Ausbildungsplätze schaffen – Qualität und Nachhaltigkeit sichern: Fachtagung am 18. April in der IHK Frankfurt stellt Erfolge des hessischen Projektes IUBA vor

18.04.2008

Das vom Hessischen Wirtschaftsministerium und dem Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt „IUBA - Internationale Unternehmen bilden aus“ stellt bei der Fachtagung am 18. April 2008 von 9:30 bis 15:30 Uhr in der IHK Frankfurt die gewonnenen Erfahrungen und Ergebnisse vor. Die erfolgreiche Arbeit soll in die Breite getragen und fortgesetzt werden – auch unter der Perspektive einer Neugestaltung der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) ab 2009.

Im Rahmen des Hessischen Ausbildungspaktes bemüht sich die Hessische Landesregierung gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft darum, das Angebot von Lehrstellen so vielfältig und attraktiv wie möglich zu gestalten. Ein wichtiger Schwerpunkt dabei ist die Kommunikation mit in Deutschland tätigen ausländischen Unternehmen und mit Unternehmen, die von Migrantinnen und Migranten gegründet wurden. „Wir freuen uns sehr, dass unser hessisches Projekt „IUBA - Internationale Unternehmen bilden aus“ dazu beigetragen hat, dass viele dieser Unternehmen ihr Engagement für die Berufsbildung junger Menschen in den letzten Jahren spürbar verstärkt haben“, sagte der Hessische Wirtschaftminister Dr. Alois Rhiel und bestätigte die Absicht des Landes, im Rahmen der neu gestarteten Qualifizierungsoffensive Hessen weiterhin Mittel für die Information und Beratung von Unternehmen mit internationaler Unternehmensführung bereit zu stellen.

„Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2010 bei ausländischen Unternehmen bis zu 10.000 neue Ausbildungsplätze zu schaffen. Wir in Hessen dürfen zu Recht stolz darauf sein, dass dank des von der hessischen Landesregierung und aus Mitteln der EU finanzierten Projektes IUBA in den vergangenen sechseinhalb Jahren bereits mehr als 2500 neue Ausbildungsplätze in Unternehmen mit internationaler Unternehmensführung entstanden sind“, bekräftigte auch Dagmar Bollin-Flade, Vizepräsidentin der IHK Frankfurt am Main in ihrem Grußwort.

IUBA ist ein Kooperationsprojekt der IHKs Darmstadt, Frankfurt am Main, Gießen-Friedberg, Hanau, Kassel und Offenbach und dem Offenbacher Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt und Sozialpolitik, INBAS GmbH. Seit Oktober 2001 sind drei IHK-Sonderberaterinnen und –berater in den genannten hessischen IHK-Bezirken unterwegs, die gezielt Unternehmen mit internationaler Unternehmensführung ansprechen und zum Thema Ausbildung im dualen System informieren und beraten.
 
Dr. Brigitte Scheuerle, Geschäftsführerin des Geschäftsfelds Aus- und Weiterbildung in der IHK Frankfurt, stellte bei der Fachtagung in einem Rückblick auf die Aktivitäten des Projektes die Strategien vor, die zum Erfolg geführt haben, und präsentierte die neu erschienene Broschüre „Über die Schwelle helfen“, die den Projektverlauf und die Arbeitsweise von IUBA dokumentiert. „Mehr als 2.500 neu gewonnene Ausbildungsplätze sind eine stattliche Zahl, auch im bundesweiten Vergleich. Doch die guten Kooperationsbeziehungen zu zahlreichen  Netzwerkpartnern/-innen in ganz Hessen sind ein ebenso guter Indikator dafür, dass der Ansatz und das Vorgehen von IUBA erfolgreich war und wir auf dem richtigen Weg sind", so Dr. Scheuerle.
 
In vier verschiedenen Workshops wurden die erfolgreichen Akquisestrategien des Projektes, Formen der Unterstützung von Erstausbilder/innen sowie die Möglichkeiten der Durchführung von Teilen der Berufsausbildung im europäischen Ausland vorgestellt und diskutiert. Auch die Frage der Nachhaltigkeit war Thema eines Workshops – denn mit der Akquise alleine ist es nicht getan: Bis Ausbildung zum festen Bestandteil der Kultur eines Betriebs wird, vergehen einige Jahre.
 
Die Neuordnung der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) war Thema einer Podiumsdiskussion: Welche Konzepte und Strategien sollen zukünftig weiter verfolgt werden? Bildungsexpert/inn/en, Vertreter/innen von Politik, Gewerkschaften und Unternehmer/innen diskutierten, ob das Absolvieren einer Prüfung vor der Zuerkennung der Ausbildereignung ab 2009 erneut zur Pflicht  werden soll – für kleinere Unternehmen sowohl finanziell als auch zeitlich eine schwer zu bewältigende Hürde.

Fazit der Fachtagung: Unternehmen mit internationaler Unternehmensführung lassen sich in großer Zahl von den Vorteilen der Ausbildung im dualen System überzeugen, wenn sie die richtigen Informationen erhalten. Gerade Unternehmen, die zum ersten Mal ausbilden, brauchen jedoch Unterstützung und sollten möglichst niedrigschwellig an die Ausbildung herangeführt werden.
 

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