IHKs legen Konzept für neues Insolvenzrecht vor

01.12.2009

Durch die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise geraten kleine und mittelständische Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten: Die Zahlen der Insolvenzen in Hessen liegen im ersten Halbjahr 2009 um 15 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Eine Alternative zur Rettung des Unternehmens stellt das Insolvenzplanverfahren dar. Hierfür hat die IHK-Organisation das Konzept "Zehn Vorschläge zur Unternehmenssanierung in der Insolvenz" vorgelegt.

Das so genannte Insolvenzplanverfahren führt immer noch ein Schattendasein. Denn kommt ein Unternehmen in Schwierigkeiten, wählt der Insolvenzverwalter regelmäßig die Zerschlagung des Unternehmens, um die Gläubiger zu bedienen. "Dabei ist das Insolvenzplanverfahren ein sehr attraktives Modell zur Rettung von Unternehmen", sagte Dr. Friedemann Götting-Biwer, Jurist der IHK Arbeitsgemeinschaft Hessen. Als zentral sieht das Konzept der IHK-Organisation den Vorschlag einer stärkeren Einflussnahme der Gläubiger auf die Wahl des Insolvenzverwalters an. Bislang obliegt die Auswahl des Verwalters dem Insolvenzgericht. "Gläubiger, die einbezogen werden, erhöhen die Erfolgschancen einer Sanierung", sagte Dr. Götting-Biwer. Außerdem sollten die Gerichte verpflichtet werden, ihre Auswahllisten offen zu legen und die Ablehnung eines von den Gläubigern gewünschten Verwalters zu begründen.

Darüber hinaus plädieren die IHKs, die Eigenverwaltung eines kriselnden Unternehmens durch einen erarbeiteten Insolvenzplans zu stärken. "So wird den Gläubigern signalisiert, dass die Sanierung auf den Erhalt des Unternehmens ausgerichtet ist", sagte Dr. Götting-Biwer. Dazu gehöre auch, die Eigenverwaltung im Gesetz stärker zu betonen und mit mehr Rechten auszustatten.


Das Konzept "Zehn Vorschläge zur Unternehmenssanierung in der Insolvenz" steht unter dem Link www.dihk.de zum Download bereit.
 

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