts des aber weiterhin unausgewogenen Verhältnisses zwischen Lehrstellenbewerbern und angebotenen Ausbildungsplätzen müssten Politik und Wirtschaft jedoch weitere Anstrengungen unternehmen, jedem Jugendlichen der kann und will, eine Ausbildungsmöglichkeit anzubieten. Er appelliere daher auch an die in Deutschland tätigen ausländischen Unternehmen, ihr Engagement in der Berufsbildung zu verstärken. „Hiervon profitieren nicht nur die Jugendlichen, sondern auch die Unternehmen selbst,“ betonte Storm, „wer heute ausbildet, investiert in die Fachkräfte von morgen.“ Somit werde die betriebliche Ausbildung zu einem wichtigen Instrument einer erfolgreichen Personalentwicklung. Ziel der Bundesregierung sei es, bis zum Jahr 2010 bei ausländischen Unternehmen bis zu 10.000 neue Ausbildungsplätze zu schaffen. Die Bundesregierung sei hierbei mit zahlreichen unterstützenden Maßnahmen behilflich. So habe das BMBF mit dem Ausbildungsstrukturprogramm JOBSTARTER ein wichtiges Förderinstrument zur Verbesserung der Ausbildungsstrukturen und der Schaffung zusätzlicher betrieblicher Ausbildungsplätze geschaffen. Für dieses Programm, mit dem auch entsprechende regionale Projekte mitfinanziert werden, stelle der Bund bis zum Jahr 2010 rund 125 Mio. Euro (einschließlich Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds) zur Verfügung.

Dagmar Bollin-Flade, Vizepräsidentin der IHK Frankfurt am Main, wies auf die bereits erfolgreiche Arbeit des von den hessischen IHKs und des Instituts für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik (INBAS) durchgeführten Projekts IUBA (Internationale Unternehmen bilden aus) hin. Dank des von der hessischen Landesregierung und Mitteln der EU finanzierten Projektes seien in Hessen seit 2001 bereits über 1.500 Ausbildungsplätze in ausländischen Unternehmen geschaffen worden. Hierbei handelte es sich bislang vornehmlich um Unternehmern mit Inhabern türkischer Herkunft oder aus den EU-Staaten. Mit dieser Tagung wolle die Frankfurter IHK ihre Aktivitäten auch auf in Deutschland tätige asiatische und amerikanische Unternehmen ausweiten. „Wir haben hier etwa 250 japanische, genauso viele chinesische, über 300 koreanische und über 200 indische Unternehmen im IHK-Bezirk. Dazu kommen noch über 900 amerikanische Unternehmen. Denen wollen wir die duale Berufsbildung als Instrument strategischer Personalplanung schmackhaft machen“, erklärte Bollin-Flade. Der Raum Frankfurt mit seinem internationalen Großflughafen und seinen ausgezeichnete Infrastruktur biete diesen Unternehmen eine hervorragende Basis, um in Deutschland und Europa erfolgreich zu operieren. Die verstärkte Beteiligung an der Berufsausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf festige diese Basis auch in personalwirtschaftlicher Hinsicht. Allerdings wollte Bollin-Flade auch die Schwierigkeiten klar benennen: „Viele internationale Unternehmen kennen unser Ausbildungssystem nicht. Das heißt für uns: Klinkenputzen, Informieren, Überzeugen und die Unternehmen durch alle Phasen der Ausbildung intensiv begleiten. Unsere Erfahrungen mit IUBA zeigen, dass wir einen langen Weg antreten. Wir brauchen deshalb eine realistische Einschätzungen des Ausbildungspotenzials von Internationalen Unternehmen und neue Instrumente der Ansprache.“


Informationen für die Presse: Annett Munterer
 

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