Familien- und Demographieatlas 2009: Familienfreundlichkeit als Standortvorteil

14.08.2009

Überdurchschnittliches Betreuungsangebot für Kinder und gute Infrastruktur für Familien im IHK-Bezirk Frankfurt am Main

"Unternehmen benötigen Fachkräfte und Fachkräfte mit Kindern benötigen eine
familiengerechte Infrastruktur. In den letzten Jahren hat sich beim Thema ‚Familienfreundlichkeit’ im IHK-Bezirk Frankfurt am Main viel getan. Nicht nur die Betreuungssituation von Kindern hat sich wesentlich verbessert, sondern auch in den Ausbau der Infrastruktur für Kinder- und Jugendliche wurde viel investiert", kommentiert Karen Hoyndorf, Vizepräsidentin der IHK Frankfurt am Main, die zentralen Ergebnisse des Familien- und Demographieatlasses 2009.

Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz für Kinder über drei Jahren wird in allen Städten und Gemeinden des IHK-Bezirks (Stadt Frankfurt am Main, Hochtaunuskreis und Main-Taunus-Kreis mit Ausnahme von Hochheim)  erfüllt. Insgesamt befinden sich derzeit 33.000 Kinder zwischen dem dritten und siebten Lebensjahr in Kindertagesstätten. Nach Angaben der Kommunen standen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main zum 01.01.2009 zudem 5.360 Betreuungsplätze für unter Dreijährige in Kindertagesstätten zu Verfügung. Hinzu kommen 1.445 Plätze bei Tagesmüttern- und Tagesvätern. Damit liegt die Versorgungsquote im IHK-Bezirk bei 21,3 Prozent und damit deutlich über dem Durchschnitt der westdeutschen Bundesländer (Hessen: 14,3 Prozent).

Der quantitative und qualitative Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen wird im IHK-Bezirk weiter vorangetrieben. Unter Berücksichtigung der Ausbaupläne für das Jahr 2009 wird bereits in diesem Jahr zumindest in Bad Homburg, Eschborn, Königstein, Kronberg, Liederbach, Neu-Anspach, Usingen, Wehrheim und Weilrod für mehr als jedes dritte Kind unter drei Jahren ein Betreuungsplatz in Kindertagesstätten oder bei Tageseltern zur Verfügung stehen und damit die bundespolitischen Vorgaben für das Jahr 2013 erreicht sein. Zudem werden die Möglichkeiten zur Nachmittagsbetreuung an den Schulen durch die Einrichtung von Betreuungszentren deutlich ausgebaut. Main-Taunus-Kreis und Hochtaunuskreis nehmen hier eine Vorreiterposition in Deutschland ein.

„Familienfreundlichkeit hat sich inzwischen zu einem Standortvorteil des IHK-Bezirks Frankfurt am Main im interregionalen Vergleich entwickelt. Dennoch sind weitere Anstrengungen notwendig. Eine Bedarfsdeckung sowohl bei der Betreuung der unter Dreijährigen als auch bei der Nachmittagsbetreuung von Schulkindern ist vielerorts noch nicht erreicht“, sagt Hoyndorf. Beim weiteren Ausbau der Kinderbetreuungsplätze könne sich zudem der bestehende Fachkräftemangel bei Erzieherinnen und Erziehern als Hemmnis erweisen. Im Hinblick auf arbeitnehmerfreundliche Öffnungszeiten von Kindertagesstätten bestehe ebenfalls noch Verbesserungsbedarf.

Angesichts des demographischen Wandels und des langfristigen Rückgangs des Erwerbspersonenpotenzials kommt der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der weiteren Verbesserung der Betreuungssituation eine besondere Bedeutung für die Wirtschaft zu, um die im internationalen Vergleich nach wie vor relativ niedrige Frauenerwerbsquote zu erhöhen. Zudem spielen die Möglichkeiten der Kinderbetreuung sowie die familiengerechte Infrastruktur eine wachsende Rolle bei der Wohnortwahl.

Der Familien- und Demographieatlas 2009 gibt Aufschluss über die demographische Struktur und Veränderungen in den Städten und Gemeinden des IHK-Bezirks und widmet sich auch dem Thema „Senioren“. Aus Sicht der Unternehmen gilt es, sich auf diese wachsende Kundengruppe mit entsprechenden Produkten und Dienstleistungen frühzeitig einzustellen. Während seit dem Jahr 2000 die Bevölkerung in Eschborn, Liederbach, Flörsheim, Wehrheim, Schmitten und Bad Soden um mehr als drei Prozent wuchs, ging die Einwohnerzahl in Weilrod, Kriftel und Steinbach um mehr als zwei Prozent zurück. Besonders beliebt bei Familien ist Oberursel. Hier waren mit Abstand die höchsten Wanderungsgewinne bei Personen zwischen 0 und 18 Jahren sowie zwischen 30 und 50 Jahren zu verzeichnen. Dafür sind insbesondere die hohe Zahl an Arbeitsplätzen in Oberursel, die Ausweisung attraktiver neuer Wohnbaugebiete, das sehr gute Verkehrsangebot sowie das vielfältige Schul- und Betreuungsangebot ausschlaggebend. Neu-Anspach bleibt mit einem Durchschnittsalter der Bevölkerung von 40,6 Jahren die „jüngste“ Kommune im IHK-Bezirk.

Der Familien- und Demographieatlas steht als Download unter www.frankfurt-main.ihk.de/standortpolitik/demografie/index.html zur Verfügung.
 

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