Konjunkturumfrage Frühjahr 2010: Wirtschaft stabilisiert sich

20.1.2010

Die Stimmung der Unternehmen im IHK-Bezirk Frankfurt am Main ist aktuell so gut wie seit Frühsommer 2008 nicht mehr. Der Geschäftsklimaindex erhöht sich gegenüber der Vorumfrage um 7,5 Punkte und liegt aktuell bei 107,3 Zählern, so das Ergebnis der IHK-Konjunkturumfrage unter 2.600 Unternehmen. Damit liegt der Geschäftsklimaindex erstmals seit Herbst 2008 wieder über der wichtigen Grenze von 100 Zählern, der die Balance von positiver und negativer Grundstimmung widerspiegelt. Die Unternehmen beurteilen sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch den weiteren Geschäftsverlauf besser als noch in der Vorumfrage. Aktuell schätzt rund ein Viertel aller Unternehmen seine Lage als „gut“ ein. Im Frühsommer 2009 waren dies lediglich rund 17 Prozent. Hingegen bewertet jedes fünfte Unternehmen seine momentane Lage als „schlecht“.
„Der Wirtschaft im IHK-Bezirk Frankfurt am Main geht es wieder besser. Wie tragfähig diese Erholung ist, wird sich jedoch erst noch zeigen“, sagt Dr. Hubertus Hille, Chef-Volkswirt der IHK Frankfurt am Main.

Die Erwartungen der Unternehmen für den Geschäftsverlauf der kommenden zwölf Monate haben sich erneut leicht aufgehellt. Knapp 30 Prozent gehen derzeit von einer günstigeren Entwicklung ihrer Geschäfte aus, rund die Hälfte der Unternehmen rechnet mit einem gleich bleibenden Verlauf.

Besonders bei den Unternehmen in der Industrie hat sich die Stimmung merklich verbessert. Hier spiegeln sich die deutlich aufgehellten Exportaussichten wider. Auch die Verkehrswirtschaft und der Großhandel profitieren von diesen Entwicklungen. Die Stimmung im Kreditgewerbe und bei den regionalen Versicherungen ist weiterhin positiv, hat sich aber im Vergleich zur Vorumfrage leicht abgekühlt.

Die Exportwirtschaft blickt zunehmend positiv auf den weiteren Jahresverlauf: Der Exportindikator steigt erneut und liegt aktuell bei knapp 12 Zählern. Momentan rechnet jedes vierte Unternehmen mit steigenden Exporten, im Herbst 2009 waren dies lediglich rund zwanzig Prozent.

Die Beschäftigungsplanungen der regionalen Unternehmen haben sich seit der Vorumfrage im Herbst 2009 kaum verändert. Der regionale Arbeitsmarkt wird sich in diesem Jahr moderat eintrüben. Der Anteil der Unternehmen, die in den kommenden Monaten zusätzlich Beschäftigte einstellen wollen, steigt von knapp 15 auf rund 17 Prozent an. Nach wie vor plant die Mehrheit der Unternehmen, ihre Beschäftigtenzahl konstant zu halten. Erfreulich ist, dass insbesondere der Großhandel wieder optimistischer plant. Im Kreditgewerbe rechnen hingegen knapp 43 Prozent der Unternehmen in den kommenden Monaten mit weniger Personal.

Im IHK-Bezirk nutzen aktuell rund 16 Prozent der Unternehmen das Instrument der Kurzarbeit - hauptsächlich die Industrie. 85 Prozent aller Unternehmen, die Kurzarbeit einsetzen, nutzen dieses Instrument für bis zu 12 Monate. Die Unternehmen schöpfen in der Mehrheit nicht die volle Laufzeit aus, denn der Einsatz von Kurzarbeit ist auch für die Unternehmen nicht kostenlos.

Mit Blick auf die Kreditkonditionen der Unternehmen ergibt sich ein zweigeteiltes Bild: Ein größerer Anteil der Unternehmen berichtet von verbesserten Kreditkonditionen. Gleichzeitig ist auch die Anzahl der Unternehmen, denen Kredite nicht verlängert wurden, gestiegen. Aus Sicht der IHK Frankfurt deutet dies auf die zunehmende Diskrepanz zwischen Unternehmen mit guten und Unternehmen mit schlechten Ratings hin.

Die Investitionsplanungen steigen zaghaft an. Der Investitionsindikator liegt aktuell jedoch mit knapp minus fünf Zählern nach wie vor im negativen Bereich. Die Mehrheit der Unternehmen plant, ihre Investitionen konstant zu halten, 19 Prozent rechnen mit vermehrten Investitionen im Unternehmen, knapp 24 Prozent sehen in den kommenden Monaten eher geringeren Investitionstätigkeiten entgegen.
 

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