Liquiditätsmanagement hilft, Unternehmenskrisen abzuwenden

7.5.2010

Banken legen bei ihren Kreditentscheidungen großen Wert auf ein gut funktionierendes Liquiditätsmanagement. Damit Kreditwünsche nicht abgelehnt werden, ist es wichtig, bereits im Vorfeld die Anforderungen zu kennen und Fehler zu vermeiden. Im Rahmen der Informationsveranstaltung „Liquiditätsplanung optimieren – Wie stelle ich meine kurzfristige Finanzierung auf gesunde Beine?“ anlässlich des IHK-Aktionstages Unternehmensfinanzierung haben Experten der Finanzbranche informiert, wie interne Liquiditätsreserven aufzudecken sind, welche Einsparpotenziale es für Unternehmen gibt und wie Risiken steuerbar gemacht werden können.

Klaus Heininger, Geschäftsführer, FALK & Co Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Steuerberatungsgesellschaft und Leiter des Arbeitskreises Mittelstandsfinanzierung bei der IHK Frankfurt am Main, verwies auf die wachsende Bedeutung von Liquiditätsplanung und –kontrolle als Steuerungsinstrument der Unternehmen. „Liquiditätsplanung hilft, die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens aufrecht zu erhalten sowie Finanzierungsbedarf und –kosten zu reduzieren.“ Heininger forderte Unternehmer auf, nach verborgenen Liquiditätsreserven – beispielsweise in Form von Debitorenmanagement, Lieferantenkrediten, Veräußerung von Anlagevermögen (Patente, Lizenzen) oder Factoring – zu suchen und diese zu heben.

Martin Winter, Partner, Schwabe, Ley & Greiner GmbH, definierte Liquiditätsmanagement als wichtige Stellschraube in mittelständischen Unternehmen. „Die Frage nach langfristiger Liquiditätssicherung bedeutet die Sicherstellung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit. Dies bedingt eine Optimierung der Finanzierungskosten und die Schaffung von ausreichendem Handlungsspielraum durch Früherkennung.“ Winter riet, Rentabilitäts- und Liquiditätsziel exakt aufeinander abzustimmen. „Ein Unternehmen kann für einen bestimmten Zeitraum auf Rentabilität und Wachstum verzichten, jedoch zu keinem Zeitpunkt auf die Erfüllung von Zahlungsverpflichtungen.“ Liquiditätsmanagement benötige standardisierte Abläufe, diszipliniertes Arbeiten mit Finanzdaten sowie eine permanente Überwachung der Vorgänge.

Lars Kleinschmidt, Geschäftsführung Finanzen, Evers-Frank Druck- und Mediengruppe, bezeichnete die Optimierung von Disposition und Bankenstruktur als die zentralen Cashmanagement-Aufgaben eines Unternehmens. „Eine effiziente Zahlungsstromsteuerung und das Abschöpfen aller Konten mit vergleichsweise ungünstiger Verzinsung sind wichtige Maßnahmen zur Dispositionsoptimierung. In einem zweiten Schritt gilt es, Stammdatenverwaltung, Bonitäts- und Limitüberwachung, Konditionenaufzeichnung (Zinsen, Spesen, Gebühren) und -kontrolle anzupassen.“

Rainer Langen, Inhaber, Rainer Langen & Partner Mittelstandsfinanzierung, unterstrich in seinem Referat „Was Banken beim Liquiditätsmanagement von Unternehmen erwarten“, dass die Kreditinstitute auf klare Analysen der Lieferanten- und Kundenstruktur, optimierte Zahlungsziele, Einfachheit statt  Komplexität und professionelles Warenbestandsmanagement achten.
 

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