Aufschwung legt Verschnaufpause ein

30-09-2008
 
 
Der Wachstumspfad für die Wirtschaft im IHK-Bezirk Frankfurt am Main wird steiniger. Der IHK-Geschäftsklimaindikator sinkt um 12,6 Punkte auf 101,7 Zähler. Dennoch bauen die Unternehmen weiter Beschäftigung auf. „Angesichts einer relativ guten Lagebeurteilung ist ein Abgesang auf die Konjunktur nicht angebracht“ kommentiert IHK-Chefvolkswirt Dr. Hubertus Hille die Ergebnisse der Konjunkturumfrage der IHK Frankfurt unter 1.200 Mitgliedsunternehmen, die zwischen dem 14. August und dem 11. September 2008 durchgeführt wurde.
 
Bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage überwiegen auch im Herbst die Optimisten: 84 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als „gut“ oder „zufrieden stellend“. 16 Prozent dagegen als „schlecht“. Anders das Bild der Erwartungen: Fast jedes fünfte Unternehmen blickt zuversichtlich auf die kommenden Monate, 28 Prozent der Unternehmen erwarten hingegen nachlassende Geschäfte. Ein Rückgang der Auftragseingänge in der Industrie, die schwache Binnenkonjunktur, hohe Energiekosten, die neue Welle der Finanzmarktkrise sowie die erwartete Abschwächung wichtiger Absatzmärkte in Europa und den USA beeinflussen die Erwartungen der regionalen Unternehmen für 2009.
 
Die Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt reduzieren ihre Investitionsplanungen für das nächste Jahr deutlich. Der Investitionsindikator rutscht wieder in den negativen Bereich. Die Hälfte der Unternehmen gibt als Hauptmotiv für Investitionen den Ersatzbedarf an, 35 Prozent wollen zudem rationalisieren und 31 Prozent tätigen ihre Investitionen für Produktinnovationen. Das Investitionsmotiv Kapazitätserweiterung hat an Bedeutung verloren: Für 28 Prozent der Unternehmen ist es ein Investitionsgrund. Im Vorjahr waren es noch 38 Prozent der Unternehmen.
 
Die bisher wichtigste Stütze des Aufschwungs, das Exportwachstum, wird sich weiter verlangsamen. Die Auftragseingänge in den regionalen Industrieunternehmen sind rückläufig. Einzig die Chemische Industrie und der Maschinenbau melden ein Auftragsplus gegenüber der Vorumfrage.
 
Der Inlandskonsum wird in den nächsten Monaten nicht viel zum Wachstum beitragen. Die Verbraucher halten sich mit ihren Ausgaben zurück, sie sind verunsichert durch die Negativmeldungen der jüngsten Zeit. Zudem belasten Energie- und Lebensmittelkosten die Portemonnaies. Auch im nächsten Jahr wird sich die Kostenbelastung nicht verringern. Die Einführung des Gesundheitsfonds führt zu steigenden Beiträgen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Positive Arbeitsmarkteffekte – durch die zusätzlichen 16.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im IHK-Bezirk Frankfurt seit 2006 – verpuffen.
 
Die Beschäftigungspläne der Unternehmen senden weiterhin positive Signale aus. Zwar verlangsamt sich der Beschäftigungsaufbau; mehr als jedes sechste Unternehmen plant aber weiterhin zusätzliches Personal einzustellen. Vor allem Unternehmen mit weniger als 20 Beschäftigten weisen die höchsten Beschäftigungspläne aus. „Der regionale Mittelstand setzt seine Rolle als Jobmotor fort“, meint Dr. Hille.
 
Der aktuelle Konjunkturbericht zum Herbst 2008 der IHK Frankfurt am Main ist abrufbar unter: www.frankfurt-main.ihk.de/konjunkturbericht
 

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