Wirtschaft im IHK-Bezirk: Wendepunkt noch nicht erkennbar

18.5.2009


IHK-Geschäftsklimaindikator sinkt auf historischen Tiefstand

„Die Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main spüren die Rezession weiterhin deutlich. Ein konjunktureller Wendepunkt ist noch nicht in Sicht“, meint Dr. Hubertus Hille, Chef-Volkswirt der IHK Frankfurt am Main.

In der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Frankfurt am Main fällt der Geschäftsklimaindikator auf einen historischen Tiefstand. Der Indikator, der sich aus Lagebewertung und Erwartungen zusammensetzt, sinkt erneut um 6,3 Punkte auf 74,7 Zähler. Das ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage Frühsommer 2009 der IHK Frankfurt am Main unter 1.500 Unternehmen.

Die Beurteilung der Lage hat sich in allen Branchen abermals deutlich verschlechtert. Immer mehr Unternehmen bewerten die aktuelle Geschäftslage als negativ.
Aktuell schätzen 37 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als „schlecht“ ein. Zu Jahresbeginn waren dies noch 23,4 Prozent. Nur noch jedes sechste Unternehmen bewertet die aktuelle Lage als „gut“.

Die Erwartungen der Unternehmer für die kommenden zwölf Monate hellen sich aber auf niedrigem Niveau leicht auf. 42 Prozent der regionalen Unternehmen gehen derzeit von einer weiteren Verschlechterung ihrer Geschäftslage aus, in der Vorumfrage waren es noch 45 Prozent.

Nur die Stimmung bei den Unternehmen des Hoch- und Tiefbaus hat sich merklich verbessert. Die Infrastrukturmaßnahmen der Konjunkturpakete zeigen in der Branche erste Wirkung. Die aktuelle Lage beurteilen die Bauunternehmen gegen den allgemeinen Trend positiver. Auch die Erwartungen sind deutlich gestiegen. Die Auftragseingänge haben gegenüber Jahresbeginn zugenommen – die Auftragsbücher der Unternehmen sind mehrheitlich für die kommenden zwei bis vier Monaten gefüllt.

Bei den regionalen Industrieunternehmen hat sich die Lagebeurteilung weiter verschlechtert. Die Erwartungen sind allerdings nicht weiter abgesackt, sondern verharren knapp über dem niedrigen Niveau der Vorumfrage. Der Anteil der Unternehmen, die die zukünftige Entwicklung kritisch sehen, geht zwar leicht zurück, bildet aber mit 60 Prozent weiterhin die Mehrheit.

Die Exportwirtschaft blick nach wie vor sehr pessimistisch auf den weiteren Verlauf des Jahres: Der Exportindikator fällt in diesem Frühsommer mit einem Wert von minus 42 Punkten auf einen historischen Tiefstand. Auch die Investitionsplanungen der Unternehmen gehen weiter zurück. Nur noch zehn Prozent der Unternehmen wollen in den kommenden Monaten ihre Investitionen steigern.

Die Beschäftigungsplanungen der regionalen Wirtschaft deuten darauf hin, dass sich die Krise in den kommenden zwölf Monaten nun auch stärker auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar machen wird. Jedes dritte Unternehmen plant, die Zahl der Mitarbeiter zu reduzieren. Immerhin 61 Prozent der Unternehmen wollen die Belegschaft weiterhin konstant halten – vor allem sind dies Bauunternehmen und Großhändler. Der Dienstleistungssektor, der bislang die Beschäftigung stabilisiert hat, plant nunmehr auch deutlich zurückhaltender: Den elf Prozent der unternehmensnahen Dienstleister, die Einstellungen vornehmen wollen, stehen 25 Prozent gegenüber, die die Zahl ihrer Mitarbeiter reduzieren wollen.
 

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