Dienstleister in Hessen stabilisieren die Wirtschaft

22.3.2010

Die Dienstleistungsbranche in Hessen hat gerade in den schweren Krisenmonaten stabilisierend auf die Wirtschaft gewirkt und ist von den Auswirkungen der internationalen Wirtschaftskrise weniger hart getroffen als andere Wirtschaftszweige. Dies ist das Ergebnis einer Sonderauswertung der aktuellen Konjunkturumfrage der hessischen Industrie- und Handelskammern. „Die Dienstleister haben aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Exportabhängigkeit weitaus weniger mit den Auswirkungen der Krise zu kämpfen“, sagt Dr. Hubertus Hille, Volkswirt der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs. Durch ihre eher binnenwirtschaftlich ausgerichtete Dienstleistungsstruktur sei die hessische Wirtschaft weniger von der rückläufigen Nachfrage aus dem Ausland betroffen als Deutschland insgesamt.

Aktuell starten die hessischen Dienstleistungsunternehmen mit frischem Schwung ins Frühjahr. Der künftigen Entwicklung ihrer Geschäfte sieht die Branche optimistischer als andere Wirtschaftsbereiche entgegen. Die Stimmung ist dabei im Gesundheits- und Sozialwesen, bei den Unternehmensberatungen, den Zeitarbeitsagenturen, aber auch bei den wissensintensiven Dienstleistern besonders gut. Angesichts des positiven Geschäftsklimas gewinnt auch die Beschäftigungsplanung an Schwung. Die Mehrheit der Unternehmen möchte den Personalbestand in den kommenden Monaten konstant halten. Etwa jedes fünfte Dienstleistungsunternehmen plant sogar, mehr Mitarbeiter einzustellen.

In Hessen arbeiten mittlerweile etwa 73 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Dienstleistungssektor. Hessen liegt somit über dem bundesweiten Schnitt von rund 68 Prozent.

Die Branche der Dienstleister hat in den vergangenen Jahren in Hessen zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen, insbesondere die wissensintensiven Dienstleistungsbranchen wie Unternehmensberatung, Marktforschung, IT-Dienste und die F&E-Institute.
Viele mittelständische Dienstleistungsunternehmen haben sich für den Standort Hessen entschieden. Mittlerweile liegt der Anteil der Dienstleister an der hessischen Bruttowertschöpfung bei 75 Prozent. „Damit Hessen im Standortwettbewerb um die Unternehmen der Branche auch weiterhin attraktiv bleibt, ist es wichtig, auch in weiche Standortfaktoren zu investieren und die Region verstärkt als Wissens- und Innovationsstandort zu vermarkten. Hierzu zählen unter anderem ansprechende kulturelle Angebote, die Förderung der Region als Tourismusregion, ebenso wie die Bereitstellung guter Schulen und Berufsschulen“, sagt Dr. Hille. Im Gegensatz zum produzierenden Gewerbe seien die wissensintensiven Dienstleister sehr viel mobiler und weniger standortgebunden. „Unternehmen werden sich auch künftig genau dort ansiedeln, wo attraktive Standortfaktoren für die Mitarbeiter zu finden sind.“
 

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