EnergieEffizienz-Messe am 15. September eröffnet

15.09.2009

Die Einsparung von Energie sowie die zahlreichen Maßnahmen des Klimaschutzes sind Thema der EnergieEffizienz-Messe 2009, die am 15. September in der IHK Frankfurt am Main eröffnet wurde. Zum zweiten Mal präsentiert die Messe neueste Technologien, und zeigt das starke Wachstumspotenzial von Geschäftsfeldern rund um Energiemärkte auf.

"Der Schutz des Klimas ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit", sagte Stefan Messer, Vize-Präsident der IHK Frankfurt am Main zur Eröffnung der Energie Effizienz-Messe. Eine weitere Herausforderung seien die steigenden Energiepreise aufgrund von Klimaschutzmaßnahmen, Ausbau von Erneuerbaren Energien, Rohstoffknappheit und Abhängigkeit von Energieimporten. Umso wichtiger sei es, Energie effizient und sinnvoll einzusetzen. Hierzu leisten fortschrittliche Technologien und Energie senkende Maßnahmen einen wichtigen Beitrag. Gleichzeitig ergeben sich aus dem Klimaschutz aber auch neue Betätigungsfelder für Unternehmen, wie beispielsweise Technologien im Bereich Erneuerbare Energien.

Dass die Wirtschaft vorerst nicht auf Atomstrom und Energie aus Kohlekraftwerken verzichten kann, betonte Silke Lautenschläger, Staatsministerin, Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Sie plädierte, die aus der konventionellen Energiegewinnung erzielten Gewinne in einen Fonds einzuzahlen. Das Geld könnte dann in die Forschung und Entwicklung neuer Technologien investiert werden. Nach internen Berechnungen des Ministeriums wäre bei einer Betriebsverlängerung von Atomkraftwerken mit 20 bis 30 Mrd. Euro für den Fonds zu rechnen.
Darüber hinaus warb Lautenschläger für mehr Akzeptanz der Energiepolitik. "Wir können nicht mit Scheuklappen durch die Welt gehen, sondern wir müssen für alle Technologien offen sein", sagte Lautenschläger. "Nur wenn wir eine gesellschaftliche Akzeptanz für erneuerbare Energie haben, kann die Technologie zum Exportschlager werden."  Eine generell ablehnende Haltung gegenüber jedweder Technologie und gegenüber neuen Energieträgern sei kontraproduktiv. Insgesamt sei die Energiepolitik weniger bundeslandspezifisch, sondern vielmehr national zu betrachten. Je nach Standort müsse entschieden werden, welche Technologien, wo sinnvoll zum Einsatz kommen. 

Dr. Christof Bauer, Evonik Degussa GmbH und Vorsitzender der Kommission Energiepolitik der IHK Arbeitsgemeinschaft Hessen, betonte die Notwendigkeit, die Wachstumsziele, die das Erneuerbare Energiengesetz vorschreibt, kostengünstiger zu realisieren. Durch Zuschüsse greife der Staat in das Marktgeschehen ein, dies dürfe jedoch nicht zu einer Schwächung der Wettbewerbsfähigkeit führen. Daher müsse die vorherrschende Übersubventionierung, die eine Ursache für die hohen Strompreise sei, korrigiert werden.  "Die Industrie braucht günstigen Strom. Um dies leisten zu können, benötigen wir aber dringend funktionierende Marktmechanismen", sagte Bauer.
Vor dem Hintergrund des uneinheitlichen Netzzugangs von Strom und Gas appellierte Bauer an die hessischen IHKs, auf einen funktionierenden Gasnetzzugang hinzuwirken. "Davon profitieren nicht nur große Unternehmen, sondern auch der Mittelstand", sagte Bauer. Darüber hinaus verwies Bauer auf die Problematik des Emissionshandels. "Der EU-Emissionshandel ist eine gute Idee, aber selbst nach vier Jahren funktioniert er nicht." Deutlich würde dies beispielsweise vor dem Hintergrund der Forderung nach einem internationalen und nicht nur europaweiten Klimaschutz.

Die Energiepolitik der Stadt Frankfurt am Main, ihre bisherigen Erfolge und die künftigen Herausforderungen erläuterte Dr. Manuela Rottmann, Stadträtin, Dezernat für Umwelt und Gesundheit der Stadt Frankfurt am Main. „Obwohl die Stadt gewachsen ist, wir mehr Bürger und eine größere Stadtfläche haben, konnten wir in den letzten Jahren den CO2-Ausstoß pro Kopf um zehn Prozent reduzieren“, sagte Rottmann. Eine positive Entwicklung sehe sie vor allem bei Haushalten, die durch zusätzliche Dämmung Energie einsparten. Weitere Energieeinsparpotenziale sieht die Stadträtin beim Stromverbrauch. Die zunehmende Forderung von Wirtschaft und Bürgern nach mehr Mobilität, zählte Rottmann zu den künftigen Herausforderungen der Stadt. „Wir brauchen mehr Mobilität, aber hierfür fehlen marktgängige, klimaverträgliche Ausweichstrategien“, sagte Rottmann.

Die zweitägige EnergieEffizienz-Messe gibt anhand zahlreicher Praxisbeispiele einen Überblick über das Potenzial neuer Geschäftsfelder sowie das technische Know-how und die Energie-Einsparmöglichkeiten. Darüber hinaus können sich die Messebesucher aus dem Mittelstand und der Kommunen in Einzelgesprächen Hilfestellungen rund um die Themen Finanzierung und Förderung von klimaschutzrelevanten Projekten geben lassen.
 

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