Unternehmenssteuerreform: Schaden für die Innenstädte und Nahversorgung

12-09-2007

Gemeinsame Pressemitteilung von IHK Frankfurt am Main und des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels:

“Insbesondere der Einzelhandel wird durch die Unternehmenssteuerreform extrem belastet“, stellt Frank Albrecht, IHK-Vizepräsident und Präsident des Landesverbandes des Hessischen Einzelhandels fest. Der Körperschaftssteuersatz für Kapitalgesellschaften werde zwar gesenkt und eine Gewinn-Thesaurierung bei sehr großen Personengesellschaften begünstigt. Für viele Einzelhandelsunternehmen führt die Hinzurechnung von Kosten wie Mieten, Zinsen, Pachten oder Leasingraten bei der Gewerbesteuer zu überproportionalen Steuererhöhungen. Aus der ursprünglich beabsichtigten Tarifentlastung wird für viele Einzelhändler, aber auch andere Mittelstandsbereiche wie Gastronomen eine existenzgefährdende Steuererhöhung.

“Die Auswertung einer breit angelegten Umfrage der IHK- und Einzelhandelsorganisationen ist ernüchternd“, so Frank Albrecht. Angesichts niedriger Gewinnmargen wird der in der Unternehmenssteuerreform vorgesehene Freibetrag von wesentlichen Teilen des mittelständischen Handels nicht erreicht, so dass die gewerbesteuerliche Hinzurechnung der Kostenposition Mieten und andere zu einer Gesamtsteuerlast von über 60 % führt. In nicht wenigen Fällen kann die Neuregelung paradoxe Wirkungen haben: Da in Zukunft diese steuerlich als Gewinn zu verbuchen sind, würden selbst bei einer Verlustbilanz Steuerzahlungen anfallen, die zu einem Substanzverlust und damit zu einer Existenzgefährdung führen. Die hohen Gewerbesteuer-Hebesätze im Rhein-Main-Gebiet, allen voran Frankfurt, verstärken die Folge der Hinzurechnung noch.

Um für die betroffenen Unternehmen schnellstmöglich Planungssicherheit zu erhalten, fordern die IHK Frankfurt sowie der Landesverband Städte und Gemeinden, das Land Hessen sowie die Bundesregierung auf, die Neufassung der Gewerbesteuer im Sinne einer Absenkung der Hinzurechnung von Mietkosten noch in diesem Jahr zu ändern. Andernfalls ist bereits in 2008 mit ersten Folgen in Form von Geschäftsschließungen in Innenstadtlagen sowie in den Wohnbereichen zu rechnen.


Informationen für die Presse: Annett Munterer
 

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