Prof. Rürup fordert mehr Ausgaben für Forschung und Entwicklung

30.4.2010

Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup, Mitglied des Vorstandes der MaschmeyerRürup AG und ehemaliger Chef der Wirtschaftsweisen, hat im Rahmen der Veranstaltung „Politik und Wirtschaftskrise: Analyse und Ausblick – Wann droht der regionalen Wirtschaft die Fachkräfte-Falle?“ mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung gefordert. „Wir sind ein rohstoffarmes und alterndes Land. Bildung ist der entscheidende Schlüssel, den Lebensstandard in Deutschland zu erhalten. Hier müssen wir in den nächsten Jahren kräftig in die Pedale treten, wollen wir nicht den Anschluss im internationalen Wettbewerb verlieren.“ Rürup verwies darauf, dass künftig deutlich mehr bildungspolitische Maßnahmen ergriffen werden müssen. „Die Leistungsfähigkeit Deutschlands ist nicht in erster Linie von steuer- oder sozialpolitischen Aspekten abhängig, sondern von mehr Anstrengungen in Ausbildung, Weiterbildung und Forschung“, sagte Rürup vor 300 Vertretern von Politik und Wirtschaft in der IHK Frankfurt am Main.

Die gegenwärtig gute Position der deutschen Wirtschaft sei kein Ruhepolster, auf dem man sich ausruhen kann. Es müsse weiterhin alles dafür getan werden, die hochtechnologische Kompetenz der deutschen Wirtschaft zu erhalten. Den starken Außenhandel der deutschen Wirtschaft bezeichnete er als Produktivitätspeitsche, da Innovation die direkte Folge internationalen Wettbewerbsdrucks sei.

In seinem Referat bewertete Rürup das Krisenmanagement der Industrienationen als angemessen. „Wir mussten den schärfsten Konjunktureinbruch seit 80 Jahren erleben. Für diese Krise gab es kein Rezept. Die einzelnen Industriestaaten haben sich durch intelligentes Handeln aus der Krise herausgekauft. Der Preis dafür ist die hohe Staatsverschuldung.“ Gleichwohl sieht Rürup die Krise noch nicht als beendet an. „Die Lage ist deutlich besser als vor Jahresfrist. Trotz des langen, harten Winters hat sich die deutsche Wirtschaft merklich stabilisiert. Das Vertrauen in Banken, Ratingagenturen und unsere Wirtchaftsordnung insgesamt hat spürbar gelitten.“ 
 

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