Podiumsdiskussion in der IHK Frankfurt am Main
Unternehmer fordern Ausweitung des Konzeptschutzes

10.03.2009

Die IHK Frankfurt am Main fordert die Politik auf, kreative Dienstleistungen als bedeutenden Teil der Wertschöpfung der deutschen Wirtschaft anzuerkennen und sich für einen umfassenden Konzeptschutz einzusetzen.

„Diebstahl geistigen Eigentums nimmt bedenklich zu. Immer häufiger werden kreative Konzepte Gegenstand von Produktpiraterie. Die Politik ist aufgerufen zu handeln und für eine Verschärfung des Urheberrechtes einzutreten“, sagte Ulrike Gehring, Vizepräsidentin der IHK Frankfurt am Main, bei der Podiumsdiskussion „Wie ist geistiges Eigentum zu schützen?“. „Da kreative Konzepte derzeit nicht ausreichend geschützt sind, entsteht der deutschen Wirtschaft pro Jahr ein Schaden in Milliardenhöhe“, warnt Gehring. Sie forderte den Bundestag auf, sich für einen umfassenden Konzeptschutz stark zu machen.

Dr. Günter Krings, Urheberrechtsexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, sprach sich für weitere rechtliche Maßnahmen aus: „Frankreich und England machen es vor, wie die Rechte der Kreativen besser und effektiver geschützt werden können. Daran sollten wir anknüpfen und das Modell einer sog. Clearingstelle von Rechteinhaber und Internet-Providern zur Abwehr von Urheberrechtsverletzungen im Internet forcieren.“

Urheberrechtsverletzungen im Internet nehmen stark zu, so Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. „Das Internet als scheinbar rechtsfreier Raum führt zur Existenzgefährdung von Verlagen. Rechtsstaatliche Verhältnisse müssen auch und gerade im Internet hergestellt werden. Jeder Monat, der verstreicht, bedroht die Verlage massiv.“

Klaus Flettner, Präsident des Kommunikationsverbandes, wies in der Diskussion auf die Schwierigkeit des Nachweises für den Urheber hin. „Deshalb empfehlen wir allen Kreativen, den Ideentresor des Kommunikationsverbandes zu nutzen. Damit kann die Urheberschaft eines Konzeptes leicht nachgewiesen werden.“ Besonders bei hochwertigen Wettbewerbspräsentationen zahle sich dies aus.

Die IHK Frankfurt bietet allen ihren Mitgliedern an, den Ideentresor des Kommunikationsverbandes kostenfrei zu nutzen.


Zum Hintergrund:

Laut einer Online-Umfrage der IHK Frankfurt am Main berichten drei von vier Unternehmen im Rhein-Main-Gebiet unmittelbar von Diebstahl ihres geistigen Eigentums durch Wettbewerber oder Auftraggeber. Dabei bewerten drei Viertel aller Befragten Kreative Konzepte und Ideen als sehr bedeutend für ihren Geschäftserfolg. Laut der Umfrage fordert jedes Dritte Unternehmen schärfere Gesetze zum Schutz geistigen Eigentums.

Nach Angaben der EU fallen durch Produktpiraterie, illegale Überproduktion, Parallel- und Re-Importe mittlerweile bereits 10% des Welthandels auf Plagiate oder Fälschungen, was einem internationalen Schaden von über 300 Milliarden Euro gleichgesetzt wird. Allein in Deutschland gehen nach Schätzungen des Justizministeriums jährlich ca. 50.000 Arbeitsplätze aufgrund von Produktpiraterie verloren. Der DIHK schätzt den volkswirtschaftlichen Schaden durch Produkt- und Markenpiraterie allein in Deutschland auf 30 Milliarden Euro jährlich. Oben genannte Zahlen beziehen sich auf Produkte, d.h. auf mehr oder weniger fassbare Dinge. Plagiate und Raub von Kreativen Dienstleistungen lassen sich viel schwerer nachweisen, die Dunkelziffer liegt deshalb wahrscheinlich erheblich höher.

Vor diesem Hintergrund hat die IHK Frankfurt am Main auf die Forderungen von Unternehmen der Kreativwirtschaft reagiert und den „IHK Kodex zum Umgang mit kreativen Dienstleistungen“ verabschiedet. Der Kodex gibt Handlungshinweise für den Umgang mit geistigem Eigentum und wird den Mitgliedsunternehmen zur Beachtung empfohlen.

Der IHK Kodex zum Umgang mit kreativen Dienstleistungen im Wortlaut:
 

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