Stadtoberhäupter und Regionalplaner diskutieren Positionierung von Metropolen:
Roth unterstützt Ruf nach mehr Kooperation in FrankfurtRheinMain

11.6.2010

Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth hat sich für mehr Kooperation in FrankfurtRheinMain ausgesprochen. Zum Auftakt des internationalen Symposiums anlässlich der Städtepartnerschaftsjubiläen der Stadt Frankfurt betonte die Oberbürgermeisterin die Notwendigkeit der Intensivierung der Zusammenarbeit in der Metropolregion. “Ich bin der Überzeugung, dass die Städte und Gemeinden der Region die Organisation ihrer Kooperation weiter verbessern müssen“, sagte Roth. Sie unterstütze damit das Bemühen der Wirtschaftsverbände um eine bessere Organisation der kommunalen Zusammenarbeit in FrankfurtRheinMain. Jede Kommune verfüge über Qualitäten, die zum Erfolg der gesamten Region beitragen können. Die Kommunen forderte sie auf, sich aktiv an der Weiterentwicklung von FrankfurtRheinMain zu beteiligen. Impulse der einzelnen Gemeinden und Landkreise seien wichtig für die Weiterentwicklung von FrankfurtRheinMain. Die Stadt Frankfurt sei bereit, Verantwortung für FrankfurtRheinMain zu übernehmen, ohne dabei die Region dominieren zu wollen, unterstrich die Oberbürgermeisterin.

Dr. Mathias Müller, Präsident der IHK Frankfurt am Main, sagte zum Auftakt des Symposiums „Metropolen im internationalen Wettbewerb“, das Maß der Kooperation innerhalb von Metropolregionen sei der Schlüssel für die Positionierung im globalen Wettbewerb. Dabei gebe es zahllose Modelle und Konzepte. Jede Stadt und jede Region müsse für ihre Ausgangslage das richtige Tempo und das richtige Vorgehen finden. „Die Debatte um die Zukunft unserer Region FrankfurtRheinMain ist in vollem Gange. Die Karten werden neu gemischt.“

Vor mehr als 500 internationalen Gästen und Vertretern der Region FrankfurtRheinMain warb Dr. Müller für die Vorschläge der Wirtschaft, im Zuge der Novellierung des Ballungsraumgesetzes ein Organisationsmodell zu etablieren, das die Zusammenarbeit in der Region FrankfurtRheinMain verbindlich erhöht, Kräfte bündelt, Effizienz steigert und gesellschaftliche Gruppen einbindet. Nur mit vereinten Kräften könne sich FrankfurtRheinMain im internationalen Wettbewerb der Metropolen dauerhaft positionieren. „Jede Stadt, die heute auf dem Podium vertreten ist, ist nicht nur Partnerstadt Frankfurts, sondern Partner im weltweiten Wettbewerb der Metropolen. Dem heutigen Symposium über Metropolregionen liegt die Überzeugung zugrunde: Die Region ist die Stadt der Zukunft.“

„FrankfurtRheinMain liegt ganz weit vorne im internationalen Wettbewerb. Das beweist der Vergleich von 125 Metropolregionen in Europa“, sagte Dieter Posch, Hessischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung, unter Verweis auf eine Untersuchung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Die Metropolregion FrankfurtRheinMain sei bei dem Funktionsbereich Wirtschaft an dritter Stelle gelistet. Beim Funktionsbereich Verkehr nehme sie sogar den ersten Platz ein. Posch wies darauf hin, dass die Metropolregion FrankfurtRheinMain auch ihre Stärken in der aktuellen Wirtschaftskrise nachgewiesen habe. Die Region sei aufgrund ihrer Struktur, vor allem des Dienstleistungsbereiches, aber auch der vorhandenen Netzwerke geringer von der Krise betroffen als viele andere Regionen in Deutschland.

In den einzelnen Podiumsdiskussionen und Foren der Veranstaltung diskutierten führende Politiker, Architekten und Stadtplaner der Partnerstädte Frankfurts Erfolgsrezepte für die Positionierung von Regionen im internationalen Wettbewerb. Für Gérald Collomb, Oberbürgermeister der Stadt Lyon und Präsident des französischen Städtetages, ist eine gut ausgebaute Infrastruktur Grundvoraussetzung für den Erfolg einer Metropole. „Was wäre Frankfurt ohne den Flughafen?“, fragte Collomb und verwies darauf, dass Lyon wichtiger Knotenpunkt für den Flug- und Schienenverkehr in Frankreich ist. Weiterhin gehöre für ihn ein enges Netzwerk von Unternehmen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu den Garanten von Prosperität einer Region.

Prof. Werner Müller-Esterl, Präsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main, betonte, dass neben einer exzellenten Infrastruktur und einem breiten kulturellen Angebot besonders die Verankerung von Bildungs- und Forschungseinrichtungen wichtige Faktoren für das Wohlergehen einer Region seien. FrankfurtRheinMain habe das Potenzial, als intellektueller Treiber des Landes zu fungieren.

Uwe Albrecht, Bürgermeister und Beigeordneter für Wirtschaft und Arbeit der Stadt Leipzig, sieht hingegen vor allem das Image einer Region als jenen wesentlichen Standortvorteil, der qualifizierte Arbeitskräfte anzieht. Prof. Albert Speer, Geschäftsführender Gesellschafter, Albert Speer & Partner GmbH, bezeichnete die Identifikation der Bürger als entscheidende Größe für die internationale Positionierung von Metropolen. Einwohner seien die besten Botschafter ihrer Region. Daher müssten Maßnahmen unterstützt werden, die dazu führen, dass Menschen auf ihre Stadt stolz sind.

Dr. Lutz Raettig, Stadtrat der Stadt Frankfurt am Main und Vizepräsident der IHK Frankfurt, wies auf den internationalen Charakter der Stadt Frankfurt hin. Dies sei eine gute Ausgangsbasis für die Ansiedlung neuer Unternehmen. Die Verfügbarkeit von Fachkräften mit internationalem Hintergrund sei ein entscheidender Grund vieler Unternehmen, sich in der Region anzusiedeln.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellten sich zwölf Metropolen, darunter Krakau, Toronto, Tel Aviv, Dubai, Birmingham und Guangzhou, mit Best Practise-Beispielen aus den Themenfeldern Wissen und Bildung sowie Verkehr und Infrastruktur vor. Das Symposium wurde von Stadt Frankfurt, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Goethe-Universität Frankfurt, IHK Frankfurt am Main und IHK-Forum Rhein-Main in Zusammenarbeit mit FrankfurtRheinMain – Verein zur Förderung der Standortentwicklung unter Mitwirkung der Frankfurter Partnerstädte veranstaltet.





 

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