Wachstumsdynamik in der Region lässt nach

28-05-2008
 
 
IHK-Geschäftsklimaindex sinkt um 7,9 Punkte auf 114,3 Zähler
 
Die Wirtschaftsdynamik im IHK-Bezirk Frankfurt am Main (Stadt Frankfurt, Hochtaunuskreis, Main-Taunus-Kreis) hat sich zum Frühsommer leicht abgeschwächt. Der IHK-Geschäftsklimaindex sank um 7,9 Punkte auf 114,3 Zähler (Der Indikator kann zwischen 0 und 200 Punkten schwanken). Dies zeigt die aktuelle repräsentative Konjunkturumfrage der IHK Frankfurt am Main zum Frühsommer 2008 unter 1.200 Mitgliedsunternehmen.
 
Sowohl die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage als auch die Erwartungen der Unternehmen haben sich eingetrübt. Fast 35 Prozent der Unternehmen bezeichnen ihre aktuelle Lage aber noch immer als „gut“ und 51,6 Prozent als „befriedigend“. Im Frühsommer 2007 hatten noch 48,1 Prozent der Unternehmen ihre Lage als „gut“ bezeichnet und 42 Prozent als „befriedigend“. Ein etwas weniger optimistisches Bild zeigen die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden Monate auf: 29,4 Prozent der Unternehmen erwarten, dass sich ihre Geschäftslage in den nächsten Monaten verbessern wird; aber bereits 21,4 Prozent erwarten, dass sich ihre Lage in nächster Zeit eher verschlechtern wird. „Die Unternehmen sind durch die Finanzmarktkrise verunsichert. Die aktuellen Wachstumszahlen zeigen aber, dass die deutsche Wirtschaft mit ihrer in den letzten Jahren gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit Dämpfer aushalten kann“, kommentiert Chefvolkswirt Dr. Rainer Behrend die Ergebnisse der aktuellen Umfrage.
 
Das Nachlassen der weltwirtschaftlichen Dynamik spiegelt sich im IHK-Exportindikator wider: dieser ist um 15,2 Punkte gefallen. Nur noch 22 Prozent der regionalen Industrieunternehmen erwarten, dass ihr Exportvolumen in den kommenden Monaten steigen wird. Die Auftragsbücher sind allerdings derzeit noch gut gefüllt: zum Frühsommer verzeichnet mehr als jedes dritte Industrieunternehmen gestiegene Aufträge aus dem Ausland, bei der Hälfte der Unternehmen sind die Auftragseingänge zumindest konstant geblieben. Dies liegt vor allem an der engen Verflechtung der Region mit dem Euro-Raum. Fast 60 Prozent der Unternehmen geben an, dass die Euroaufwertung ihre Geschäftstätigkeit nicht beeinträchtigt, da sie ihre Geschäfte überwiegend im Euro-Raum oder in Euros tätigen. Der Blick in die Einzelbranchen zeigt aber auch, dass dies nicht für alle Teilbranchen der Industrie gilt. Vor allem die Investitionsgüterproduzenten sind negativ von der Euroaufwertung betroffen. Bei 22,2 Prozent der Unternehmen sind die Auslandsaufträge gesunken.
 
Positive Signale liefert die zuletzt ins Stocken geratene Baukonjunktur. Der Geschäftsklimaindex für das Baugewerbe ist um 26,3 Punkte gestiegen. Vor allem der milde Winter hat dazu geführt, dass die Bauunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage wieder positiver bewerten als noch in der Vorumfrage: immerhin bewerten 85,7 Prozent ihre derzeitige Lage als „gut“ oder „befriedigend“. Auch der Blick auf die kommenden Monate hat wieder an Optimismus gewonnen. Die Reichweite der Aufträge liegt bei 40,7 Prozent der Unternehmen bei mehr als vier Monaten.
 
Die Stimmung des Einzelhandels hat sich dagegen deutlich verschlechtert. Die Hälfte der Einzelhändler bezeichnet die aktuelle Lage als „schlecht“, nur 3,1 Prozent bezeichnen sie als „gut“. Die Konsumzurückhaltung hält weiter an. Bei mehr als der Hälfte der Unternehmen sind die Umsätze seit der Vorumfrage zu Jahresbeginn gesunken. Und auch beim Blick auf die kommenden Monate hellt sich die Stimmung der Branche nicht sichtbar auf. Die Konsumneigung der Verbraucher dürfte in den kommenden Monaten leicht ansteigen, nicht zuletzt durch die gute Situation auf dem Arbeitsmarkt. „Eine nachhaltige Konsumbelebung wird aber nur dann eintreten, wenn die Steuer- und Abgabenlast dauerhaft sinkt“, konstatiert Chefvolkswirt Dr. Behrend.
 
Die Dynamik auf dem Arbeitsmarkt hält weiter an. Mehr als jedes vierte Unternehmen im IHK-Bezirk will in den kommenden Monaten zusätzliches Personal einstellen. „Sowohl die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt als auch die Stabilität der deutschen Wirtschaft sind im Wesentlichen das Ergebnis von Reformen in der letzten Legislaturperiode. Das bisher Erreichte darf nicht weiter durch wahltaktische Kalküle verspielt werden. Wir brauchen weitgehende Reformen im Steuer- und Sozialgesetz, die auch zukünftige Wachstumspotenziale in Deutschland sicherstellen“, meint Dr. Rainer Behrend mit Blick nach Berlin.
 

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